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Ratgeber Plastikbecher oder Glas – wie ist Joghurt umweltfreundlich verpackt?

Frau kauft Joghurt im Supermarkt
Ist der Griff zum Plastikbecher die beste Wahl für die Umwelt?
© Robert Kneschke/Adobe Stock
Joghurt ist ein echter Allrounder in der Küche. Der Naturschutzbund Deutschland hat untersuchen lassen, wie er am nachhaltigsten verpackt ist und die Umweltbelastungen von Joghurt-Verpackungen – im Mehrwegglas, im Plastikbecher und mit oder ohne Pappbanderole – verglichen

Ob Naturjoghurt, Quark mit Früchten oder fertige Desserts wie Schokoladenmousse – sie sind in vielen Kühlschränken der Bundesrepublik zu finden. Doch in welcher Verpackung sollten umweltbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher Joghurt und Co. am besten einkaufen?

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) Heidelberg die Umweltbelastungen verschiedener Verpackungsalternativen analysieren lassen, die häufig im Supermarkt zu finden sind. Dabei wurden drei Problemfelder in die Untersuchung einbezogen: Klimawandel in Form von Treibhausgasen, nicht erneuerbarer Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen in Luft und Wasser.

Einweggläser schneiden besonders schlecht ab

Dazu hat der NABU für Joghurt und Desserts Mehrweggläser mit Einwegdeckeln aus der Region untersucht. Überregional hat der Naturschutzbund außerdem Plastikbecher mit Pappbanderole und zusätzlichen Alu-Deckeln sowie Plastikbecher mit Alu-Deckeln – aber ohne Pappbanderole – verglichen.

Manche Desserts oder Joghurts sind im Einwegglas verpackt, mit einem Alu-Deckel verschlossen und zusätzlich mit einer Pappbanderole umhüllt. Diese Verpackung hat sich gleich zu Anfang des Vergleichs disqualifiziert: Das Einwegglas schneidet in allen drei Problemfeldern sehr viel schlechter ab als die anderen Verpackungen im Test. Und mit einer Pappbanderole um das Glas fällt weitere unnötige Verpackung an.

Für die Mehrweggläser wird in der Berechnung von einer 50-maligen Nutzung ausgegangen und auch das Spülen wurde eingerechnet. Für das regionale Mehrwegglas wird eine einfache Strecke von Abfüllung bis Handel von 100 Kilometer angenommen. Beim überregionalen Mehrwegglas sind es 500 Kilometer.

Einwegdeckel sind ein Minuspunkt bei den Mehrweggläsern

In dieser Untersuchung wird schnell klar, dass eine Verpackung oft nicht eindeutig schlecht oder eindeutig gut ist: In der Kategorie Klimawandel verursacht der Plastikbecher mit Pappbanderole die geringsten Umweltlasten, beim nicht erneuerbaren Ressourcenverbrauch schneidet das Mehrwegglas mit Einwegdeckel, das in der Region (100 Kilometer) vertrieben wird, am besten ab und in der dritten Kategorie Schadstoffemissionen ist der Plastikbecker mit Alu-Deckel am besten.

Deswegen teilen sich das Mehrwegglas, das regional verkauft wird, und der Plastikbecher mit Pappbanderole den ersten Platz und der Plastikbecher und das Mehrwegglas, welches überregional (500 Kilometer) transportiert wird, teilen sich den zweiten Platz.

Mehrweggläser sind also nicht automatisch die beste Verpackung. Warum? Das Abschneiden gegen­über den Einwegvarianten hängt stark von der Nutzungszahl und den Transportwegen ab. Werden sie weit transportiert führt das hohe Gewicht zu hohen Klima- und Schadstoffbelastungen.

Ein weiterer Punkt, der für Minuspunkte bei den Mehrweggläsern sorgt: der Einwegdeckel aus Weißblech. Die Herstellung des Weißblechs ist sehr energieintensiv. Daher schreibt der NABU: "Begrüßenswert wäre ein flächende­ckendes Netz von regionalen Mehrwegangeboten und Spülmöglichkeiten für Mehrwegverpackungen von Milchprodukten sowie ein zentral organisiertes Poolsystem wie es für Getränke-Mehrwegflaschen existiert, über das Nutzung und Transporte der leeren Mehrweggläser effizienter organisiert werden könnte."


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