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Ratgeber Karton, Glas, Dose – wie sind verarbeitete Tomaten am besten verpackt?

Passierte Tomaten in der Dose
In der Dose sind passierte Tomaten praktisch verpackt – aber ist die Weißblechbüchse auch nachhaltig?
© Андрій Пограничний/Adobe Stock
Viele mögen die schönen Glasflaschen für Passata - doch wie gut diese Verpackung aus Umweltsicht ist, hat der Naturschutzbund Deutschland untersuchen lassen

Passierte Tomaten sind absolute Alleskönner in der Küche. In den Supermarktregalen stehen sie verpackt in Dosen, Gläsern oder im Verbundkarton. Zu welcher Packung sollten Verbraucherinnen und Verbraucher greifen, wenn ihr Einkauf möglichst nachhaltig sein soll?

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) Heidelberg die Umweltbelastungen verschiedener Verpackungsalternativen analysieren lassen, die häufig im Supermarkt zu finden sind. Dabei wurden drei Problemfelder in die Untersuchung einbezogen: Klimawandel in Form von Treibhausgasen, nicht erneuerbarer Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen in Luft und Wasser. Für verarbeitete Tomaten wurden Verbundkartons, Weißblechdosen und Einweggläser mit Weißblechdeckel verglichen.

Verbundkarton gewinnt den Vergleich

Der Verbundkarton ist mit weitem Abstand die beste Verpackung in diesem Vergleich. Das hat zwei Gründe: Der Karton ist deutlich leichter als die Konkurrenz (spart Emissionen beim Transport) und hat einen hohen Anteil, der aus nachwachsenden Rohstoffen besteht.

Nachteil: Die Herstellung von Papier trägt zur aquatischen Eutrophierung bei. Der Begriff "eutroph" bedeutet so viel wie "gut genährt". Eutrophierung meint also die Anreicherung von Nährstoffen in nährstoffarmen Gewässern. Das kann zu übermäßigem Wachstum von Algen oder Wasserpflanzen führen und anderen Pflanzen, Kleinlebewesen und Tieren die Lebensgrundlange entziehen. Die Einträge gelangen unter anderem durch Kläranlagen und die Industrie über Flüsse ins Meer. Papier schneidet in dieser Kategorie so schlecht ab, weil für die Produktion viel Wasser und viele Chemikalien eingesetzt werden. Das führt zu großen Mengen an schadstoffbelastetem Abwasser. Wichtig beim Verbundkarton – anders als der Name vermuten lässt – besteht er nicht nur aus Papier, sondern auch aus Alu und/oder Plastik. Heißt: Er muss unbedingt in die Gelbe Tonne, um richtig recycelt werden zu können.

Einwegglas und Weißblechdose sind beide ähnlich schlecht

Einwegglas und Weißblechdose sind vergleichbar schlecht und teilen sich den dritten Platz – für Platz zwei ist keine der beiden Verpackungen umweltfreundlich genug. Das Einwegglas schneidet bei allen drei Wirkungskategorien am schlechtesten ab. Die Konservendose aus Weißblech hat ähnlich hohe Umweltlasten, nur bei den Schadstoffemissionen gibt es einen Unterschied: Da das Einwegglas fast 4-mal so schwer ist wie die Konservendose, gibt es hier beim Transport höhere Emissionen.

Doch gerade bei passierten Tomaten ist ein Blick in die Verpackung wichtig: In einer Untersuchung von Öko-Test stammen die meisten passierten Tomaten laut Verpackungsaufdruck aus Italien. Doch nach Zahlen der Naturschutzorganisation WWF werden in Süditalien für ein Kilo Tomaten ganze 115 Liter Wasser benötigt. Heißt: Für einen nachhaltigen Einkauf spielt auch die Herkunft der verarbeiteten Tomaten eine Rolle. 30 der getesteten Anbieter gaben bei Öko-Test an, dass sie beim Tomatenanbau möglichst sparsam mit Wasser umgehen. Wer wissen will, woher die passierten Tomaten stammen, ist auf der sichersten Seite, wenn er unter dem EU-Bio-Logo zum Beispiel "italienische Landwirtschaft" liest. Bei dieser Angabe weiß man, dass die verwendeten Tomaten in diesem Beispiel aus Italien stammen.


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