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Ratgeber Papier, Karton oder Plastik: Wie ist die Nudel am umweltfreundlichsten verpackt?

Frau mit Nudelpackung in der Hand im Supermarkt
Ob die Pasta in der Plastikfolie am umweltfreundlichsten verpackt ist, oder doch der Pappkarton die bessere Alternative wäre, ist für Verbraucher*innen beim Einkauf nicht ersichtlich
© Robert Kneschke/Adobe Stock
Nudeln lagern fast in jedem Vorratsschrank. Manchmal im Pappkarton, machmal in Plastikfolie oder im Papierbeutel. Der Naturschutzbund Deutschland hat untersuchen lassen, welche Verpackung am nachhaltigsten ist

Nudeln lassen sich in allen möglichen Variationen zubereiten. Kein Wunder also, dass die Deutschen laut Statista 2020 pro Kopf 9,5 Kilogramm verbraucht haben. Praktisch in der Papiertüte, der Plastikhülle oder dem Pappkarton verpackt, warten die Teigwaren in den Vorratsschränken auf ihren nächsten Einsatz. Doch zu welcher Verpackung sollten Verbraucherinnen und Verbraucher greifen, die möglichst nachhaltig leben wollen?

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) Heidelberg die Umweltbelastungen verschiedener Verpackungsalternativen analysieren lassen, die häufig im Supermarkt zu finden sind. Dabei wurden drei Problemfelder in die Untersuchung einbezogen: Treibhausgase, nicht erneuerbarer Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen in Luft und Wasser.

Nudeln im Karton, im Papierbeutel und in Plastikfolie – was ist besser?

Für Nudeln hat das ifeu-Institut Papierbeutel, Plastikfolie aus Polypropylen und Pappkartons miteinander verglichen. Am besten für die Umwelt sind Nudeln demnach im Papierbeutel aus 100 Prozent Papier. Die Herstellung von Papier (Primärfaser) ist weniger energieintensiv, als Kunststoff aus Erdöl herzustellen.

Obwohl für den Papierbeutel mehr Material benötigt wird als für die Plastikfolie, hat die Papierverpackung in den Kategorien Treibhausgase und nicht erneuerbar Ressourcenverbrauch die Nase vorn. Der Pappkarton liegt hinter der Plastikfolie, weil viel Material benötigt wird, was zu hohen klimarelevanten Emissionen in der Produktion führt und zu hohen Schadstoffemissionen beim Transport. Für den Pappkarton als Nudelverpackung fallen beispielsweise fast zweimal mehr Treibhausgasemissionen an als für die Papiertüte.

Papierproduktion verbraucht viel Wasser

Betrachtet man allerdings nur die Kategorie Schadstoffemissionen, hat die Plastikfolie die Nase vorn. Die Herstellung von Papier trägt stärker zur aquatischen Eutrophierung bei als die Kunststoffproduktion. Der Begriff "eutroph" bedeutet so viel wie "gut genährt". Eutrophierung meint also die Anreicherung von Nährstoffen in nährstoffarmen Gewässern. Das kann zu übermäßigem Wachstum von Algen oder Wasserpflanzen führen, und anderen Pflanzen, Kleinlebewesen und Tieren die Lebensgrundlange entziehen.

Die Einträge gelangen unter anderem durch Kläranlagen und die Industrie über Flüsse ins Meer. Papier schneidet in dieser Kategorie so schlecht ab, weil für die Produktion viel Wasser und viele Chemikalien eingesetzt werden. Das führt zu großen Mengen an schadstoffbelastetem Abwasser.

Der Nabu hat einen weiteren Tipp für Verbraucher*innen parat: Viele vermeintliche Papierverpackungen sind nicht zu 100 Prozent aus Papier. Sie sind oft mit Kunststoff oder Alu verklebt. Je besser die Verpackung sich einreißen lässt, desto wahrscheinlicher ist es nur Papier.

Noch besser ist es natürlich Abfall zu vermeiden. Heißt für die Nudeln – sie unverpackt zu kaufen ist für die Umwelt die beste Wahl. Wer ein Tragenetz als Verpackung für den Transport nutzen will, greift am besten auf engmaschige Mehrweg-Netze aus Polyester zurück. Idealerweise besteht das Netz aus recyceltem Polyester, wie die Studie im Auftrag des Nabu zeigt. Natürlich ist die Ökobilanz dieser wiederverwendbaren Tareghilfe nur so positiv, wenn sie mindestens 50-mal genutzt wird.


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