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Ratgeber Die häufigsten Tomatenkrankheiten und wie Sie diese erkennen

Tomatenkrankheit
Tomaten zählen zu den beliebtesten Gemüsepflanzen, leider sind sie anfällig für Krankheiten
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Tomaten zählen zu den beliebtesten Gemüsepflanzen in den deutschen Gärten und Balkonkübeln. Damit die Ernte durch gängige Tomatenkrankheiten nicht vermiest wird, ist es wichtig, typische Schadbilder frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Wir stellen die häufigsten vor

Inhaltsverzeichnis

Wenn wir ehrlich sind, sind die Anbaubedingungen für Tomatenpflanzen in unseren Breitengraden nicht gerade ideal: Tomaten benötigen lange und warme Sommer mit viel Sonnenschein, um gut gedeihen zu können. Kein Wunder also, dass hierzulande einige Hindernisse lauern, die den Pflanzen gefährlich und den Gärtnerinnen und Gärtnern das Leben schwer machen können.

Pilzerkrankungen, ausgelöst durch eine hohe Feuchtigkeit, aber auch durch Pflegefehler verursachte Nährstoffmängel und Schädlinge können den Tomatenpflanzen zusetzen. Wir stellen nachfolgend die häufigsten Tomatenkrankheiten und Schadbilder vor, geben Hilfestellung bei der Behandlung und Tipps, um ihnen vorzubeugen.

Echter Mehltau

Echter Mehltau auf dem Blatt einer Tomatenpflanze
Der Echte Mehltau wird auch als "Schönwetterpilz" bezeichnet, er bildet sich leicht bei Wärme und Trockenheit
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Der Echte Mehltau ist eine Pilzinfektion und zeigt sich durch eine mehlig-weiße Patina, die Pilzsporen von Oidium neolycopersic auf den Blättern und Stängeln befallener Tomatenpflanzen bilden. Als so genannter Schönwetterpilz tritt der Echte Mehltau bei Tomaten häufig bei Wärme und Trockenheit im Sommer auf, kann aber auch bereits im Frühjahr ab Ende Mai auftreten. Mit der Zeit verfärben sich die Blätter der Pflanzen gelb oder braun, verwelken und fallen ab.

Behandlung: Die vom Echten Mehltau befallenen Pflanzenteile müssen umgehend entfernt werden, damit sich der Pilz nicht weiter auf den Tomaten ausbreitet. Für die weitere Behandlung eignet sich eine ökologische, hochkonzentrierte Lauge aus Wasser und Naturseife. Damit werden die betroffenen Pflanzen einmal pro Woche tropfnass bespritzt.

Vorbeugung: Vollständig mehltauresistente Tomatensorten gibt es nicht, allerdings sind manche Sorten resistenter als andere. Empfehlenswert sind Tomatensorten wie "Philovita", "De Berao" und "Phantasia".

Blütenendfäule

Dürrfleckenkrankheit bei Tomaten
Die Dürrfleckenkrankheit ist eine Pilzerkrankung an Tomaten, die auch Kartoffeln befallen kann
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Bilden sich auf den Blättern und Tomatenfrüchten braune und schwarze Stellen oder Flecken, die sich im Laufe der Zeit ausbreiten und verhärten, handelt es sich um die Blütenendfäule. Genau genommen ist diese nicht, wie häufig angenommen wird, eine Pilzerkrankung, sondern die Folge eines Kalziummangels, der bei Pflanzen durch Trockenstress ausgelöst wurde.

Behandlung: Die Zugabe von kohlensaurem Kalk ins Gemüsebeet kann einer befallenen Tomatenpflanze helfen. Wer zusätzlich die Blätter unterhalb des ersten Fruchtstandes entfernt, stellt außerdem eine direkte Nährstoffweitergabe an die Pflanzen sicher.

Vorbeugung: Wer regelmäßig die Tomatenpflanzen gießt, insbesondere bei hohen Temperaturen, kann der Blütenendfäule vorbeugen. Denn Kalzium gelangt nur über den Wassertransport in das Innere der Pflanze. Wichtig ist außerdem, auf eine ausreichende Calciummenge im Boden zu achten. Dabei kann ein pH-Bodentest helfen, bei einem pH-Wert unter 5 ist ein Calciummangel vorprogrammiert und der Boden entsprechend mit Calcium angereichert werden.

Resistente Tomatensorten gegen Blütenendfäule gibt es nicht. Während Sorten mit großen Früchten (wie Ochsenherz oder Fleischtomaten) aber häufiger durch Blütenendfäule betroffen sind, werden Sorten mit kleineren Früchten (wie Kirsch- oder Cocktailtomaten) seltener befallen.

Kraut- und Braunfäule

Kraut- und Braunfäule an Tomatenpflanzen
Bräunliche und vertrocknete Blätter an Tomatenpflanzen sind ein typisches Zeichen für Kraut- und Braunfäule
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Größere, matschige Stellen und härtere dunkle Flecken an den Früchten, braune Flecken auf den welkenden Blättern und längliche dunkle Stellen an den Stängeln sind Symptome der Kraut- und Braunfäule. 

Die hartnäckige Pilzkrankheit tritt an Pflanzen besonders häufig in feuchten Sommern auf. Bei solchen Bedingungen können sich die Sporen von Phytophthora infestans auf den Tomatenpflanzen wunderbar breit machen.

Behandlung: Betroffene Pflanzenteile sollten umgehend entfernt und in der Biotonne (nicht auf dem Kompost!) entsorgt werden, bei einem sehr starken Befall auch gleich die ganze Pflanze. Noch nicht befallene Früchte können vorher noch geerntet werden, grüne Tomaten reifen auch nach dem Pflücken nach, wenn sie gesund geblieben sind.

Vorbeugung: Der Pilz Phytophthora infestans benötigt Feuchtigkeit, um zu gedeihen. Gewächshäuser und Tomatendächer können eine gute Hilfe sein, um den Tomatenpflanzen einen möglichst trockenen Standort zu bieten. Gegossen werden sollten Tomaten nur unten direkt auf den Boden oder in den Pflanzkübel, Staunässe und Spritzwasser sind zu vermeiden.

Die Tomatenpflanzen selbst  sollten außerdem nicht zu eng nebeneinander stehen. Etwa 70 Zentimeter Abstand sind ein guter Richtwert, damit sich die Blätter der einzelnen Pflanzen nicht berühren und diese im Falle eines Regengusses zügig wieder trocknen können. Das beugt der Kraut- und Braunfäule sowie anderen Krankheiten vor.

Dürrfleckenkrankheit

Tomatenblatt mit der Dürrfleckenkrankheit
Zwischen Juni und August tritt die Dürrfleckenkrankheit an Tomaten- und Kartoffelpflanzen besonders häufig auf
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Wenn sich auf den Blättern der Tomatenpflanzen rundliche, graubraune Flecken zeigen, hat sich Alternaria solani breitgemacht. Der – übrigens auch beim Katoffelanbau bekannte – Pilz geht vom Boden aus auf die Pflanze über und macht sich zuallererst in Flecken an den unteren Blättern bemerkbar.

Von dort breitet er sich auf darüberliegende Triebe und Blätter aus, bis sich diese schließlich einrollen und vollständig absterben. Sind auch die Früchte befallen, werden diese ungenießbar. Die als Dürrfleckenkrankheit bekannte Pilzerkrankung zählt zu den häufigsten Tomatenkrankheiten überhaupt, meist tritt sie zwischen Juni und August auf.

Behandlung: Da sich der Pilz über alle Pflanzenteile ausbreitet, ist es bei einem Befall ratsam, betroffene Blätter und Triebe unverzüglich zu entfernen. Vorsicht: Da der Tomatenpilz an Materialien wie Pflanzstäben oder Gartenwerkzeugen über lange Zeit haften bleibt, sollte alles nach jeder Saison gründlich desinfiziert werden.

Vorbeugung: Um der Dürrfleckenkrankheit vorzubeugen, empfiehlt es sich, in ein Gewächshaus oder in ein Tomatendach zu investieren, das in diversen Ausführungen im regulären Handel erhältlich ist. Darüber hinaus kann es helfen, die unteren Blätter der Tomatenpflanzen bis auf eine Höhe von 30 Zentimetern vorsorglich zu entfernen, um es dem Pilz im Boden schwerer zu machen, sich über die Blätter nach oben hin auszubreiten.

Aufgeplatzte Tomaten

Aufgeplatzte Tomate an einer Tomatenpflanze
Schwankt die Wasserzufuhr zu stark, kann es zu aufgeplatzten Früchten kommen
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Wenn die schönen roten Früchte der Tomatenpflanzen kurz vor der Ernte aufplatzen, ist das ärgerlich. Die aufgerissene Haut an mehreren Stellen trübt nicht nur den Anblick des bis dahin so makellosen Gemüsebeets, sondern auch den Gärtnerstolz. Die gute Nachricht lautet jedoch: Aufgeplatzte Früchte sind genau genommen kein Anzeichen einer Krankheit.

Stattdessen ist das Aufplatzen der Schale die Folge einer ungleichmäßigen Wasserversorgung. Werden Tomatenpflanzen nach einer Trockenperiode plötzlich zu stark gewässert, quellen die Früchte regelrecht auf und platzen schließlich aus ihrer Haut.

Behandlung: Sind die Früchte der Tomatenpflanzen erstmal aufgeplatzt, lässt sich dagegen leider nichts mehr tun. Geschehen ist geschehen.

Vorbeugung: Um ein Aufplatzen der Schalen zu verhindern, sollte man die Tomatenpflanzen gleichmäßig und nicht zu viel wässern. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann zu platzfesten Tomatensorten greifen – zum Beispiel "Corianne" oder "Picolino".


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