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Universalmittel Essig ist auch im Garten ein vielseitiges Hausmittel – so setzen Sie ihn richtig ein

Frau mit Handschuhen pflanzt eine Tomatenpflanze ins Gemüsebeet
Viele Pflanzen fühlen sich in leicht sauren Böden wohl - mithilfe von Essig lässt sich der PH-Wert der Erde beeinflussen
© XArtProduction - Shutterstock
Wohl jeder hat ihn im Haus - er reinigt, düngt und hält sogar Ungeziefer von den Pflänzchen ab: Essig. Sechs Tipps, wie sich das Hausmittel als Gartenhelfer einsetzen lässt

Essig ist nicht nur in der Küche oder im nachhaltigen Putzregal gut aufgehoben, sondern ist auch das perfekte Hausmittel für allerlei Arbeiten im Garten oder auf dem Balkon.

Wir stellen sechs Einsatzgebiete von Essig im Garten vor und verraten außerdem, von welchen Gartenmethoden Sie besser die Finger lassen sollten.

Essig zum Düngen verwenden

Manche Pflanzen bevorzugen Böden mit einem höheren Säuregehalt, um ihre volle Blütenpracht entfalten zu können - Rosen, Lavendel und Gardenien zum Beispiel. Wer das Pflanzenwachstum unterstützen und dem Boden Säure zuführen möchte, nutzt dazu am besten ein stark verdünntes Essig-Wasser-Gemisch (1-2 EL Essig auf 3 Liter Wasser).

Doch Vorsicht: Diese Prozedur sollte höchstens etwa alle drei Monate durchgeführt werden. Sonst läuft der Boden Gefahr zu übersäuern und die Pflanzen verderben. Einer Bodenversauerung muss dann mit einer Kalkung entgegengewirkt werden. Wer ganz sicher gehen möchte, testet vorher mit einem pH-Bodentest (beispielsweise von Neudorff) den Säuregrad des Bodens.

Nicht außer Acht lassen sollte man dabei die Beet-Nachbarn. Nicht jeder "Anwohner" schätzt die Säuerung des Bodens gleichermaßen. Wer ganz sicher gehen möchte, düngt mit Essig nur für sich alleine stehende Topfpflanzen.

Saatgut zum Keimen bringen

Manche Pflanzen, zum Beispiel Kapuzinerkresse und Okra, lassen sich bekanntlich nur mühsam ziehen. Möchte die Saat einfach nicht keimen, ist Essig das Zauberwort. Denn Samen keimen schneller, wenn sie über Nacht in einem lauwarmen Bad aus wässriger Essiglösung gelegen haben. Dazu wird Apfelessig in Wasser im Verhältnis 1:5 angesetzt. Das Essigbad fördert die Keimung der Saat. Am nächsten Tag die Samen abspülen und aussäen.

Gartengeräte und Pflanzkübel reinigen

Vor dem Start in die neue Gartensaisonsollten Pflanzgefäße wie Blumentöpfe und Balkonkästen im Frühjahr, spätestens aber vor dem Einpflanzen der neuen Pflanzen, gründlich gereinigt werden. Mit einem Schwamm und etwas Essig lassen sich Kalkablagerungen, Algen und Schmutzreste, die sich über den Winter angesammelt haben, entfernen.

Mensch reinigt alten Blumen-Tontopf auf Pflastersteinen für den Garten
Essig ist ein hervorragendes Reinigungsmittel - auch für alte Pflanzkübel
© Jana Loesch - Shutterstock

Auch Schimmel und Keime, die für die neu eingesetzten Pflanzen zum Problem werden könnten, werden dadurch entfernt. Einfach etwas Essig in den Pflanzkübel geben, das Gefäß ordentlich ausreiben und danach mit klarem Wasser nachspülen.

Zum Reinigen von Gartengeräten eignet sich Essig ebenfalls. Das Hausmittel wirkt gut gegen Rost und säubert verschmutzte Gartenscheren und kleine Schaufeln. Wer mag, legt die Gartengeräte für einige Minuten in ein Essigbad und spült sie danach mit klarem Wasser ab. Durch die Reinigung erstrahlen nicht nur die Gartengeräte in neuem Glanz, auch die Übertragung von Pilzen und Schädlingen von einer Pflanze zur nächsten über verschmutztes Gartenwerkzeug wird so vermieden.

Blumen länger haltbar machen

Wer sich möglichst lange an den Schnittblumen aus dem Garten erfreuen möchte, gibt einen Teelöffel Essig und einen Teelöffel Zucker mit ins Wasser der Blumenvase. Alle fünf Tage sollten das Wasser gewechselt und die Blumenstängel neu abgeschnitten werden. Das hält die Pflanzen länger frisch.

Ungeziefer mit Essig vertreiben

Handelsüblicher Essig ist ein natürliches Insektizid und sehr effektiv. Der starke Essig-Geruch hält Schädlinge wie Blattläuse oder Fruchtfliegen von den liebevoll gepflegten Pflänzchen fern und hindert sie so daran, die Pflanzen zu besiedeln. Dazu einfach die betroffenen Pflanzen mehrmals täglich mit einer hochverdünnten Wasser-Essig-Mischung (1 TL Haushaltsessig auf 2 Liter Wasser) besprühen.

Essig wird mit einer Sprühflasche auf eine von Blattläusen befallene Pflanze gesprüht
Essig ist ein Allrounder im Garten - und vertreibt zum Beispiel Blattläuse und Ameisen
© Piyawat Nandeenopparit - Shutterstock

Doch Vorsicht: Auf die Dosierung kommt es an! Schließlich will man auf keinen Fall die Pflanze mit der Essigsäure verderben. Am besten testet man die Essig-Mischung an einer kleinen Stelle der Pflanze aus, bevor die ganze Pflanze damit besprüht wird.

Tipp: Auch gegen Ameisenstraßen auf der Terrasse hilft das Essig-Wasser-Gemisch. Werden die entsprechenden Stellen besprüht, werden sich die kleinen Insekten einen anderen Weg suchen. Der beißende Geruch stößt nämlich auf wenig Begeisterung.

Dem Pilzbefall Einhalt gebieten

Auch gegen Pilze wirkt Essig Wunder. Dazu wird ein Esslöffel Essig mit zwei Litern Wasser gemischt, in einen Drucksprüher gegeben und zweimal pro Woche auf die Pflanzen gesprüht. Nach einem Regenguss kann die Prozedur zusätzlich wiederholt werden. Der Essig verringert den pH-Wert, was die Pilzausbreitung hemmt.

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Essig gegen Unkraut nutzen? Bitte nicht!

So manche Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen handeln Essig als Geheimwaffe gegen Unkraut in den Pflasterritzen von Auffahrt und Terrasse.  Das natürliche Hausmittel wirkt effektiv gegen unerwünschtes Grün. Allerdings ist es lange nicht so sanft und umweltschonend, wie viele denken mögen.

Während Essig in der Küche eine umweltfreundliche Methode ist, um Maschinen und Flächen zu entkalken oder zu reinigen, gilt das für gepflasterte Flächen ganz und gar nicht. Das Verwenden von Essig zur Unkrautvernichtung ist dort verboten, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hinweist, und kann sogar mit dreistelligen Geldbußen bestraft werden.

Wer mit Essigsäure Unkraut vernichten will, sollte daher auf ein Herbizid auf Essigsäure-Basis aus dem Fachhandel zurückgreifen. Diese Präparate sind als Pflanzenschutzmittel zugelassen und haben eine Konzentration, um die optimale Wirkung bei gleichzeitig geringstmöglicher Schädigung der Umwelt zu gewährleisten.

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