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Düngen & Co. So wird Kaffeesatz zur natürlichen Geheimwaffe im Garten

Kaffeesatz im Garten zum Düngen
Kaffeesatz lässt sich vielseitig einsetzen - im Garten zum Beispiel als Dünger
© Monthira- Adobe Stock
Anstatt alten Kaffeesatz aus dem Filter direkt in den Müll zu befördern, tut man gut daran, sich dessen praktische Eigenschaften zunutze zu machen. Wer die Wirkweisen kennt, kann seine Vorteile daraus ziehen. Fünf Tipps, wie sich Kaffeesatz im Garten einsetzen lässt

Die Deutschen lieben ihren Kaffee! Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt im Durchschnitt bei rund 166 Litern. Damit ist Kaffee unangefochten das Lieblings-Heißgetränk Nummer Eins.

Beim Kaffeekochen fällt in den deutschen Küchen jedoch auch eine ganze Menge Kaffeesatz an. Dieser landet häufig im Müll, dabei enthält er jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Stickstoff, Phosphor, Gerbsäure und Antioxidantien – wichtige Nährstoffe, die sich kluge Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner zunutze machen können.

Man tut also gut daran, den Kaffeesatz zu verwerten, anstatt ihn wegzuwerfen. Denn auch unsere Pflanzen lieben Kaffee! Wir liefern Tipps für den umweltfreundlichen Einsatz im Garten:

Kaffeesatz als Düngemittel verwenden

Dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe lässt sich Kaffeesatz im Garten hervorragend als Düngemittel einsetzen und schützt die Pflanzen auch vor Krankheiten. Stickstoff sorgt für ein kräftiges Blattwachstum, Phosphor regt die Blütenbildung und die Fruchtreife an. Das im Kaffeesatz enthaltene Kalium fördert den Zellaufbau und die Stabilität der Pflanze.

Dazu wird der Kaffeesatz zunächst in einem Behälter gesammelt, der an einem luftigen und trockenen Platz steht. Im Idealfall hängt man ein feinmaschiges Sieb hinein, in dem der frische, noch feuchte Kaffeesatz schnell trocknen kann. So wird Schimmelbildung vermieden.

Danach wird der getrocknete Kaffeesatz in Beeten mit einer Harke einfach in den Boden im Wurzelbereich der Pflanzen eingearbeitet. Bei Kübelpflanzen wird die Blumenerde am besten vor dem Eintopfen mit ein bis zwei Löffeln Kaffeesatz vermischt, um die Erde anzureichern.

Tipp: Kaffeesatz hat, hervorgerufen durch die beim Röstvorgang entstehenden Huminsäuren, einen leicht sauren pH-Wert und reichert die Erde außerdem mit Humus an. Er eignet sich aus diesem Grund besonders gut zum Düngen von Pflanzen, die sich in einem sauren, humosen Boden wohlfühlen. Dazu zählen zum Beispiel Hortensien, Rhododendren, Tomaten und Blaubeeren.

Gießwasser mit Kaffeesatz anreichern

Sind die Böden im Garten sehr basisch und das Wasser kalkhaltig, können zwei Esslöffel Kaffeesatz im Gießwasser wie ein natürlicher Dünger wirken. Der im Wasser aufgelöste, leicht saure Kaffeesatz neutralisiert den pH-Wert des Bodens.

Achtung bei Zimmerpflanzen!

Für Zimmerpflanzen eignet sich das Düngen mit Kaffeesatz zwar nicht – das Pulver würde früher oder später anfangen zu schimmeln –, doch kalter Kaffee eignet sich ebenso. Im Verhältnis 1:1 mit Wasser gemischt, wirkt kalter Kaffee wahre Wunder. Einfach einmal die Woche eine halbe Tasse verdünnten Kaffee pro Pflanze zum Gießen verwenden. Nicht mehr – sonst ist die Gefahr groß, den Topfballen zu stark zu versauern und der Zimmerpflanze zu schaden.

Kaffeesatz zum Kompostieren nutzen

Auch auf dem Kompost vollbringt Kaffeesatz gute Dinge, denn seine Nährstoffe beschleunigen den Versauerungsprozess beim Kompostieren. Zusätzlich bietet Kaffeesatz Regenwürmern Nahrung, die den Kompost auflockern und damit für eine bessere Versorgung mit Sauerstoff sorgen.

Tipp: Damit sich kein Schimmel bildet, den Kaffeesatz am besten aus dem Kaffeefilter schütten und auf der Oberfläche des Komposts ausstreuen.

Mit Kaffeesatz gegen Schnecken, Ameisen und Blattläuse

Nicht jeder freut sich über gefräßigen Besuch – schon gar nicht im Blumen- oder Gemüsebeet! Kaffeesatz ist da eine hilfreiche Geheimwaffe, um das liebe Grün zu schützen. Der Geruch vertreibt nämlich Schädlinge aus Blumentöpfen und Beeten.

Schnecken beispielsweise mögen kein Koffein. Kaffeesatz eignet sich daher bestens als Sperrschicht im Beet. Bedecken Sie die Erde mit Kaffeesatz oder bauen sie einen kleinen Wall aus Kaffeesatz um das Beet, so bleiben die Schädlinge den Pflanzen fern. Dieser Trick funktioniert bei manchen Schneckenarten besser als bei anderen – einen Versuch wert ist es aber allemal. Weitere Tipps zur Schneckenabwehr liefern wir hier.

Sind die Blattläuse bereits eingefallen und machen sich auf den Stängeln und Blättern breit, hilft ein aus Kaffeesatz zubereiteter Sud bei der Bekämpfung. Dafür wird der Kaffeesatz nochmals mit heißem Wasser übergossen, der Sud auffangen, abgekühlt und anschließend mehrmals mit einer Sprühflasche auf die befallenen Pflanzenteile gesprüht. Weitere Tipps, um Blattläuse zu bekämpfen, liefern wir Ihnen in diesem Artikel.

Auch Ameisen sind in manchen Teilen des Gartens nicht gern gesehene Gäste. Zwar gehören sie eigentlich zu den Nützlingen, dennoch können die fleißigen Tierchen an einigen Stellen auf Dauer stören. Wer sie zum Umziehen bewegen möchte, streut mehrmals täglich etwas Kaffeesatz in die Nester und auf die Wege.

Wespen und Mücken mit Kaffeesatz fernhalten

Auch Wespen und Mücken hält alter Kaffeesatz auf Abstand. Wer im Sommer draußen ungestört essen möchte, stellt eine kleine, feuerfeste Schale mit etwas Kaffeesatz auf den Esstisch und zündet diesen an. Geruch und Rauch werden die Tiere verscheuchen.

Ein Sud aus Kaffeesatz wirkt ebenfalls gegen Trauermücken. Ein 1:1 mit Wasser verdünnter Kaffee wirkt gut gegen die Insekten, da das enthaltene Koffein für die im Topfballen lebenden Larven giftig ist. Auch vorbeugend eine gute Maßnahme!


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