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Schädlinge Zaubertränke für den Garten: Hilfe bei Blattläusen und Co.

Ein Obstbaum wird zum Schutz vor Schädlingen besprüht
Damit Sprühflaschen nicht verstopfen, sollten die Pflanzenteile der Jauche vor dem Einfüllen abgesiebt werden
© encierro - Shutterstock
Um ungebetenen Besuch von Gemüsepflanzen fernzuhalten, braucht es nur Pflanzenteile und Wasser! Selbstgemachte Kräuterjauchen oder -Kaltwasserauszüge sowie pflanzliche Tees und Brühen helfen gegen allerlei Ungeziefer. Im Gegensatz zu klassischen Düngejauchen müssen diese nicht so lange ziehen und sind daher schnell einsatzbereit. 15 Rezepte und Tipps

Inhaltsverzeichnis

Machen sich Larven, Läuse oder Schnecken an den liebevoll gepflegten Pflänzchen im Gemüsebeet zu schaffen, helfen natürliche Rohstoffe aus der Natur, um sie wieder zu vertreiben. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten hingegen immer nur die allerletzte Wahl sein.

Das Gute an den natürlichen Zaubertränken: Jauchen, Sude und Brühen schützen nicht nur vor Schadinsekten, sondern machen die Pflanzen auch widerstandsfähiger, bewahren das biologische Gleichgewicht und verbessern nachhaltig den Boden.

Was Sie vor dem Ansetzen von Jauchen beachten sollten:

  • Nutzen Sie zum Ansetzen von Jauche am besten abgestandenes Wasser oder Regenwasser.
  • Steht nur Leitungswasser zur Verfügung, sollte dieses zumindest ein paar Tage in der Sonne stehen, damit das enthaltene Chlor entweichen kann.
  • Zum Ansetzen der Pflanzenjauche eignen sich Kübel oder Fässer aus Plastik, Ton oder Holz. Metallgefäße sind nicht geeignet, da chemische Reaktionen den Gärungsprozess der Jauche stören könnten.
  • Das Gefäß für die Jauche nur zu drei Viertel füllen, da die Jauche stark schäumen kann.
  • Das Ansetzen von Jauche zur Schädlingsbekämpfung dauert nur zwei bis drei Tage.
  • Jauche wird meist verdünnt angewendet, da sie sonst aufgrund des hohen Nährstoffgehalts zu Verbrennungen an den Pflanzen führen kann.
  • Es ist empfehlenswert, Jauche früh morgens oder am Abend auszubringen. Nie bei direkter Sonneneinstrahlung!
  • Beim Besprühen der Pflanzen helfen spezielle Gartenspritzen, zum Beispiel der Handsprüher von NanoProtect oder der größere Drucksprüher von GLORIA.

Brennnesseljauche

  • hilft gegen: Spinnmilben, Blattläuse (mäßiger Befall)
  • Vorsicht bei: Kohlpflanzen - der Geruch lockt den Kohlweißling an
  • benötigt: 1 Kilogramm frische Brennnesseln, 10 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Brennnesseln kleinschneiden und in ein großes Gefäß geben. Dann Wasser hinzugeben und kräftig umrühren.  Anschließend das Gefäß luftundurchlässig abdecken und das Gemisch drei Tage ziehen lassen. Täglich die Jauche mit einem Stab umrühren. Dabei sollten alle Pflanzenteile mit Wasser bedeckt sein.

Wenn keine aufsteigenden Blasen mehr zu sehen sind, ist die Brennnesseljauche fertig. Verdünnt über befallene Pflanzen sprühen.

Tipp: Die Zugabe von Gesteinsmehl, Kompost oder Lehmerde bindet die streng riechenden Inhaltsstoffe, sodass die Geruchsentwicklung während der Gärung gemindert werden kann.

Brennnesseljauche zur biologischen Schädlingsbekämpfung im Garten
Brennnesseljauche dient nicht nur als Dünger, sondern stärkt die Pflanzen auch gegen Ungeziefer im Gemüsebeet
© IMAGO / Redeleit

Brennnessel-Kaltwasserauszug

Der Kaltwasserauszug unterscheidet sich von der klassischen Brennnesseljauche nur durch seine Ziehzeit. Im Gegensatz zur Jauche muss der Brennnessel-Kaltwasserauszug nur einen Tag lang ziehen und kann danach verwendet werden.

  • hilft gegen: Blattläuse, Lauchmotten
  • Vorsicht bei: Kohlpflanzen - der Geruch lockt den Kohlweißling an
  • benötigt: 1 Kilogramm frische Brennnesseln, 10 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Brennnesseln kleinschneiden und in ein großes Gefäß geben. Dann Wasser hinzugeben und kräftig umrühren.Anschließend das Gefäß luftundurchlässig abdecken und die Mischung 24 Stunden lang einweichen lassen. Dabei sollten alle Pflanzenteile mit Wasser bedeckt sein. Anschließend abseihen und auspressen.

Eichenblätter- und Eichenrindenjauche

  • hilft gegen: fast alle fressenden und saugenden Insekten
  • benötigt: 1 Kilogramm abgefallenes Herbstlaub der Eiche und Rindenstücke, 10 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Eichenlaub und Rindenstücke in 10 Litern Wasser drei Tage lang verjauchen lassen. Danach im Verhältnis 1:5 oder 1:10 verdünnt über Pflanzen und Schädlinge spritzen.

Tipp: Unverdünnt wirkt die Eichenblätterjauche gut, um Ameisen zu vertreiben.

Holunderblätterjauche

  • hilft gegen: Wühlmäuse
  • benötigt: 1 bis 1,5 Kilogramm grüne Holunderblätter, 10 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Die Holunderblätter mit dem Wasser aufsetzen und zwei bis drei Tage lang zur Jauche werden lassen. Täglich umrühren. Die fertige Jauche 5-fach verdünnen. Unverdünnt in die Gänge der Wühlmäuse gießen.

Tipp: Als Zusatz eignet sich die Holunderblätterjauche auch bei anderen Jauchen zur Schädlingsvertreibung.

Bio-Knoblauchtee

  • hilft gegen: Weiße Fliege
  • benötigt: 1 Bio-Knoblauchknolle, 1 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Die Bio-Knoblauchknolle klein hacken und in 1 Liter Wasser aufkochen. Die Flüssigkeit eine Stunde stehen lassen. Anschließend den fertigen Sud abseihen und mit einer Sprühflasche unverdünnt blattunterseits auf die befallenen Pflanzen sprühen oder gießen.

Knoblauch-Jauche

  • hilft gegen: Möhrenfliege, Erdbeer- und Spinnmilben
  • benötigt: 500 g zerkleinerte Knoblauch-Knollen, 10 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Die zerkleinerten Knoblauchknollen mit Wasser in einem großen Gefäß ansetzen und zugedeckt drei Tage lang verjauchen lassen. Täglich umrühren. Die fertige Jauche unverdünnt anwenden. Die Knoblauch-Jauche wirkt sowohl vorbeugend als auch bei akutem Befall.

Kohljauche

  • hilft gegen: Erdflöhe
  • benötigt: 1 Kilogramm Kohlblätter, 5 Liter Wasser
  • gut zu wissen: ideale Alternative zur Brennnesseljauche

So wird's gemacht:

Kohlblätter zerkleinern und mit dem Wasser in ein großes Gefäß geben. Abgedeckt stehen lassen und zur Jauche werden lassen. Nach drei Tagen kann die Jauche zu Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Gegen akuten Befall die fertige Jauche um die Pflanzen gießen.

Rainfarnjauche

  • hilft gegen: Erdflöhe, Ameisen, Blatt- und Wurzelläuse, Erdraupen und Insekten aller Art
  • benötigt: 3 Kilogramm frische Pflanzen, 10 Liter Wasser
  • Vorsicht: Rainfarn besitzt giftige Inhaltsstoffe, daher bitte mit Umsicht behandeln!

So wird's gemacht:

Rainfarn zerkleinern und mit Wasser zur Jauche ansetzen. Nach drei Tagen die fertige Jauche bei akutem Befall unverdünnt verwenden und zweimal wöchentlich Pflanzen besprühen.

Tipp: Weil die Blüte des Rainfarns die meisten Wirkstoffe enthält, greift man am besten auf blühenden Rainfarn zurück.

Rainfarntee

  • hilft gegen: Zwiebelfliege, Lauchmotte, Blattläuse, Wurzelläuse
  • benötigt: 30 g Rainfarn auf 1 Liter Wasser
  • Achtung: Rainfarn besitzt giftige Inhaltsstoffe, daher bitte mit Vorsicht behandeln!

So wird's gemacht:

Den Rainfarn im Wasser 24 Stunden lang einweichen lassen. Anschließend die Mischung eine halbe Stunde lang aufkochen und danach abkühlen lassen. Die Pflanzenteile absieben und danach die Pflanzen mit dem Rainfarntee besprühen oder gießen.

Tipp: Die Blüten des Rainfarns enthalten die meisten Wirkstoffe. Greifen Sie für die Zubereitung daher unbedingt auf blühenden Rainfarn zurück.

Rhabarberblätterbrühe

  • hilft gegen: Schwarze Bohnenlaus, Lauchmotte
  • benötigt: 500 g Blätter, 3 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Weichen Sie die zerkleinerten Rhabarberblätter für etwa 24 Stunden in Wasser ein. Anschließend die Mischung für eine halbe Stunde kochen lassen. Nach dem Abkühlen die Pflanzenreste aussieben und die Brühe unverdünnt und möglichst umgehend aussprühen oder gießen. Drei Mal wiederholen.

Tipp: Brühe nicht direkt vor der Ernte ausbringen und die Früchte, wenn möglich, beim Besprühen aussparen.

Rhabarberblätterjauche

  • hilft gegen: Läuse, Raupen, Larven verschiedener Schädlinge und Schnecken
  • benötigt: 500 g frische Rhabarberblätter, 3 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Aus 500 g Rhabarberblättern und drei Litern Wasser eine Jauche ansetzen. Ist die Jauche nach drei Tagen einsatzbereit, lassen sich damit - verdünnt im Verhältnis 1:5 - befallene Pflanzen überbrausen.
Bei Schnecken die Jauche unverdünnt zwischen die Reihen oder um die Pflanzen gießen. Die Jauche hinterlässt um die Pflanzen einen weißen schleimigen Belag, der wie ein Schutz wirkt, da ihn Schnecken meiden.

Unser Buchtipp zum Thema:

Die Mengenangaben und Tipps dieser Rezepte für Jauchen, Tees und Brühen haben wir dem Buch Wer knabbert da an meinem Gemüse? entnommen. Der Garten-Ratgeber stellt die gängigsten Gartenschädlinge in 40 ausführlichen Porträts vor und liefert allerlei Tipps und Ideen, um Läuse, Flöhe & Co. auf natürliche und umweltschonende Art zu vertreiben. Ein ganzes Kapitel ist außerdem der Spurensuche nach Schädlingen gewidmet: So finden Hobbygärtner mithilfe eines genauen Täterprofils heraus, wer im Gemüsebeet sein Unwesen treibt.

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Tomatentrieb-Jauche

  • hilft gegen: Kohlweißling-Falter
  • benötigt: 30 g frische Tomatentriebe, 2 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Die Tomatentriebe zerkleinern und in zwei Litern Wasser zur Jauche ansetzen. Das Gemisch abgedeckt zwei bis drei Tage stehen lassen und täglich umrühren. Zur Vertreibung des Kohlweißling-Falters im Juli und August zweimal wöchentlich über die Kohlpflanzen sprühen. Vor dem Sprühen die Jauche im Verhältnis 1:1 bis 1:5 verdünnen.

Tomatentrieb-Kaltwasserauszug

  • hilft gegen: Kohlweißlings-Falter
  • benötigt: 2 Handvoll Geiztriebe, 2 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Die Geiztriebe der Tomaten zerkleinern und in 2 Litern Wasser ansetzen. Abgedeckt die Mischung 24 Stunden lang ziehen lassen. Anschließend absieben und abpressen. Zur Schädlingsbekämpfung täglich unverdünnt über die Kohlpflanzen sprühen.

Wermutjauche

  • hilft gegen: Ameisen, Raupen, Läuse
  • benötigt: 300 g frisches Wermutkraut oder 30 g getrocknetes Kraut, 10 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Das Wermutkraut in einem großen Gefäß mit Wasser mischen und abgedeckt drei Tage lang verjauchen lassen. Anschließend wird die Wermutjauche unverdünnt um die Pflanzen oder Ameisenbehausungen, beispielsweise auf Rasenflächen, gegossen.

Zwiebelschalenjauche

  • hilft gegen: Möhrenfliegen
  • benötigt:  500 g Zwiebelschalen, 5 Liter Wasser

So wird's gemacht:

Zwiebelschalen klein hacken und in 5 Litern Wasser fünf bis sieben Tage lang stehen lassen. Anschließend die Flüssigkeit abseihen und im Verhältnis 1:10 oder 1:20 verdünnen. Dann in eine Sprühflasche geben und zwei Mal pro Woche die befallenen Pflanzen besprühen.

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