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Gartenarbeit Vor den ersten Knospen: Tipps für den Baumschnitt im Winter

Frau schneidet einen Baum im Winter
Kleinere Äste lassen sich am Baum gut mit der Astschere schneiden
© triocean - Adobe Stock
Das Schneiden von Bäumen stellt viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner vor Herausforderungen. Welche Äste werden geschnitten, wie weit sollte der Rückschnitt gehen und wann ist der richtige Zeitpunkt? Wir liefern Tipps

Im Winter gibt es im Garten deutlich weniger zu tun als im Rest des Jahres, die meisten sind darüber auch ganz froh. Schließlich präsentiert sich in der kalten Jahreszeit das Wetter selten besonders einladend, um für ein paar Stunden im Garten zu arbeiten. Wer jedoch Bäume im heimischen Grün sein eigen nennt, sollte sich schon vor dem Frühjahr mit der Pflege beschäftigen.

Während Frühjahrsblüher wie Forsythien oder Mandelbäumchen ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr bilden und ein Schnitt im Spätwinter ihnen die Blütenpracht nehmen würde, profitieren andere Baumarten von einem Schnitt im Winter. Bei Sommerblühern zeigt sich die Blüte am intensivsten an den Trieben, die im Frühjahr gewachsen sind. Sie schneidet man am besten im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr, um den Neuaustrieb zu fördern.

Kugelbäume, Stein-, Kern- und Beerenobst werden idealerweise im Spätwinter von Januar bis Anfang März geschnitten. Beim Beschneiden der Bäume im Winter sind die Äste besser sichtbar und die Bäume randvoll mit Reservestoffen. Aber Vorsicht: Bei starkem Frost sollten die Bäume in Ruhe lassen werden, um unnötige Schäden zu vermeiden. Wenn die Temperaturen draußen die Fünf-Grad-Marke überschreiten, ist der richtige Zeitpunkt gekommen.

Ein zu später Schnitt kann im Umkehrschluss dazu führen, dass der Baum nicht richtig austreibt und entsprechend weniger Früchte trägt. Pfirsich und Süßkirsche bilden hierbei eine Ausnahme, sie werden im Sommer direkt nach der Ernte geschnitten.

Äste sauber schneiden und Faulstellen vermeiden

Eine der wichtigsten Regeln lautet: Die Äste immer sauber am Stamm oder Seitentrieb abschneiden und keine Aststummel stehen lassen. Die so genannten Huthaken treiben nicht mehr aus, sondern sterben ab. Infolgedessen können Schaderreger eindringen und Fäulnis droht.

Wichtig ist auch, nicht zu zaghaft beim Schneiden vorzugehen: Besser nicht hier und da ein bisschen was wegnehmen, sondern ganze Astpartien herausnehmen. Denn je weniger Schnittstellen am Baum entstehen, desto weniger Wunden muss die Pflanze nach dem Baumschnitt verkraften.

Größere Äste werden auf den sogenannten Astring geschnitten, der mit seinem Teilungsgewebe für die Wundheilung sorgt und die Schnittfläche mit neuer Rinde verschließt. Dabei empfiehlt es sich, beim Schneiden schwerer Äste in Etappen zu arbeiten. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass schwere Äste beim Herunterfallen eine Rindenzunge vom Stamm abreißen.

Wunden werden heute nicht mehr mit Wundverschlussmittel bestrichen, so wie es früher üblich war. Mittlerweile ist bekant, dass die Feuchtigkeit unter der Schicht das Pilzwachstum fördern und so Obstbaumkrebs und andere Pflanzenkrankheiten entstehen können. Bei Wunden, die einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern haben, kann der äußere Rand mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden.

Krone des Baums auslichten

Die Form von Obstbäumen und vieler Zierbäume sollte an eine Pyramide erinnern: oben schmal und nach unten hin breiter. Fachleute sprechen von der so genannten "Pyramidalkronenform". So gelangt ausreichend Licht an die unteren Teile und die Früchte des Baums. Eine nicht zu dichte Krone und ein lockerer Aufbau reduzieren außerdem das Auftreten von Pilzerkrankungen an den Blättern.

Triebe, die nach innen und zu steil nach oben wachsen, die dick mit Moos bewachsen sind oder gar abgestorben, werden entfernt. Liegen Äste übereinander oder behindern sich, werden die überzähligen abgeschnitten. Auch stark nach unten hängende Äste werden herausgenommen. Sie werden ansonsten zu schwer und können die Früchte nicht mehr tragen. Oft ist es hilfreich, vor dem Baumschnitt die Äste, die am Baum verbleiben sollen, mit Bändern zu markieren.

Wohin am Ende mit dem Baumschnitt?

Je nach Größe und Anzahl der Bäume kommt beim Schneiden einiges zusammen. Ist die Arbeit getan, bleibt ein großer Berg an Ästen zurück. Das Grün sollten Hobbygärtnerinnen und Gärtner jedoch keinesfalls wegwerfen, Baumschnitt lässt sich vielfältig im Garten einsetzen!

Längere Äste können beispielsweise zu Rankhilfen und Stützen umfunktioniert oder als natürliche Beeteinfassung eingesetzt werden. Außerdem lässt sich Baumschnitt zum Befüllen eines Hochbeets verwenden oder in einer Benjeshecke kompostieren. Mit einem Gartenhäcksler können Sie das Schnittgut auch zerkleinern, um es zum Mulchen zu verwenden oder in den Komposter zu geben. So schließt sich der Kreislauf und es wird kein Grün unnötig verschenkt.


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