VG-Wort Pixel

Nachhaltiges Gärtnern Geheimwaffe Natron: So setzen Sie das Hausmittel im Garten ein

Natron im Garten auf einer kleinen Schaufel
Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten, Natron im Garten anzuwenden
© FotoHelin - Adobe Stock
Pflanzenschutzmittel und Insektizide füllen in Gartencentern ganze Regalwände. Doch die meisten sind überflüssig, teuer und noch dazu umweltschädlich. Eine ökologisch sinnvolle Alternative ist Natron. Fünf Tipps für die Anwendung im Garten

Unsere Großmütter kannten es noch, doch heutzutage ist es ganz schön aus der Mode gekommen: Natron. Dabei ist Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) im Haushalt ein echtes Multitalent - und noch dazu preiswert und äußerst nützlich. Das weiße Pulver ist nicht nur ein guter Reiniger und Neutralisierer von Gerüchen, sondern hilft auch beim Kochen und Backen. Im Supermarktregal findet man Natron meist unter den Bezeichnungen Kaiser-Natron, Backsoda oder Speisesoda.

Auch im Garten entfaltet Natron eine große Wirkung – vorausgesetzt man weiß, wie das Hausmittel richtig einzusetzen ist. Wird Natron mit Wasser vermischt, kommt es zur Freisetzung von Kohlendioxid. Dies können sich Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner bei der Gartenarbeit zunutze machen.

Doch Vorsicht: Für den großflächigen Einsatz im Garten sollte nicht zum so genannten Waschsoda gegriffen werden, was ebenfalls im regulären Handel erhältlich ist. Bei Waschsoda handelt es sich nämlich um Natriumcarbonat und damit um eine Lauge. An Pflanzen, in Beeten und auf Rasenflächen wirkt Waschsoda wie ein Vernichter.

Natron wirkt gegen Mehltau und Graufäule

Als natürliches Fungizid lässt sich Natron bei der Behandlung von Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Graufäule einsetzen. Da sich solche Pilzkrankheiten unter günstigen Bedingungen schnell ausbreiten und auf weitere Pflanzen übergreifen, müssen sie möglichst rasch und umweltverträglich gestoppt werden.

Je nach Stärke des Befalls werden dazu zwei bis fünf Esslöffel Natron in einem halben Liter Wasser aufgelöst und in eine Sprühflasche gefüllt. Anschließend wird das Natron-Wasser-Gemisch mehrmals täglich auf die erkrankten Pflanzenteile gesprüht, bis der Befall zurückgegangen ist. Stark befallene Pflanzenteile werden vor der Behandlung am besten großzügig entfernt.

Natron vertreibt Blattläuse

Wohl jede und jeder kennt es: Kaum treibt das erste zarte Grün der liebevoll gepflegten Gemüsepflänzchen aus, sind gefräßige Blattläuse zur Stelle. Mit traumwandlerischer Sicherheit finden die kleinen Tiere ihren Weg zum frischen Grün und saugen den zuckerhaltigen Saft durch ihre Stechrüssel auf.

Um Blattläuse loszuwerden, ist der Einsatz von Natron eine ökologisch verträgliche Möglichkeit. Dazu werden zwei Esslöffel Natron in einem Liter Wasser aufgelöst, in eine Sprühflasche gefüllt und anschließend großzügig auf befallene Pflanzen aufgetragen. Dabei die Blattunterseiten nicht vergessen! An nassen Tagen kann etwas Speiseöl zur Mischung hinzugefügt werden, dies erhöht die Haftfestigkeit.

Natron hilft gegen Unkraut

Natron ist auch ein probates und vollkommen natürliches Hausmittel, um Unkraut zu bekämpfen. Sicher - streng genommen gibt es Unkraut nicht. Dabei handelt es sich schlicht um (Wild)pflanzen, die aus Sicht eines Gärtners oder eine Gärtnerin an einer Stelle wachsen, wo sie nicht hingehören.

Doch wer seinen Garten mit Hingabe hegt und pflegt, dem sind Unkräuter in Fugen oder in fein säuberlich angelegten Gemüse- und Staudenbeeten ein Graus.

Auf Unkraut ausgestreutes Natronpulver hat eine vernichtende Wirkung, bei hartnäckigen Fällen muss die Behandlung gegebenenfalls wiederholt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Anwendung mit einem Natron-Wasser-Gemisch. Dazu einen Esslöffel Natron in einem Liter Wasser zum Kochen bringen, abkühlen lassen und die Lösung in eine Sprühflasche füllen.

Das Unkraut sollte mehrmals gründlich mit der Lösung besprüht werden. Das Mittel kann auch bei Beetpflanzen verwendet werden, jedoch sollte beim Sprühen ein Abstand von zehn Zentimetern zu Nutzpflanzen eingehalten werden.

Natron entfernt Grünbelag

Mit Algen und Moos bewachsene Mauer- und Pflastersteine sind ein unansehnlicher Anblick, noch dazu verwandeln sich mit Grünbelag bedeckte Gartenwege bei Nässe in gefährliche Rutschflächen.

Zum Entfernen von Grünbelag wird Natron mit kochendem Wasser vermischt. Je nach Größe der betroffenen Fläche sind dazu mehrere Liter Wasser nötig. Als Faustregel für die Mischung gilt: 2 Esslöffel Natron je 1 Liter Wasser.

Die Natron-Wasser-Mischung wird großzügig auf die betroffenen Bereiche aufgetragen. Die Flüssigkeit sollte über Nacht einwirken und am nächsten Tag gründlich abgebürstet werden. Danach mit klarem Wasser nachspülen.

Vorsicht bei edlen Oberflächen wie poliertem Granit: Hier besser vorab an einer kleinen Stelle eine Probe machen und erst danach großflächig auftragen.

Natron erhöht den pH-Wert im Boden

Natron besitzt eine weitere Eigenschaft, die sich Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner im heimischen Grün zunutze machen können: Trifft Natriumhydrogencarbonat auf einen sauren Boden, verändert sich dessen pH-Wert. Der Grund: Natron neutralisiert Säureund Stärke.

Wenn im Beet Pflanzen wachsen, die für gesundes Wachstum ein alkalisches Substrat benötigen – zum Beispiel Begonien oder Geranien – dann kann eine gezielte Natronzugabe sinnvoll sein. Dazu kann einfach dem Gießwasser Natron hinzugefügt werden, anschließend die Pflanzen wie gewohnt bewässern.

Schnelltest über den pH-Wert mithilfe von Natron

Wer nicht sicher ist, ob der Boden an einer bestimmten Stelle zu sauer ist, kann mit Natron einen einfachen pH-Test durchführen. Dazu wird die entsprechende Stelle mäßig gewässert und anschließend mit Natronpulver bestreut. Wenn sich kleine Bläschen zeigen, reagiert die im Boden enthaltene Säure mit dem Natron – ein Hinweis, dass der Boden sauer ist und der pH-Wert unter 5 liegt.

Passiert hingegen nichts, kann davon ausgegangen werden, dass der Boden an der behandelten Stelle nicht sauer beschaffen ist und der pH-Wert über 5 liegt.

Tipp: Soll auf größeren Flächen der pH-Wert erhöht werden, bietet sich der kostengünstigere Kalk an.


Mehr zum Thema