1. Platz Kategorie Reiseveranstalter: Ameropa

„Bahn-Wandern“ heißt das Kombi-Programm von Ameropa, bei dem Reisende zu Fuß und im Zug ein Land erkunden

Damit schon der Weg ein Ziel und keine Durststrecke ist, führen diese Wanderreisen per Bahn durch traumhaft schöne Landschaften. An den Zielorten geht’s dann zu Fuß durch Gebirge, Flusstäler oder Wälder. Das Programm von Ameropa verknüpft reizvolle Wander- mit Bahnstrecken in Europa. Die Reisenden erleben das Urlaubsland so aus zwei Perspektiven und in zwei Geschwindigkeiten, und sie überbrücken größere Entfernungen. In Schottland etwa fahren und wandern sie von den Inseln bis ins Hochland mit seinen sagenhaften Wasserfällen. Ähnliche Touren lassen sich in Norwegen, der Schweiz oder auf Korsika buchen. Die Planer haben viel Wert auf individuellen Zuschnitt und flexible Kombinationsmöglichkeiten gelegt. Die Wandertrails sind ebenso sorgfältig ausgewählt wie der Panorama-Wert der Bahnstrecken, befand die Jury. Und: Mit der Bahn hat der ökologische
Fußabdruck, den die Reisenden hinterlassen, eine sehr überschaubare Größe. (57 Punkte)

2. Platz Kategorie Reiseveranstalter: Gebeco

Seide, Gewürze, Tee: „Gebeco“ führt auf „Legendäre Handelswege“

Auf ihnen kamen einst Waren und Menschen, aber auch Ideen und Neuerungen um die Welt: Seit der Antike verbinden die alten Handelsstraßen Kulturen und Erdteile. Diese historischen Wege beschreiten die Teilnehmer
der Themenreisen, die der Studienreiseveranstalter „Gebeco“ jetzt anbietet. Neben der legendären Seidenstraße (Bild), die ein Netz von Handelsrouten war, entdecken Besucher die Vía de la Plata, die Silberstraße in Spanien, oder auch Stätten der Hanse an der Ostsee. Was die Jury besonders überzeugte: Nicht nur die Schauplätze liefern den roten Faden, auch Reiseleiter und Informationen, die der Veranstalter seinen Gästen an die Hand gibt, sind komplett in das Konzept integriert. (56 Punkte)

Ebenfalls 2. Platz Kategorie Reiseveranstalter: Thomas Cook

Thomas Cook gibt in seinen Vertragshotels Gästen, die sich beschweren, ein „24-Stunden-Zufriedenheitsversprechen“

Zufriedene Kunden kommen wieder – unzufriedene hingegen machen ihrem Ärger gern mal in sozialen Medien Luft. Niemand weiß das besser als Reiseveranstalter. Die Thomas Cook GmbH hat seit 2016 mit einem 24-Stunden-Versprechen die Kundenzufriedenheit in rund 1500 ihrer beliebtesten Nah- und Mittelstreckenhotels deutlich steigern können. Das Konzept: Sollte das Urlaubserlebnis im Hotel nicht der Ausschreibung im Katalog entsprechen, verpflichtet sich Thomas Cook, innerhalb von 24 Stunden Abhilfe zu schaffen. Gelingt das nicht, bekommt der Kunde Reisegutscheine (25 Prozent des Reisepreises) oder kann bei voller Erstattung nach Hause fliegen. Keine wolkige Unverbindlichkeit, urteilte die Jury, sondern eine handfeste Garantie und ein Mehrwert für den Kunden. (56 Punkte)

1. Platz Kategorie Destinationen: Beach Explorer

Eine App der Schutzstation Wattenmeer erkennt und erklärt Fundstücke aus dem Meer

Was hat mir die Nordsee da gerade vor die Füße gespült? Krabbe oder Spinne? Ein wertvolles Fundstück oder nicht weiter interessant? Solche Fragen stellen sich Strandspaziergänger oft. An der Nordsee hilft diese App: Mit dem „Beach Explorer“ der Schutzstation Wattenmeer kann man seinen Fund (Tiere, Steine, Gegenstände) per Smartphone fotografieren, auf ein Portal hochladen und identifizieren. Der User erfährt, ob er eine Entdeckung gemacht hat und trägt zur wachsenden Datenbank bei. Ende 2016 hatten rund 900 User 15 000 Funde gemeldet – sogar fünf Arten konnten damit in Deutschland erstmals nachgewiesen werden. Die Jury lobte das Programm, das vom Bundesamt für Naturschutz mitfinanziert wurde, weil es Naturschutz, Wissen und Erholung spielerisch verknüpft. (73 Punkte)

2. Platz Kategorie Destinationen: Tourismus Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat den „Schlafstrandkorb“ erfunden – eine Koje gleich am Meer

Direkt am Strand schlafen: das möchte so gut wie jeder. Und da der Strandkorb der Inbegriff von Gemütlichkeit ist, seit 1910 fast unverändert, gibt es nun diese sturmfreie Bude: Die Tourismus Agentur Schleswig-Holstein hat das Erfolgsmodell revolutioniert – als wetterfesten Schlafstrandkorb. Die Neuentwicklung war von Beginn an ein Renner: Kurz nach Einführung im Juni 2016 lag die Auslastung bei 90 Prozent. Die Jury fand das Himmelbett mit Meerblick preiswürdig. (70 Punkte)

3. Platz Kategorie Destinationen: Schweiz Tourismus

#Skifreizeit: Unter diesem Hashtag schafft es Schweiz Tourismus, Schüler wieder für Wintersport zu begeistern

Immer weniger Schulklassen gehen auf die Skipisten. Damit wollte sich „Schweiz Tourismus“ nicht abfinden und stellte die Frage: Wie können wir die Skifreizeit neu beleben? Ergebnis: Die Marketing- und Medien-Initiative
„Winter macht Schule“. Lehrer und Erzieher in Deutschland können etwa über die Website www.gosnow.ch Wintercamps vorbereiten, organisieren und buchen (zu bezahlbaren Preisen). Als Zusatzanreiz starteten die Eidgenossen einen Kreativ-Wettbewerb für Schulklassen. Zu den Siegern zählte eine Ulmer Schule (Bild. am Münster). Ihr Preis: ein Skiurlaub. Die Jury war angetan vom Zusammenwirken vieler Partner und vom Nutzen für wintersportbegeisterte Jugendliche. (68 Punkte)

1. Platz Kategorie Verantwortung: "Travel to Nature"

Bäume setzen. Daraus ein Hotel bauen. Einheimische Bauern beteiligen. Eine Schule fördern. „La Tigra“ in Costa Rica – die etwas andere Lodge

Heute gilt das kleine Costa Rica als Modell und Vorreiter im Öko-Tourismus. Dazu beigetragen hat, dass die Waldfläche seit Ende der 1980er-Jahre von 20 auf heute rund 50 Prozent angewachsen ist. Viele neue Waldgebiete entstanden durch kleinere, private Initiativen – eine davon ist die „La Tigra Rainforest Lodge“ bei La Fortuna, im Norden Costa Ricas. Rainer Stoll, Inhaber von „Travel to Nature“, fing dort mit Partnern vor rund 15 Jahren an, Wald anzupflanzen. Aus den schnell wachsenden Tropenhölzern bauten sie eine Lodge, die mittlerweile schon wieder von einem grünen Walddach überwuchert ist. Alles ohne öffentliches Geld. Einheimische Arbeiter ließen sich ihre Löhne zum Teil in Anteilen auszahlen, sodass die Lodge heute sechs Besitzer hat. Eine Schule in der Nachbarschaft wird gefördert, Lodge-Gäste helfen beim Pflanzen, Praktikanten haben einen Garten für Bio-Gemüse angelegt. Die Jury zeigte sich beeindruckt, vom langen Atem der Initiatoren und von der nicht nur ökologischen, sondern vor allem auch sozialen Effizienz des Projekts. (68 Punkte)

2. Platz Kategorie Verantwortung: Studiosus

Ernste Vorwürfe gegen Resorts auf Sri Lanka bringen Studiosus dazu, vor Ort aktiv zu werden

2015 sah sich Studiosus durch einen Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker mit dem Vorwurf konfrontiert, in Sri Lanka hätte ein Resort, mit dem der Veranstalter kooperiert, Fischern den Zugang zum Strand gesperrt und die Bevölkerung von Arbeitsplätzen ausgeschlossen. Studiosus initiierte darauf hin das „Forum der Bereisten“ auf der Insel, sprach mit den Beteiligten. Resultat: Der Fischer-Vorwurf stellte sich als unbegründet heraus. In dem Resort wurden Beschäftigungsverhältnisse und Ausbildung überprüft. Nach positivem Ergebnis arbeitet Studiosus wieder mit dem Hotel zusammen. Die Jury zollte der Initiative Respekt für Offenheit und Kommunikation auf Augenhöhe mit den Einheimischen. (67 Punkte)

3. Platz Kategorie Verantwortung: Creativhotel Luise

Das „nachwachsende Hotelzimmer“ im „Creativhotel Luise“

Zahlen, die Eindruck machen: Pro Gast 36 Prozent weniger Wasser, 47 Prozent weniger Endenergie, 90 Prozent weniger Abfall. Das Creativhotel Luise in Erlangen ist sehr konsequent in seinem Öko- und Klima-Engagement. 2015 wurde es zum ersten klimapositiven Hotel in Europa zertifiziert; erreicht durch Aufforstungen (in Panama) und einen 1500 Quadratmeter großen Biotopgarten – größer als die Nutz- und Wohnflächen des Hotels. Der junge Manager Ben Förtsch hat die Leitung des Familienhotels von seinem Vater übernommen, der in den 1990er-Jahren noch als „grüner Spinner“ verspottet wurde. (64 Punkte)

1. Platz Kategorie Hotels: Dream Cheaper

Man bucht ein Hotel – prompt wird das Zimmer bis zum Reisebeginn billiger. Mit Dream Cheaper kann einem das egal sein

Hotelpreise sind keine festen Größen mehr: sie schwanken beträchtlich, werden permanent zwischen Verfügbarkeit und Nachfrage angepasst. Im Schnitt vergehen zwischen der Buchung eines Zimmers und dem Check-in rund 90 Tage. In dieser Phase hätte man es als Kunde vielleicht auch billiger bekommen können. Das kann man nun, mit dem Berliner Start-up „Dream Cheaper“. Egal, wo man bucht, im Hotel, auf einer Online-Plattform, im Reisebüro – man schickt seine Buchungsbestätigung an Dream Cheaper, und ein Algorithmus erledigt die weitere Arbeit (einzige Voraussetzung: die Buchung muss kostenlos stornierbar sein). Fällt der Preis oder gibt es zum selben Tarif ein besseres Zimmer oder bietet eine andere Plattform das Zimmer günstiger an, informiert Dream Cheaper den Kunden und erledigt die Umbuchung auf Wunsch gleich mit. Vom eingesparten Preis kassieren die schlauen Helfer 20 Prozent. Erfolg seit dem Start 2015 bis heute: Im Schnitt reichen die User Buchungen im Wert von 500 Euro ein und sparen 15 Prozent. Urteil der Jury: sehr kundenfreundlich. (72 Punkte)

1. Platz Kategorie Luftfahrt: Icelandair

Stopover in Island – die unterhaltsamste Version: Beim „Buddy-Programm“ werden Mitarbeiter von Icelandair zu Reiseführern

Wer direkt über den Atlantik fliegt, verpasst womöglich ein besonderes Erlebnis: einen Stopover in Island. Damit ist nicht gemeint, ein paar Stunden am Flughafen totzuschlagen. Sondern etwa die Kapitänin der Frauenfußball-Nationalmannschaft kennenzulernen. Ein Konzert von „Of Monsters and Men“ zu erleben; im heißen Wasser eines Hotspots Geburtstag, auf dem Vulkan Hochzeitstag oder einfach nur die Reise zu feiern. Dazu hat Icelandair seine Mitarbeiter mobilisiert; die meisten sind auf der Vulkaninsel bestens vernetzt, verwandt, befreundet. Für Fluggäste, die auf dem Weg von oder nach Nordamerika hier einen bis sieben Tage Aufenthalt haben, verwandeln sie sich auf Anfrage in „Celebration Stopover Buddies“, organisieren Events, begleiten zu Wunschzielen, öffnen Türen. Die Jury lobt eine einmalige und sehr individuelle Marketingidee und vergab für das Konzept eine der höchsten Wertungen. (72 Punkte)

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