Trattoria Traversi

Reisetipp

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Trattoria Traversi

Trattoria Traversi: 4 Sterne bei 1 Bewertung
Gästezimmer und Trattoria

Ein ganz persönlicher Geheimtipp meinerseits:

Der Familienbetrieb wird geführt von Osvaldo und Tiziana Traversi und einer Vielzahl weiterer Familienmitglieder. Es gibt eine einfache, doch sehr schmackhafte Küche, ganz hausgemacht italienisch, mit Vorspeise, Hauptgericht, Salat und bspw. Käseplatte zum Abschluss. Dazu ein sehr gut verträglicher roter Landwein oder ähnliches.

Zudem bietet die Familie Traversi vier oder fünf einfache aber sehr angenehme und saubere Gästezimmer in einem vor wenigen Jahren frisch renovierten Steinhaus gegenüber der Trattoria an.

Osvaldo spricht italienisch und englisch. Der Rest der Familie ist italienischsprachig.

Osvaldo ist sehr interessiert an seinen Gästen und plaudert gerne über die Geschichte der Umgebung, über die Sehenswürdigkeiten und Gott und die Welt. Er hat Geologie studiert.

Wir haben uns dort immer sehr sehr wohl gefühlt, wirklich wie bei Freunden!

Das erlebten unsere Mitglieder

  • Trattoria Traversi: Bewertet mit 4 Sternen
    anmasijo 30.04.08

    Berbenno di Valtellina

    Berbenno ist ein sehr typisches Bergdorf mit alten Steinhäusern, verwinkelt und ein klein wenig verschlafen... Es gibt einen alten Ortsteil, in dem wahrlich sehr interessante Steinhäuser zu bewundern sind, die seit gut 1000 Jahren bewohnt und immer wieder um- und angebaut wurden.

    Die Hauptstadt dieser Provinz ist Sondrio. Man kann dort und in den Supermärkten an der Straße gut einkaufen. Sondrio verfügt auch über einen kleinen Sportflugplatz, der mit Segel- und Sport-Motorflugzeugen anfliegbar ist. Die Hartpiste hat Ost-West-Ausrichtung. Internet: http://www.aeroclubdisondrio.org/

    Im Tal fließt der Fluss Adda Richtung Osten zum Comer See. Ausflugsziele sind neben dem See und seinen malerischen Ortschaften natürlich all die herrlich untouristischen Bergregionen, wo noch überall alte Sommeralmen der Ziegen und Kuhhirten zu finden sind, rauschende Gebirgsbäche und etliche gute Wanderwege.

    Ca. 30 Kilometer östlich liegt die Stadt Tirano, von wo aus die Rhätische Bahn – genauer: der Bernina-Express – über das Bernina-Massiv nach St. Moritz fährt. Eine Zugfahrt hinauf zum Bernina-Pass oder eine Station tiefer, Alp Grüm, ist bei schönem Wetter ein sehr eindrückliches Erlebnis, das noch durch eine Wanderung – zum Beispiel zurück zum nächsten talseitigen Bahnhof (»Stazione di Cavaglia«) – intensiviert werden kann. Dies ist durchaus auch mit kleinen Kindern (ab 4 Jahren) machbar, wenn man genug Zeit einplant.
    Internet: http://www.rhb.ch/Bernina-Express.33.0.html
    Oder in GoogleMaps »Alp Grüm« eingeben...

    Von Berbenno aus selbst mit dem Fahrrad gut, wenn auch unter Aufbringung einiger Energiereserven, zu erreichen ist das »Val Masino«, ein Hochtal ca. 5 Kilometer Luftlinie westlich. Vom Talgrund im Örtchen Masino steigt (zunächst in Serpentinen, später den Berghang entlang) eine lang gezogene aber gut ausgebaute und doch recht wenig befahrene Straße auf ca. 12 Kilometer Länge auf 1200 Meter Höhe. Es gibt keine starken Steigungen und keine Steigungswechsel. Man durchquert dabei zwei kleine Ortschaften, Cataeggio (wo die Straße kurz ein bisschen steiler wird) und später San Martino, einem echten Bergwandererdorf mit einem Hauch von »touristischem Flair«. Die meisten Wanderer sind allerdings Italiener (von der Sorte »drahtige Bergziege«, so richtig zähe Mädels und Burschen).

    Zwischen diesen beiden Dörfern liegen am Straßenrand übrigens noch ein paar Granit-Findlinge – von der Dimension eines vierstöckigen Hauses etwa... Diese werden eifrig von Free Climbern genutzt und bieten unterschiedlichste Touren an, schätzungsweise zwischen Grad 6 und 8.

    Von San Martino an führt die Straße in vielen kleinen Serpentinen weiter einen Taleinschnitt hinauf bis zu einer ehemaligen Thermalbad-Anlage, den »Bagni di Masino«. Vor einigen Jahren wurden die recht romantisch zwischen Kieferwäldern gelegenen Natursteingebäude restauriert und man wollte wohl den Badebetrieb wieder aufnehmen, doch bis 2006 war davon noch nichts zu bemerken.

    Schöner als die Thermen ist jedoch das oberhalb anschließende Flusstal mit großen Wiesen und zwei sich von den nahen Berggipfeln herabwindenden Flüsschen, die durch unzählige Granit- und Gneisblöcke bergab schäumen. Mit Kindern lässt sich hier völlig problemlos – selbst bei etwas trübem Wetter – ein ganzer Tag verbringen (wenn man genug Vesper eingepackt hat – eine Grillstelle ist übrigens auch dort).

    Es führt von hier an auch ein Wanderweg hinauf zu den Berggraten, die hier im 2.500 Meter-Bereich liegen, den man als einigermaßen geübter Wanderer ein paar Stunden lang nach oben verfolgen kann, um dann wieder zurückzukehren. Man durchquert dabei eine sehr ursprüngliche, durch die sich bietenden Ausblicke und die Natürlichkeit sehr eindrückliche Landschaft, bis hinauf zu den Schneefeldern, die auch im Sommer noch erfrischende Kühle spenden. Eigentlich ist dieser Abschnitt aber nur ein kleiner Teil eines langen, anspruchsvollen Höhenwanderweges, des »Sentiero Lombardia«, der sich zwischen Comer See und Bernina-Gruppe erstreckt.

    Überhaupt lohnt es sich, von Berbenno oder anderen dieser Bergdörfer aus, einfach auf Entdeckungstour die Berghänge hinauf zu fahren. Es gibt viele Ortschaften, von denen aus schmale, manchmal etwas abenteuerliche Straßen die Hänge hinauf führen zu den früheren Sommeralmen der Bergbauern. Auf etwas ebenen, gerodeten Schultern des Hanges stehen dann die Steinhäuser, in denen früher die Hirten den Sommer verbrachten, weiter die Berge hinauf gelangt man dann zu sehr sehr ursprünglichen Almen mit teilweise winzigen Steinhäusern und zahlreichen Ziegen- und Kuhställen. Die Murmeltiere betrachten neugierig die heutzutage seltenen Besucher und mit etwas Glück und einem guten Fernglas erspäht man Gämsen, Steinböcke und Steinadler. Das ist für uns Flachland-Stadtmenschen ein wirklich beeindruckendes Naturerlebnis! Ich möchte zu gerne mal dort oben auch ein paar Nächte verbringen...

    Die alten Häuser auf halber Hanghöhe werden in den letzten Jahren gerne von den Städtern aus Mailand, Bergamo usw. gekauft, teilweise sehr liebevoll hergerichtet und erfreuen sich alsdann ihrer Funktion als Sommerfrische für die hitzegeplagten Bewohner der Ebene. Man wünschte sich manches Mal ein wenig zusätzliches Kleingeld...

    Fazit: Das eigentliche Objekt meines Tipps, nämlich die Trattoria Traversi, liegt inmitten einer Landschaft, die sehr sehr viel Raum für Entdeckungen bietet. Weitere Stichworte seien: Chiavenna, Lago di Como, Città di Como, Mailand, Bergamo... alles Punkte, die mit Tagestouren per Auto erreichbar sind und für jeden Geschmack etwas bieten und genügend Abwechslung versprechen.
    Einziger Nachteil vielleicht: man muss das Auto zu Hilfe nehmen, um die verschiedenen Points of Interest zu erreichen.
    Ansonsten bin ich für meinen Teil sehr verliebt in diese Region und mag auch die Menschen, die durch dieses manchmal raue Klima geprägt wurden. Osvaldo liebt es, seinem Gast die Geschichte – nein: die netten kleinen Besonderheiten – seiner Heimat zu erzählen, wenn Zeit und Neugier zusammen kommen.

    Hinfahren. Ausprobieren!

    Bilder von anmasijo zu Trattoria Traversi

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Trattoria Traversi 4.00 1

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