RUMÄNIEN - "Die Klöster in der Bukowina" - Teil II

Reisebericht

RUMÄNIEN - "Die Klöster in der Bukowina" - Teil II

Reisebericht: RUMÄNIEN - "Die Klöster in der Bukowina" - Teil II

Rumänien, das Land „da hinten“ in den Karpaten, welches über Jahrhunderte unter den Auflagen und Tributen der osmanischen Sultane ein schweres Los zu tragen hatte, wurde immer wieder in seinem Bestreben zur Einheit „zerrissen“ und hatten Generationen von Fürsten um die Regentschaft gekämpft.
Über die Jahre hinweg oft „Spielball“ der großen Kaiserreiche von Frankreich, Deutschland, Österreich und Russland gelang es jedoch letztendlich, das Land unter Führung eines 1866 ins Land gerufenen fremden Prinzen ( Karl von Hohenzollern – Sigmaringen ) in eine bessere Zukunft zu führen.
Unter seinen Nachfolgern wurde Rumänien am 1. Dezember 1918 endlich vereinigt. Diesem Ereignis wird jährlich am Nationalfeiertag gedacht.
Nach Ende der Kriegswirren des 20. Jht. und der Überwindung einer politischen Diktatur führte der Weg Rumäniens 1989 in eine freie Demokratie, zuletzt bis in die EU (2007).

Seite 1 von 2

Hinweis des Autors

Bei den in diesem Bericht sehr oft dargestellten Fresken, Bilder, mit Goldfäden gestickte Ikonostasen, Grabtücher usw...handelt es sich um Exponate, welche zu den bedeutendsten in der Welt gezählt werden und deshalb alle in die Liste der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen wurden. Die als echte Raritäten nur äußerst selten gezeigten Exponate, sind von unschätzbarem, kulturhistorischen Wert und wurde deshalb besonders darauf eingegangen.

Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich von mir in ein Land "entführen", in dem sehr viele Menschen glücklich leben, alles noch ohne Streß verläuft, wo die Pferdewagen noch vor den Autos kommen und wo sich die Kulturdenkmäler, heute längst als Weltkulturerbe eingetragen, wie an einer "Perlenkette" reihen. Alles in allem gesehen könnte uns dieser Spruch durch die .... "Klöster in der Bukowina" führen:

„Das Leben wird nicht gemessen
an der Zahl unserer Atemzüge,
sondern an den Orten und Momenten,
die uns den Atem rauben“
(anonym)
... gute Unterhaltung; reisefreudig-





... viele Menschen sind hier glücklich......



Radauti – Putna – Marginea – Sucevita – Moldovita – Radauti 152 km

Nach einem guten Frühstück verließen wir um 07.30 Uhr das Hotel. Obwohl die Sonne schien, war es kühl bei 10 Grad.

Wir waren in der Region Moldau angelangt, um die bekanntesten Klosterkirchen Rumäniens, die Moldau-Klöster zu besuchen. Die rumänisch-orthodoxen Klöster liegen in der südlichen Bukowina und wurden im damaligen Fürstentum Moldau von Stefan dem Großen (1457-1504), sowie seinen Söhnen und Nachfolgern Bogdan III. und Petru Rares im 15. und 16. Jh. rund um den Amtssitz Suceava gestiftet. Meist als Dank zu siegreichen Schlachten wurden nachfolgend Klöster gegründet.
Die Siege von Stefan dem Großen über Ungarn, Polen und den Türken führten zur Stiftung von über 40 Kirchen und zur größten Ausdehnung des Fürstentums Moldau im heutigen Rumänien, Moldawien und der Ukraine.
Die richtige Wahl des Standortes wurde dem Schicksal überlassen. Von den Herrschern wurden drei Pfeile abgeschossen. Wo der erste Pfeil landete, wurde ein Brunnen gegraben, beim zweiten der Altar und beim dritten der Glockenturm erbaut.



3 Pfeile - Brunnen, Altar u Glockenturm -



Die Fresken als Weltkulturerbe

Diese Fresken machen die Moldau-Klöster so wertvoll und einmalig, dass sieben von ihnen (Arbore, Humor, Moldovita, Patrauti, Probota, Sfantul Gheorghe, Voronet) im Jahr 1993 und Sucevita 2010 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurden.
Die schönsten Beispiele dieser Außenmalereien finden sich in SUCEVITA, Moldovita, Arbore und VORONET.



2010 wurden diese Fresken....



Wir erreichen Putna

... in den Dörfern....

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Als Königin der Moldauklöster gilt jedoch das schlichtere, in einem Karpatental errichtete Kloster Putna, in dem Stefan der Große seit 1504 auch begraben liegt.

Alle diese Klöster wurden von uns nach und nach besichtigt und werden nun im Ablauf im vorliegenden Bericht dargestellt.
Unsere Tour, „Im Ring der Klöster“ führte zuerst nach Putna zu dem versteckt in einem Tal am Ende einer Sackgasse gelegenen Kloster nahe der ukrainischen Grenze. w
Den ersten Fotostopp bescherte uns eine herrlich blühende Kirschbaum-Allee nahe Radauti.
An der Straße lagen kleine Dörfer mit alten und neuen Häusern, Gärtchen, Kirschbäumen und neu restaurierten Kirchen.



..zur richtigen Zeit, am richtigen Ort...



..lauft Pferdchen, lauft...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Auf den Straßenlampen thronten Storchennester, alle besetzt, wir überholten einige Pferdewagen, natürlich wieder mal Fotos....Wir durchfuhren eine Ebene mit Feldern aus blühendem Löwenzahn.



"Nur nicht das eigene Nest beschmutzen"!



Wir besichtigen PUTNA

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Um 08.30 Uhr erreichten wir die Gemeinde Putna und durch ein großes Holztor das Kloster, es ist von einer wuchtigen Mauer umschlossen.



..das Kloster PUTNA...



Im Kloster Putna

Das Grab des Heiligen...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das Kloster Putna war die erste Stiftung des Woiwoden (Heerführer, Fürst) Stephan des Großen nach seinem Sieg über die Türken. Es wurde 1469 eingeweiht, der Legende nach an der Stelle, wo der Pfeil des Fürsten zu Boden fiel. Da die Region häufig von fremden Völkern wie Türken, Tartaren, Kosaken und Ungarn überfallen wurde, begann Stephan der Große mit der Anlage eines Verteidigungssystems, zu dem auch Putna mit seinen befestigten hohen Mauern und Türmen gehörte.
Stefan der Große, wurde von der Orthodoxen Kirche als „Schirm und Schutz des christlichen Glaubens“ im Jahre 1992 heilig gesprochen, und wird seitdem jedes Jahr am 2. Juli als Heiliger gefeiert.



"Stefan der Große"



Mönche in Putna

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Durch Kriege, Feuer und Erdbeben wurden Kirche und Klöster mehrmals beschädigt. Ursprünglich war die Kirche innen und außen bemalt, von den Außenfresken blieb nichts erhalten. Stattdessen zieren heute Blendarkaden und gotische Fenster die Fassade. Die letzte große Renovierung erfolgte von 1966-1988.



Im Garten von PUTNA



Kirchenkelch

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Heute ist St. Georg`s Tag, ein Feiertag der orthodoxen Kirche. Da in der Kirche ein Gottesdienst gefeiert wurde, besuchten wir zuerst das Klostermuseum, eines der reichsten der Moldau. Im Kloster wurde früher mit goldenen Fäden gestickt, Bücher abgeschrieben und Gold u-Silberarbeiten angefertigt. Im Museum sind solche alten Schätze zu sehen.



Ikonastase, mit Goldfäden gestickt...



Die Grabdecke der Fürstin

Maria von Mangop

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das beste Stück ist die Grabdecke der Fürstin Maria von Mangop. Solche Decken sind typisch für das Moldaugebiet, man findet sie in dieser Art sonst nirgends. Die Grabdecke zeigt die zweite Frau von Stephan dem Großen in Lebensgröße mit Krone.
In den Ecken des Tuches befinden sich Adler mit zwei Köpfen – das Wappen von Byzanz und das Monogram des byzantinischen Kaisers, sowie das Sterbedatum 1477. Maria von Mangop stammte aus einer byzantinischen Adelsfamilie und starb kinderlos im Alter von 27 Jahren. Als ob sie ihren frühen Tod vorausgesehen hätte, stickte sie ihr eigenes Leichentuch, das wir nun hinter einer Glasplatte bewundern konnten.



"Grabdecke der Maria von Mangop"



Die wertvollsten, gestickten Ikonen

Die einzigartigen, mit Goldfäden gestickten Ikonen in der Glasvitrine gehört zu den bedeutendsten der Welt. Wir sahen u.a. drei fein bestickte Tücher von den Türen der Ikonostase der Kirche. Dargestellt sind:
Die nachstehend angeführten Fotos besitzen Seltenheitswert und sind die gezeigten Exponate von unschätzbarem kulturhistorischen Wert:

Die Verkündigung Mariens durch den Erzengel Gabriel, ein Geschenk von Stephan d. G. 1480,



"Maria Verkündigung"



"Kreuzigung Jesus"

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen


weiters die Kreuzigung und die Grablegung Christi v. 1516, in den Ecken vier Evangelisten in Tiersymbolen.



"Die Grablegung Jesus"



...in der Hl Messe...

Heilige Messe im Kloster

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Beim Verlassen des Museums hörten wir Geläute der besonderen Art: Ein Priester schlug mit zwei Holzklöppel auf ein Brett, abwechselnd ein zweiter Priester mit einem Hammer auf eine Metallplatte an der Kirchenmauer und dann läuteten noch dazu die Kirchenglocken.
Die Messe in der Kirche dauerte noch an, Priester und Gläubige sangen, mehrere Priester umrundeten mit Weihrauch und Kerzen den Altar hinter der Ikonostase, von der mittleren Tür war das Tuch zur Seite geschoben, so konnte man die Handlungen der Priester beobachten.



Pst, wir verhalten uns andächtig...



...am Fürstengrab....

Gläubige am Grab von...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Fotografieren ohne Blitz war erlaubt, jedoch aufgrund der vielen Kirchenbesucher sehr schwierig. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, wir wussten ja schon, dass die Messe Stunden dauert und wer müde wird, geht hinaus und setzt sich nieder. Das Grab Stephans des Großen unter einem weißen Marmorbogen, sowie die Gräber seiner Frauen und Söhne waren von den Betenden verstellt, jedoch der Kirchenbesuch war ein eindrucksvolles Erlebnis.



...der Blick in die Kirchenkuppel...



Unterwegs nach Moldovita

... durch den Buchenwald nach...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Um 09.45 Uhr verließen wir das Kloster Putna und vergaßen Maria, doch bereits beim Tor fehlte sie uns. Wir fuhren wieder aus der Sackgasse heraus und bogen bei Vicovu de Jos nach Süden ab, fuhren durch Marginea, vorbei an Sucevita und über den Ciumarna Pass kamen wir durch Fichten- und Buchenwald nach Vatra Moldovitei um 11.30 Uhr.



Moldovita, stark befestigt...



Im Kloster Moldovita

..am Eingang zu Moldovita...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Inmitten von Wäldern und grünen Wiesen liegt das Kloster Moldovița verborgen hinter dicken, hohen Mauern mit Wehrtürmen. Das Kloster und die Kirche, die Mariä Verkündigung geweiht ist, wurde 1532 von Petru Rares, eine unehelichen Sohn von Stefan dem Großen gestiftet. Die Innen- und Außenwände der Kirche wurden 1537 mit Wandmalereien versehen. Bedeutend ist unter anderem eine Darstellung der Belagerung Konstantinopels an der Südfassade. 1610-12 wurde das Abthaus errichtet, in dem eine Schule für Schreiber und Miniaturmaler eingerichtet wurde, vor dem steht eine Büste von Petru Rares.
Ein Holztor führte zum Nonnenkloster. Es wurde in Habsburgerzeit Ende des 18. Jh. geschlossen, 1945 wieder geöffnet und war auch in kommunistischer Zeit ein Kloster. Die Außenmalereien an der Südseite sind gut erhalten. Die blaue Farbe entstand durch Verwendung des Minerals Azurit.
An der Außenwand der halbrunden Apsis sieht man von oben nach unten Engel, Propheten, Apostel, Märtyrer und Mönche, ein weit ausladendes Dach schützt die Malereien.







"Moldovita"



Schwester TATIANA

"Stammbaum von Jesei"...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

In Moldovita wurden wir von der Klosterführerin und „Expertin“ zu den Fresken, Schwester Tatiana herzlichst empfangen und waren von ihrer Art Führung restlos begeistert.
Alles nachfolgenden Informationen konnten wir durch ihre hervorragenden Erklärungen in Erfahrung bringen. Selten noch haben wir so eine umfassende Führung erlebt.

Schwester TATIANA erklärt : „Das Bildprogramm der Klosterkirchen folgt einer festen Ordnung und unterscheidet sich nur in der Ausführung durch die verschiedenen Künstler sowie in der Farbigkeit.
Sowohl die Außenmauern als auch die Innenwände wurden mit Fresken bedeckt. Diese stellen Szenen aus der Bibel und das Leben Jesu dar, sie zeigen Heilige und Propheten, Engel und Dämonen, den Himmel und die Erde und gelten als Meisterwerke der byzantinischen Kunst. Die Fresken dienten einerseits dafür, die Bibel den Menschen nahe zu bringen, die nicht Lesen konnten und andererseits jenen einen Blickkontakt mit der Religion zu ermöglichen, die aus verschiedenen Gründen die Kirche nicht betreten durften.

Ganze Wände wurden von rumänischen, meist unbekannt gebliebenen Malern, ursprünglich innen und außen komplett bemalt. Durch die Witterung sind an manchen Kirchen die wertvollen Fresken teilweise oder ganz zerstört, bei den meisten sind aber bis heute die geheimnisvolle Farbe und die Darstellungen sehr gut erhalten. Die Fresken sind mit einer bis heute fast geheim gebliebenen Technik verziert. Man weiß, dass die Farben aus Pflanzen- und Mineralien gewonnenen Pigmenten hergestellt wurden ohne genau sagen zu können, welche Farben von welchen Quellen stammten“.



TATIANA "führt" uns, WIR lauschen and...



Tatiana erklärt hervorragend, wir schreiben mit..

"Belagerung von...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

„Ein typisches Bespiel ist die blaue Hintergrundfarbe im Kloster Voronet, sowie das grün von Sucevita. Man weiß aber, dass die Maler auf nasse Wände gemalt haben, in welche sie in gewissen Abständen bis zu 20 Zentimeter tiefe Löcher gebohrt haben. Somit ist die Farbe tief in die Wand eingedrungen und konnte bis heute erhalten bleiben.
Fast alle mittelalterlichen rumänischen Kirchen in der Moldau-Region sind sehr niedrig und klein gebaut, um den Osmanen und Tataren das Betreten der Kirche auf dem Pferd zu erschweren. Aus diesem Grund haben immer wieder viele Menschen die Messe von Außen mitgefeiert, was durch die Fresken verschönt wurde. Heute sind am Kirchenfenster außen Lautsprecher angebracht“.

Für nicht bibelfeste Besucher sind die Bilderzählungen der Maler kaum zu verstehen. Doch Schwester Tatiana, bewaffnet mit einem Laserpointer erklärte in bestem Deutsch jedes Motiv. Ausführlich und interessant erhielt unsere Gruppe Religionsunterricht bis 13 Uhr.
Den oberen Teil der Südfassade bedeckt die Darstellung des Akathistos-Hymnus, ein Dank- und Loblied an die Muttergottes. Die 24 Strophen der Hymne werden jeden Sonntag in den moldauischen Klöstern gesungen.
Darunter folgt eine Darstellung der Belagerung Konstantinopels im Jahre 626 durch Perser und Awaren, die Kampfszenen weisen auf die zur Bauzeit aktuelle Türkengefahr hin. Die Belagerer tragen türkische Gewänder und Turban und die abgebildete Stadt ähnelt Suceava.
Vom Himmel fällt ein Feuerregen auf das türkische Heer und so wird die Burg durch ein Wunder mit Hilfe der Muttergottes gerettet. Diese Darstellung erklärt den Wunsch der Moldauer, dem türkischen Joch zu entrinnen.



TATIANA, erklärt jedes Fresko



Philosophen und Dichter der...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die zweite große Darstellung an der Südwand ist der Stammbaum Jesse. Aus Jesse, dem Vater des Königs David wächst ein Baum, in den Ästen und Zweigen sitzen die jüdischen Könige und Propheten bis zu Maria mit dem Jesuskind.
Daneben sind Philosophen und Dichter der griechischen Welt zu sehen.
In der offenen Vorhalle ist das Jüngste Gericht dargestellt. Hoch oben sitzt Gott Vater, darunter Jesus am Jüngsten Tag zu Gericht, aus seinen Füßen ergießt sich der Feuerstrom der Hölle, gefüllt mit hässlichen Wesen und Teufeln, auf der anderen Seite drängen die Heiligen ins Paradies. Hier sitzt bereits Maria mit Abraham, Isaak und Jakob, die in ihren Schürzen die Seelen der Gerechten halten.



Das "Jüngste Gericht" in Moldovita



Auch das Kircheninnere ist vollkommen mit Fresken bedeckt. Im Pronaos erscheinen Engel und Erzengel mit ihren Wundertaten, am Gewölbe Propheten und der orthodoxe Kalender. Im Naos ist Christus als Weltenherrscher umgeben von Engel, Propheten und Aposteln in der Kuppel des Turmes zu sehen. An den Seitenwänden ist der Kreuzweg Christi gemalt. Gegenüber der Altarwand sieht man das Stifterbild – Fürst Petru Rares in Begleitung seiner Familie schenkt die Kirche mittels der Muttergottes an Jesus Christus. Die Ikonostase aus dem 16. Jh. besteht aus Holzschnitzerei, die bemalt und vergoldet wurde.

Im Innern wurde der Ruß der Jahrhunderte abgewaschen und die Original Farben leuchten wieder frisch.
Die Nordfassade wurde vom Wetter stark beschädigt, es sind nur mehr Fragmente erhalten.

Derzeit leben 35 Nonnen im Kloster, 11 davon sind zwischen 80 und 90 Jahre alt.



... ein letzter Blick zurück...



Nostalgische Begegnung

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Am Weg nach Sucevita durchfahren wir gepflegte Dörfer, sehen den Bauern bei ihrer Feldarbeit zu und müssen immer wieder an den Pferdefuhrwerken vorbei oder begegnen diesen hier auf den einsamen Landstraßen.



..noch alles mit einem PS...



... durch die Dörfer, am Weg...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen


Wir haben die richtige Reisezeit erwischt, die Apfel- u Kirchenbäume stehen in voller Blüte und ergaben für uns natürlich schöne Motive.



"Blütenallee", am Weg nach Sucevita



Über den Ciumarna-Pass zurück nach Sucevita

... im Garten von Sucevita...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Wir fuhren nun zurück über den Ciumarna Pass und erreichten das nächste Kloster – Sucevita – um 13.50 Uhr im gleichnamigen Ort. Im Tal des Sucevita-Baches 18 km südwestlich von Radauti liegt das schönste aller Moldauklöster, da die Außen- und Innenfresken fast vollständig erhalten sind.



Im Klostergarten von Sucevita



Im Kloster Sucevita

Umfassungsmauer in Sucevita

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das Nonnenkloster wurde von der Bojarenfamilie Movila erbaut.1582-84 entstand die Kirche „Auferstehung des Herrn“ , 1595 wurden Vorhallen angebaut, sowie die 6 m hohe und 3 m starke Umfassungsmauer  und Wehrtürme errichtet, die dem Kloster das Aussehen einer Festung verleihen.



Kloster Sucevita, befestigt wie eine Burg.



Sucevita, am Klostereingang

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Durch das Tor des Eingangsturmes über eine hohe Stufe betritt man den Hof, in der Mitte erhebt sich die Kirche, vom Sockel bis zum Dach mit Malereien bedeckt. Die Grundfarbe der Fresken ist grün.



Kloster Sucevita

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

An der Nordwand ist hier die „Tugend- oder Himmelsleiter“ (von Ioan Climax) besonders gut  erhalten.



...die "Tugend-oder Himmelsleiter"



Die prächtigen Fresken in Sucevita

"der Teufel wird euch...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Diese teilt die Welt in Himmel und Hölle, auf der einen Seite knien betende Engel, die Sünder hängen in der Leiter und die Teufel versuchen sie in die Hölle zu ziehen. Seit 400 Jahren wird dem Betrachter die Gratwanderung zwischen Gut und Böse vorgeführt. Tugendsame werden von Christus nach ihrem beschwerlichen Sprossengang an der Himmelstür erwartet, Sünder und Heiden hingegen von grinsenden Teufeln in den Höllenschlund gerissen.



"HIMMEL oder HÖLLE",



Pronaos, der Blick nach...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die Brüder Ioan und Sofronie Zugravul schufen 1596 die gut erhaltenen Fresken. Die fünf Räume der Kirche sind traditionell durch Mauern und die Ikonostase getrennt und vollkommen bemalt.
Wir durften nur im Pronaos fotografieren.
Die Fürsten Ieremia und Simion Movila sind in der Kirche in Marmorgräbern  beigesetzt. 



..die Hand Gottes, mit...



Wir erreichen Radauti

"Stefan der Große"

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Um 15.45 Uhr brachen wir nach Radauti auf und trafen um 16.15 Uhr beim Hotel Geralds ein. Den letzten Programmpunkt für heute, das Kloster Bogdana, die älteste Steinkirche der Bukowina,  erreichten wir zu Fuß.
Vorbei am Rathaus und einem Denkmal Stephan der Große am Pferd, kamen wir zur Klosterkirche hinter einer Mauer versteckt, an einer belebten Kreuzung gelegen. Schöne gotische Tore führen in die Kirche und weiter von der Vorhalle in den Pronaos. Auch hier wurde eine Messe gefeiert, es waren aber nur zwei Besucher da. Die Priester sangen auch ohne Zuhörer. Das Kircheninnere war sehr düster und die Fresken in schlechtem Zustand. Die Grabplatten der Fürstengräber ließ Stephan d.G. im 15. Jh. für seine Urahnen anfertigen.



Klosterkirche Bogdana in Radauti



Kloster Bogdana, älteste...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die Kirche des Hl. Nikolaus, eher als Bogdana bekannt, wurde um 1360 anstelle einer Holzkirche gebaut, wahrscheinlich von Bogdan I., dem ersten Woiwoden des Fürstentums Moldau. Da der Stifter kein Fürst war, musste die mit Strebepfeilern und einem tief herabgezogenen Schindeldach versehene Kirche turmlos bleiben. Der seitlich gelegene Glockenturm stammt von 1781.



... im Klostergarten von Bogdana....



Freizeit in Radauti

"Stolze Eltern"

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Miruna beendete ihre Führung und wir hatten Freizeit. Wir gingen zur neuen Kathedrale, spazierten durch den schönen Park mit vielen Tulpen und spielenden Kindern. Wir schlenderten durch die Seitengassen beim Hotel.



Die Katherdrale von Radauti (dt Toplitza)



Blumen im Garten

... wir "schlendern"...

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Dabei entdeckten wir schöne Kaiserkronen und Tulpen in einem Vorgarten. Die Hausfrau bemerkte uns, winkte aus dem Fenster und kam aus dem Haus. Sie sprach uns auf Deutsch an und lud uns ins Haus ein. Violeta hatte in Bad Vöslau (Österreich) gearbeitet und bewirtete uns mit einem Berg kleiner, köstlicher Mehlspeisen. Nach einem Erinnerungsfoto kehrten wir zum Hotel zurück. Abendessen im Hotel.



... liebevoll gepflegter Vorgarten in Radauti...


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Schalimara

    Lieber Harald,
    das ist wieder ein sehr interessanter und informativer Reisebericht über ein eher vernachlässigtes Reiseland. Auch Dein zweiter Bericht regt an, dieses Land zu besuchen. Klöster mit diesen äußerlichen Freskenmalereien dürften einmalig sein. Faszinierend wie die Meteoraklöster, wenn auch ganz anders.
    LG Schalimara

  • Lapalala

    Hallo Harald,
    einmalige und sorgfältig ausgesuchte Bilder und wertvolle Beschreibungen in Deinem Rumänien Reisebericht.
    Beim Anschauen bekommt man Lust auf mehr und Lust auf das Hinterherreisen. Das Leben auf dem Land, zusammen mit den Pferden ist doch beschaulicher als wir es so kennen.
    Grüße Lapalala

  • gtrasher

    Man benötigt keinen Reiseführer - einfach Deinen Bericht mitnehmen! LG Gerd

  • agezur

    Für's erste hab ich mal einen flotten Spaziergang durch Deinen Bericht gemacht - für Details und genaueres Lesen nehm' ich mir sicher bald Zeit.
    Schon das Anzuschauen deiner Bilder weckt großes Interesse für dieses Land!
    LG Christina

  • weltreisen

    Harald, wie ein Sterne-Koch sein Menü präsentierst du uns dieses wohl vielen eher unbekannte Land und machst es uns "schmackhaft". vielleicht sollte man doch mal....
    inge

  • reisefreudig

    Servus an alle vorstehend angeführten;
    WOW, ich komme nach Hause, steige auf GC ein und was sehe ich, EURE tollen Bewertungen und die mir so große Freude bereitenden Kommentare.
    Danke schön an Euch ALLE. Eure Kommentare sind das "Salz zur Suppe" und spornen mich an, auch den 3. Teil sehr interessant für Euch zu gestalten,
    (dauert aber jetzt länger, da ich ab morgen schon wieder unterwegs bin).
    lg Harald

  • reisefreudig

    Servus Uta,
    DANKE schön zu Deiner Interesse und Bewertung jetzt schon zweier Beiträge zu Rumänien. Dein Kommentar, und die vielen weiteren hier "gehen runter wie Honig", meine Freude dazu ist groß. Als Pferdeliebhaberin bist Du in diesem Lande gern gesehen. Oftmals in den Dörfern triff man auf mehr Pferdefuhrwerke als moderne Kraftfahrzeuge. Noch dazu sind auf dutzenden der Strommasten viele Storchennester - voll besetzt. Ein Akku am Tag reicht hier für die Kamera nicht aus. Käppi habe ich keines mitgenommen, da ich nur das meines Vereines (IPA) trage.
    lg Harald

  • nach oben nach oben scrollen
  • Pinky3

    Mit einem Wort KLASSE, dafür volle Punktzahl :))
    LG Gaby

  • Blula

    Lieber Harald, diesen Bericht habe ich tatsächlich in zurückgelehnter Haltung genossen. "Die Klöster in der Bukowina".... da ganz da hinten in den Karparten, ja, natürlich sind sie mir bisher schon ein Begriff gewesen. Dass es jedoch so viele sind, das habe ich bisher nicht gewußt und ich habe auch nicht geahnt, dass sie, jedes für sich, so wundervoll ausgestattet sind. Wegen der Einmaligkeit ihrer erstaunlich gut erhaltenen Außenfresken sind sie also völlig zu Recht von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden. Ich denke, man muss wirklich überhaupt kein Kunsthistoriker sein, um von diesen beeindruckenden Sakralbauten begeistert zu sein.

    Ich sage DANKE für diesen so überaus fundierten und mit ganz hervorragendem Bildmarerial ausgestatteten Bericht.
    LG Ursula

  • reisefreudig

    Ursula, danke auch Dir zur Interesse, Kommentar und Bewertung. Ich habe mir großer Freude gesehen, dass Du auch in den anderen Berichten von mir "tätig" gewesen bist. Du hast Dich an diesem Sonntag wirklich zurückgelehnt bei/zu diesen vielen Zustimmungen, dazu ein extra-Danke schön!
    lg Harald

  • therese

    Wie schon der erste, so begeistert mich auch der zweite Teil Deines Reiseberichts. Mit den begleitenden Fotos ist er wirklich großartig. Meine Vorfreude auf unsere Rumänien-Reise hat sich noch einmal gesteigert.
    Lg Therese

  • reisefreudig

    Therese, Danke zu Deinem so andauerdem Interesse und zu den guten Bewertungen der Beiträge. Wünsche Euch eine erlebnisreiche Reise. Bitte genug Speicherkarten mitbringen, Ihr werdet sie brauchen.
    lg Harald

  • tumtrah

    Lieber Harald,
    beim Lesen deines Berichts bin ich mir vorgekommen wie in Äthiopien, wo ich mit ähnlicher Begeisterung, wie du sie hier an den Tag legst, von einer Kirche in die nächste gegangen bin und noch immer nicht genug haben konnte von den herrlichen Wandmalereien. Dafür, dass du uns nahe gebracht hast, dass es so etwas auch "direkt vor unserer Tür" gibt, gebührt dir ein ganz besonderer Dank! Deine Gründlichkeit ist kaum übertreffbar und so kann ich gtrasher nur beipflichten, dass man statt eines Reiseführers lediglich deinen Bericht auf eine Reise in die Bukowina mitzunehmen braucht.
    Das ländliche Leben war ja nicht dein Thema, die wenigen Hinweise auf idyllische Landszenen mit dahintrottenden Pferden, die den Pflug oder ein Fuhrwerk ziehen, haben mir aber zu denken gegeben. Ist Rumänien wirklich noch so "rückständig"?! Wie soll ein solches Land in der Gemeinschaft der europäischen Staaten auf gleicher Augenhöhe agieren??? Vielleicht erzählst du uns ja etwas mehr darüber in deinem nächsten Bericht, auf den ich mich schon freue.
    LG Hartmut

  • nach oben nach oben scrollen
  • globetrotter

    Lieber Harald,
    ein wirklich toller Bericht mit sehr schönen Bildern. Da wir vor ein paar Jahren selbst vor Ort waren,hat das Lesen noch mehr Freude gemacht .
    Die Moldauklöster haben uns sehr beeindruckt, es sind wirkliche Kunstschätze.
    LG Ute

  • Schriddels

    Hallo Harald,
    klasse Reisebericht die Kirchenbilder und Malereien erinnern mich sehr stark an die Malereien in den Meteora Klöstern im Norden Griechenlands.
    Liebe Grüße aus Salt Lake City Utah Wolfgang

  • Vinni

    Ein bißchen später komme ich auch noch zum Lesen - vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die schönen Bilder! Wunderbare Einblicke :)

  • reisefreudig

    Möchte mich für die so vielen Zustimmungen und "Klicks" zum Bericht bei Euch ALLEN herzlich bedanken.
    Hartmut, ich verstehe Deinen Hinweis auf mehr Beschreibung über das Leben vor Ort. Leider würde ein solcher Vorgang den Rahmen dieser Bericht jedoch "sprengen". Ich denke diese Berichte (insbesonders der 3. Teil ) sind schon sehr ausführlich geworden.
    Ute, freue mich sehr, Deine Erinnerungen anhand der Berichte nochmals "aufleben" zu lassen.
    Wolfgang, danke zu Deiner Interesse aus so weiter Ferne, ich komme ja auch bald "rüber nach Kanada", in
    Salt Lake City war ich schon vor Jahren und habe auch den "Yellowstone"-NP ausführlich besucht.
    Vinni, Dir eine erlebnisreiche Reise in diese Gegend. Nimm Dir genug Speicherkarten mit (ha,ha,),
    lg Harald

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. RUMÄNIEN - "Die Klöster in der Bukowina" - Teil II 4.96 25

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps