Bukowina – eine Reise- und Familiengeschichte

Reisebericht

Bukowina – eine Reise- und Familiengeschichte

Reisebericht: Bukowina – eine Reise-  und Familiengeschichte

Wie heißt es doch so schön?
Back to the roots. Meine Wurzeln mütterlicherseits habe ich längst ergründet, die väterlicherseits liegen in einer Gegend, die weniger bekannt ist, der Bukowina.

Prolog

Wie heißt es doch so schön?
Back to the roots. Meine Wurzeln mütterlicherseits habe ich längst ergründet, die väterlicherseits liegen in einer Gegend, die weniger bekannt ist, der Bukowina. Auf Deutsch bedeutet Bukowina das Buchenland. Im Wappen sucht man aber vergeblich nach den Buchen. Territorial befinden sich die Bukowina im Süden der Ukraine und daran angrenzend im Norden Rumäniens. Bis zum ersten Weltkrieg war die Bukowina Teil Österreich-Ungarns. Ab 1918 unterstand das Gebiet Rumänien. Bei der Vorbereitung zu meiner Reise bin ich auf eine Reihe historischer Fakten gestoßen, von denen ich bisher nicht so viel wusste. Aus Erzählungen meines Vaters und seiner Geschwister und dem, was ich recherchierte, habe ich ein Gesamtbild bekommen. Das Gebiet der Bukowina wurde nach dem Ersten Weltkrieg „zwangsrumänisiert“, obwohl hier mehrheitlich Deutsche und Ukrainer lebten. Mein Großvater, der 1918 aus dem Krieg nach Hause kam, lehnte die rumänische Staatsbürgerschaft ab. Doch seine Kinder, die nach 1918 geboren wurden, bekamen die rumänische Staatsbürgerschaft automatisch.
Im Zweiten Weltkrieg besetzte die Rote Armee die Nordbukowina. Für die deutsche Bevölkerung wurde die Lage brisant, Angst vor der Ungewissheit machte sich breit. Als Deutschland mit der Umsiedlungsaktion „heim ins Reich begann“, ließen sich die Leute freiwillig darauf ein. Die Familie meines Vaters kam nach Weimar. Manche Familien bekamen Bauernhöfe in Polen zugewiesen, von denen die rechtmäßigen Bewohner einfach vertrieben worden waren, wohin, war den neuen Bauern nicht bekannt. Mein Vater erzählte von Bekannten, die einen Bauernhof in Polen bekommen .Nach dem Krieg ging ein Bruder meines Vaters zurück in die Bukowina.
Wir hatten wenig Kontakt zu diesem Teil unserer Familie. Ja und jetzt wollte ich in die Bukowina fahren und nach meinen Verwandten suchen.



Anreise

Ein Eindruck von der Bukowina

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Zur Vorbereitung unserer Reise buchten wir über Internet unsere Übernachtungen. Wir übernachteten zweimal in Krakau und schauten uns die Stadt an, darüber werde ich an anderer Stelle berichten.
Kurz bevor wir die rumänische Grenze bei Satu Mare passierte, übernachteten wir noch einmal in Ungarn.
In Rumänien sind noch Grenzkontrollen, doch mit unserem deutschen Personalausweis wurden wir einfach durchgewunken.
Der Reiseführer gibt an, dass man in Rumänien eine Vignette für die Benutzung aller Straßen benötigt, die an Tankstellen erhältlich ist. An der ersten Tankstelle gleich nach der Grenze tankten wir, wechselten etwas Geld und fragten wir nach der Vignette. Tanken ja, aber die Vignette gab es hier nicht. Man schickte uns zur nächsten Tankstelle, 2 Kilometer weiter. Nach zwei Kilometern war keine Tankstelle und an der nächsten zuckte man auch nur die Schultern. Wir suchten in Satu Mare, doch da war jetzt erst mal Mittag und alles hatte geschlossen, bis auf den Friseur, doch der konnte uns auch keine Vignetten verkaufen. Nun hatten wir eine Menge Zeit verplempert aber immer noch keine Vignette. Auf unserer Weiterreise versuchten wir unser Glück noch an weiteren Tankstellen, es kam mir vor, als ob niemand wusste, wovon wir reden. Später haben wir erfahren, diese Vignette gibt es nur an Tankstellen der Kette Petrol. An diesen ist auch der Sprit am günstigsten. Die Vignette gibt es für 7 Tage, 30 Tage oder ein Jahr.
Wir überquerten die Karpaten, fuhren in Serpentinen eine Passstraße hinauf. Am Straßenrand verkauften Leute Pilze und Beeren. Die Abfahrt war abenteuerlich. Die Straße bestand jetzt nur noch aus Schlaglöchern. Mann musste kurzfristig entscheiden, welches Schlagloch das flachere ist um einem Achsbruch vorzubeugen. Für zehn Kilometer brauchten wir fast zwei Stunden. Jetzt waren wir in der Bukowina. Die ersten Orte tauchten auf. Hübsche Häuser säumten die Straßen. In gepflegten Vorgärten blühten bunte Blumen. Es ist viel gebaut worden. Die neuen Häuser leuchteten in fröhlichen Farben der kompletten Farbpalette, meist in Orange und kräftigem Gelb. Die alten Häuschen waren hübsch saniert. Viele der alten Häuser sind aus Holz. Fast alle Häuser haben Verzierungen aus Stuck oder sind bemalt. Die alten Tore hatten ein kleines Dach, das mit Holzschindeln gedeckt ist. Manche neuere hatten Blech- oder Edelstahldächer. Eine Augenweide waren die Brunnenhäuschen. Die Wartehäuschen der Bushaltestellen sind ebenfalls im Stil der Brunnenhäuschen gebaut worden. Die Buckelpiste mündete jetzt in eine neue Fernverkehrsstraße. Doch durchstarten war nicht. Auf dem Asphalt waren Geschwindigkeitsbegrenzungen gemalt – 70, 50, 30…. Von den rumänischen Fahrern hielt sich niemand daran und die Trucks schoben uns vor sich her.
Wir erreichten Die „Bukowina Lodge“ in Vama, als es schon dunkel war. Das Navi lotste uns durch den ganzen Ort und am Ortsausgangsschild vorbei noch fünf Kilometer weiter. Das TomTom-Kartenmaterial von Rumänien ist nicht gerade das Beste. Straßen sind überhaupt nicht vermerkt, man kann nur zum Ortszentrum fahren und das stimmt dann wie in diesem Fall auch nicht immer.



Suceava 1

Am nächsten Morgen weckte uns das Gebimmel der Orthodoxen Kirche. Wir hatten von unserem Balkon einen herrlichen Blick über das Tal, durch das sich der Ort Vama entlangschlängelt. Drei Kirchen bestimmen das Ortsbild, eine Orthodoxe, eine Katholische und eine kleine deutsche Kirche. Letztere wird nur zu gewissen Anlässen benutzt wie Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen. Das Frühstück in der Bukowina Lodge war gut und reichlich. Vama liegt in einem ca. 500 Meter breiten Tal, an einem kleinen Fluss. Rechts und links erheben sich steile Berghänge.
Nachmittags fuhren wir nach Suceava, der Kreisstadt der Bukowina. Von Vama aus sind das so etwa 55 km. Der erste Eindruck von Suceava war nicht so gut. Hässliche Betonklötzer strahlen noch die Atmosphäre der Ceaușescu-Ära aus. Doch wir wollten ja auf die Suche nach meiner Cousine gehen. Die letzte bekannte Adresse war eine Wohnung in einer Straße mit dem Namen Oitiz, Oitiz 27. Die „Straße“ Oitiz sind Plattenbauten abseits der Verkehrsstraße. Dazwischen stehen große Bäume. Die Nummerierung ist chaotisch, es gibt kein System. Neben der 23 steht die 5, Die Bewohner wussten auch nicht wo die 27 war, die kannten nur den eigenen Block. Dann half uns Laur weiter, ein junger Familienvater, der hier wohnte und gut englisch sprach. Er wusste zwar auch nicht, wo sich die 27 befand, doch er fragte bei den alten Leuten nach und wir fanden tatsächlich unseren Block. Die nächste Zeile der Adresse gab die Etage und die Wohnungsnummer an. Aber der Name meiner Cousine tauchte hier nicht auf. Hätten wir das Haus tatsächlich gefunden, wäre für uns an dieser Stelle die Suche zu Ende gewesen. Wir konnten ja nicht einmal den Angaben auf den Klingelschildern die Adressdaten zuordnen! Laur, unser Helfer klingelte an der betreffenden Wohnung und so erfuhren wir, dass der Bewohner diese Wohnung vor acht Jahren gekauft hatte. Vorher gehörte sie meiner Cousine, doch er wisse, dass ihre Tochter im regionalen Fernsehstudio arbeitet. Laur führte uns zu einem Zwölfgeschosser in der George Enescu, der Hauptstraße, in dem in der obersten Etage der Sender untergebracht war. Mit einem klapprigen Fahrstuhl, in dem man Platzangst bekommen konnte fuhren wir elf Etagen nach oben. Doch niemand war im Sender. Laur telefonierte mit seiner Frau, sie solle mal im Internet nach der Telefonnummer des Fernsehstudios recherchieren. Er rief dann dort an und sprach mit jemandem. Die Privatnummer meiner Großnichte bekam er nicht, das war ja auch in Ordnung. Dafür gab er meine Telefonnummer durch mit der Bitte, sie solle mich zurückrufen. Die Suche war für heute beendet.



Morgenstimmung über Vama



Putna und Brodina

Am nächsten Tag fuhren wir nach Brodina, in das Dorf, in dem mein Vater geboren war und aufwuchs.
Die Bukowina ist bekannt für ihre gut erhaltenen orthodoxen Klöster und Kirchen. Zu Recht gehören sie dem Weltkulturerbe an. Ein Besuch mindestens eines der Klöster ist für jeden Touristen ein Muss. Die Erwartungen werden auf jeden Fall erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Ganz in der Nähe von Brodina liegt das Kloster Putna. Stefan der Große, ein moldauischer Woiwode hat es errichten lassen neben mehr als vierzig weiteren Kirchen und Klöstern in der Bukowina. Dieser Stefan ist in der Klosterkirche von Putna beigesetzt worden und wird noch heute als der bedeutendste Rumäne aller Zeiten verehrt. In der Klosterkirche sind außerdem eine Reihe Grabstätten von bedeutenden Persönlichkeiten. Auf dem Gelände des Klosters gibt es ein Klostermuseum, das neben wertvollen Ikonen, Manuskripten, Grabtüchern auch prunkvoll gewebte und bestickte Gewänder aus der Zeit von Stefan dem Großen beherbergt. Wir zündeten eine Kerze an für meinen Vater und für meine Oma. Von diesem Kloster wusste ich aus den Erzählungen meiner Familie und wir hatten auch DIAs, die mein Vater von einer Dienstreise in den Sechzigern nach Bukarest mitbrachte. Seinen Bruder in Brodina durfte er damals nicht besuchen. Die Brüdervölker DDR und Rumänien ließen nicht zu, dass sich die Brüder sehen konnten.
Dann sind wir in Brodina angekommen. Der Ort ist relativ klein. Trotzdem ist er im Weltatlas meiner Eltern verzeichnet. Ich hatte Brodina bereits über Google-earth besucht. Von oben sah es ein bisschen aus wie im Thüringer Wald, meiner Heimat. Schnell hatten wir das Ortsende erreicht. Wir wendeten und sprachen auf der Straße einen Mann an. Man spricht hier weder englisch noch deutsch. Doch Der Name meiner Cousine war ihm ein Begriff. Der Mann machte ein Kreuz. Meine Cousine lebt nicht mehr. Ich fragte nach ihren Kindern und erhielt die Telefonnummer der Tochter von einer Freundin. Der Mann zeigte uns auch das Haus meines Onkels.
Familienzusammenführung.
„Ami – hier ist Adelheid!“ rief ich in das Handy. Kurzes Überlegen. Dann Begeisterung auf der anderen Seite. „Adelheid, du bist in Brodina. Ich telefoniere mit meinem Mann, er soll zu euch kommen und euch abholen!!“ Mir stieg das Wasser in die Augen. Wir vereinbarten, nach Suceava zu kommen. Unterwegs hielten wir an einer Petrol-Tankstelle, wo wir endlich zu dieser verflixten Vignette kamen. So wie ich es verstanden habe, waren wir jetzt registriert und dürfen die nächsten sieben Tage die Straßen Rumäniens benutzen. Angeblich soll bei der Ausreise kontrolliert werden, ob wir eine Vignette gekauft haben. Na gut.
In Suceava hielten wir auf einem Parkplatz in der Nähe des Senders. Wir telefonierten kurz, Ami holte uns ab und wir gingen mit ihr zu ihrer Arbeitsstelle. Ihr Mann Mihai kam dazu. Ami hatte noch eine Nachrichtensendung fertig zu bearbeiten und wir warteten. Dabei hatten wir Gelegenheit, uns umzuschauen. Meine Großnichte schneidet am Computer die Sendungen zusammen. Das Studio war relativ klein, die Technik wird immer kleiner, da wird nicht unbedingt viel Platz benötigt. Das Studio hatte keine Klimaanlage. Es war Sommer, über 30°C Außentemperatur und innen unter dem Dach war es wie in einer Sauna. Die Nachrichtensprecherin musste die Hitze einfach aushalten.
Bei einem Italiener aßen wir zu Abend und lernten uns ein bisschen kennen. Ami hat noch einen Bruder, der ebenfalls in Suceava lebt, der kam am Abend in die Wohnung. Es gab eine Menge zu erzählen von unserer gemeinsamen Familie. Wir schauten uns auch Fotos an. Es gab ein Foto, das meinen Vater als jungen Mann zeigt, als er aus Gefangenschaft zurückgekommen ist.



Klosterkirche Putna



Vama

Der nächste Morgen begrüßte uns mit Wolken. Die Terrasse war feucht, in der Nacht hatte es geregnet. Doch schnell waren erste blaue Löcher am Himmel zu erkennen. Als wir losgingen, lachte uns wieder die Sonne an. In Fama gibt es ein Eiermuseum. Die Bukowina ist bekannt für die reich verzierten Ostereier, ähnlich wie bei uns die Lausitz. Leticia, die Künstlerin zeigte uns ihre Kreationen und ihre internationale Sammlung aus allen Kontinenten. Eier von allen möglichen Vogelarten sind bei ihr zu bewundern, sogar das Ei eines Krokodiles gibt es. Aber auch andere Materialien wurden verwendet, z.B. Porzellan, Stein, Gips oder Keramik und es sind die verschiedensten Techniken zur Gestaltung zum Einsatz gekommen. Am Ende erläuterte uns Leticia ihre Muster. Jedes der Ornamente hat eine bestimmte Bedeutung – Familie, Kinder, Reichtum, Glück, Erfolg. Leticia spricht gut Deutsch, ihr Mann kommt aus Österreich. Als wir erzählten, dass wir auf der Suche nach unseren Wurzeln sind und wie wir Ami gefunden haben, bekam sie sofort feuchte Augen. Die Bedeutung der Familie hat bei ihr einen hohen Stellenwert. Beim Rundgang durch die Sammlung stellte ich fest, es fehlen die Eier aus der Lausitz. Ich schlug vor, dass ich für sie hier sorbische Eier kaufe und an sie schicken werde. Sie bot mir sofort zwei Eier zum Tausch an. In ihrer Branche wird getauscht. Ich hatte bereits drei Eier gekauft, jetzt suchte ich noch zwei Eier für den Tausch aus. Leticia gab mir stabile Holzkästchen für den Versand mit.



Leticias Eiermuseum



Wood-Art-Museum

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Tags darauf wurden wir von Amis Mann abgeholt, der für die kommenden zwei Tage unser ganz privater Guide sein würde. Als erstes führte er uns in das Wood Art-Museum in Câmpulung Moldovenesc (zu Deutsch Kimpolung). Es sind hier eine Reihe Holzexponate aus den letzten Jahrhunderten zu sehen, wie z. B. landwirtschaftliche Geräte und Haushaltsgegenstände. Manche sind ganz einfache Zweckgegenstände wie z. B. Rechen, Becher oder Räder. Viele dieser Gegenstände weisen die für die Bukowina typischen Verzierungen auf, geschnitzt oder bemalt.



Rarău

Das Felsmassiv Rarău bei...

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Unser nächstes Ausflugsziel war das Massiv des Rarău, einer Felsformation in 1634 Metern über dem Meeresspiegel. Zunächst ging es über eine schmale Brücke, doch plötzlich befanden wir uns auf einer neu gebauten Straße, die sich in Serpentinen den Berg hinaufschlängelte. Kurz vor dem Ziel war aber erst mal Schluss, die Baustelle begann. Die einzelnen Straßenabschnitte werden hier gleich nach Fertigstellung freigegeben. Der Straßenbau ist ein EU-Projekt, wie wir auf großen Schautafeln lesen konnten. Kurz vor der Straßenbaustelle parkten wir und gingen zu Fuß weiter. Nach so ca. 1-2km tauchte ein Hotel auf, in dem es auch eine Ausflugsgaststätte gibt. Wir machten uns auf den Weg zum Rarău. Ganz nach oben war nur mit Kletterausrüstung möglich. Vorsichtig kletterte ich zwischen den Steinen nach oben und freute mich schon auf den Panoramablick von der Höhe. Außerdem wollte mir Mihai das Edelweiß zeigen, das hier oben wachsen sollte. Doch dann hörte ich in meinem Rücken ein Grollen. Schwarze Wolken zogen auf und kamen recht schnell auf uns zu. Das ist also der plötzliche Wetterumschwung im Gebirge! Nichts wie zurück! Als wir im Auto saßen, öffnete der Himmel seine Schleusen. Am Ortseingang von Câmpulung hielten wir an einem neu gebauten Blockhaus, das sich erst auf den zweiten Blick als Lokal entpuppte. Das Haus war so neu, dass alles noch nach dem frischen Holz roch. Hier aßen wir Forellen mit Mămăligă und viel Knoblauch. Mămăligă ist ein rumänisches Nationalgericht, ein Maisbrei von dem auch mein Vater und meine Oma oft gesprochen haben. Heute ist dieser Maisbrei eine geschätzte vielseitige Beilage zu Fleisch und Fischgerichten. Früher war es eine Hauptnahrungsquelle unter der ärmeren Bevölkerung. Zur Zubereitung von Mămăligă wird Maisgries in einem großen gusseisernen Topf mit gesalzenem Wasser gekocht. Um das Anbrennen oder Verklumpen des Breis zu verhindern, muss dabei ständig gerührt werden. Auch zum Umrühren gibt es ein besonderes Werkzeug: nach Weihnachten, bevor der alte Christbaum entsorgt wird, wird ihm die Spitze mit den letzten fünf Ästen abgeschnitten. Diese wird entrindet, getrocknet und als Rührwerkzeug verwendet. Im Haushalt meiner Eltern gab es diese Quirle auch, mein Vater hatte sie ebenfalls aus dem Weihnachtsbaum geschnitzt. Jetzt weiß ich also die genaue Verwendung dafür!



Suceava 2

Nach dem Forellenessen fuhren wir nach Suceava. Suceava ist heute das Zentrum der Bukowina. So hässlich wie bei unserem ersten Besuch präsentierte sich uns die Stadt heute nicht. Mit einem kundigen Guide an der Seite sieht man die Stadt aus einem ganz neuen Blickwinkel.
Am Rande der Stadt ist ein Dorfmuseum angelegt worden. Hierhin wurden Häuser aus den verschiedenen Gegenden der Bukowina versetzt. Man kann einen Blick in die Räume werfen. Oft gab es nur einen Raum. Auch Ställe und Werkstätten und sogar eine kleine Holzkirche stehen hier. Wir waren kurz vor Feierabend angekommen. Doch wir konnten uns noch alles in Ruhe anschauen. Eine Frau verfolgte uns auf Schritt und Tritt und schloss nach uns die Hütten ab.
In der Nähe des Dorfmuseums gegenüber der Altstadt steht die alte Festung von Suceava auf einem Hügel. Sie war bis ins 16. Jahrhundert Sitz der Moldauischen Fürsten. Sie heisst Cetatea de Scaun (Festung der Stadt). Die Mauern sind 33 m hoch und 4 m breit, umgeben von einem Graben. Nach 1944 begann man mit der Restaurierung. Entlang der Mauern verläuft ein weißer Streifen, der markiert, ab wo restauriert wurde. Von der Burg hat man einen schönen Blick auf die Stadt.
In der Stadt zeigte uns Mihai dann seine Kirche. Mihai ist orthodox. Er bekreuzigte sich vor dem Altar, küsste eine Reliquie und fotografierte dann munter drauf los, obwohl überall die Symbole fotografieren verboten hängen. In den orthodoxen Kirchen gibt es keine Bänke, wie wir das von unseren Kirchen, ob katholisch oder evangelisch kennen. An der Seite stehen eine Art Stühle, doch diese sind nicht in erster Linie zum Sitzen, sondern man kniet sich zum Beten davor und stützt den Kopf auf die gefalteten Hände. Wir sind in eine Andacht geraten. Vor uns lagen etwa zwanzig Gläubige kniend auf dem Boden, den Kopf auf den Händen. Ein Priester sang ein Gebet und drei Männer den Refrain. Der Altar ist auch in dieser Kirche reich verziert, rundum Wandmalereien, die Heilige darstellen, Grabmale, Reliquien.
Wir schauten uns auch die Katholische Kirche an, reich verziert, wie man es von den Katholischen Kirchen kennt.
Ami hatte für uns zu Abend gekocht. Sie servierte uns ein Menü aus etlichen Gängen: Suppe, Hühnchen, Salate, Letscho, Fruchtdesserts, alles nach traditioneller rumänischen Rezepten hergestellt. Ich entdeckte den Geschmack der Paprikaschoten wieder, wie sie mein Vater manchmal gebraten hatte.
Die Wohnung von Ami und Mihai ist geräumig. Sie hat zwei kleinere Zimmer, ein großes Wohnzimmer, Küche, Bad/WC und eine verglaste Veranda über zwei Seiten. Die Wohnung hat eine Etagenheizung, z. T. als Fußbodenheizung. Das Haus betritt man über eine baufällige Eingangstreppe ohne Geländer. Wie das Treppenhaus aussieht kann ich nicht beurteilen. Bei dieser 25-Wattfunzel hatte ich Mühe die Stufen zu erkennen, geschweige mir ein Bild vom Treppenhaus zu machen. Und dann betritt man ein Schmuckkästchen von Wohnung. Die Wohnungen in Suceava sind in der Regel Eigentumswohnungen. Nach der Wende wurden sie den Bewohnern verkauft. Jeder hat seine Wohnung nach seinem Geschmack und finanziellen Möglichkeiten gestaltet. Und so hat jede Wohnung andere Fenster, was die Hässlichkeit der Wohnblocks von außen noch unterstreicht. Einige Wohnblocks sind aber im Ganzen restauriert, die recht hübsch ausschauen.
Die Rückfahrt im Dunkeln war recht anstrengend. Unbeleuchtete Fahrräder gibt es ja auch bei uns. Doch hier benutzen auch die Pferdefuhrwerke die Straße. Die Wagen haben zwar ein Schild, das ihnen die Zulassung am öffentlichen Verkehr erlaubt, doch die einzige Beleuchtung ist ein Katzenauge am Heck. Man hat jeder Zeit damit zu rechnen, dass hinter einer Biegung so ein Gefährt auftaucht. Auch die Bahnübergänge sind eine Herausforderung. In der Regel sind sie unbeschrankt und die Geschwindigkeit wird mit 30 reglementiert. Doch wer wirklich mit 30 den Bahnübergang passiert, riskiert einen Achsbruch. Außer den Schienen, die man im Auge behalten muss, muss man auch nach dem Zug Ausschau halten, denn dieser ist auf einmal da, wenn man nicht aufpasst. In den Ortschaften sind die Straßen meist vierspurig, doch eine Spur ist zugeparkt, manchmal steht sogar auf der mittleren Spur ein unbeleuchtetes Auto.



Ein Häuschen aus dem Dorfmuseum Suceava

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Moldovita

Die Kirchen der Klöster sind berühmt für die Schönheit der Architektur und der Wandmalereien. Auf den Wandmalereien sind Heilige der Orthodoxen abgebildet, Motive aus der Heiligen Schrift und Geschichten aus der Mythologie des Landes. Man kann sagen, diese Kirchen sind eine aufgeschlagene Bibel. Viele Menschen in jener Zeit, als die Klöster gebaut wurden konnten weder lesen noch schreiben. Hier haben sie die Geschichten vor sich gesehen.
Als erstes schauten wir uns das Kloster Moldovita an. Schon im XIV. Jahrhundert lebten in dieser Gegend in den Wäldern Einsiedler, die sich eine kleine Holzkirche bauten. Auch orthodoxe Mönche siedelten sich in dieser Gegend an. Die Holzkirche machte einer Steinkirche Platz, die einem Erdbeben zum Opfer fiel. Die Ruinen kann man heute noch neben der Klosterkirche sehen, die im Jahr 1532 Fürst Petru Rares, ein unehelicher Sohn Stefan des Großen erbauen ließ. 1537 wurde das Kloster innen und außen bemalt mit Szenen aus dem täglichen Leben des Landes und der Geschichte. Eine Besonderheit dieser Klosterkirche ist die Darstellung der Belagerung Konstantinopels. Dieses Bild versinnbildlicht die Kämpfe der Rumänen gegen den Sultan. Ein interessantes Motiv ist auch die Himmelsleiter, die wir dann später auch in anderen Klöstern wiederfanden. Die Farben der Fresken sind einzigartig und haben die Jahrhunderte erstaunlich gut überdauert.
Doch nicht nur die Kirche ist sehenswert. Die gesamte Anlage wird von den Nonnen sehr gut in Schuss gehalten. Der Rosengarten war gepflegt, jede Rose hatte ihren eigenen Duft. In der „Clisanita“, dem Haus in dem früher die hohen Gäste untergebracht waren ist heute ein Museum, in dem Bücher und andere Klosterschätze zu bestaunen sind wie z. B. mit Kunstmotiven verzierte religiöse Möbelstücke aus dem 16. Jahrhundert oder der Herrscherstuhl von Petru Rares, der eine 2m hohe Rückenlehne hat. Heiligenbilder, wertvolle Bücher, Stickereien, Schnitzereien, schmückende Keramik und der Preis "Pomme d'Or", der von der Internationalen Journalisten Föderation in Tourismus für die internationale Anerkennung der Klöster in der Nordmoldau verliehen wurde, sind ebenfalls im Museum ausgestellt. Katharina die Große hat dem Kloster ein silberziseliertes Evangelium gestiftet. Das letztere Stück hat nicht nur einen hohen künstlerischen und religiösen sondern auch einen essentiellen Wert, da jede Seite dieses Buches, von der Haut eines ungeborenen Lammes und seiner Mutter stammt, die gemeinsam getötet wurden.



Die Belagerung Konstantinopels

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Sucevita Marginea, Rădăuţi

Die nächste Etappe war das Kloster Sucevita. Unterwegs hielten wir auf einem Pass, wo fliegende Händler Likör und Konfitüre verkauften Ein Monument aus der kommunistischen Zeit würdigt den Straßenbau. Es soll die Straße darstellen, die sich in Serpentinen den Berg hinauf schlängelt, wirkt aber irgendwie wie ein Maschinengewehr.
Sucevita ist das neueste und größte Klosterensemble unter den bemalten Klöstern der Bukowina. Es wirkt wie eine Festung.
Die Bilder von Sucevita sind sowohl an der Außenseite als auch an der Innenseite sehr gut erhalten. Dominierende Farben der Fresken sind purpurrot und blau auf einem smaragdgrünen Hintergrund sowie goldfarben. Auch hier sahen wir wieder Szenen aus dem Leben in der Moldau jener Zeit.
Wichtigstes Bild ist die Tugendsäule, in der Engel dargestellt sind, die am Eingang zum Paradies stehen, während die Sünder von einem grinsenden Teufel erwartet werden. Das Jüngste Gericht ist an diesem Kloster ein unvollendetes Kunstwerk geblieben, weil sein Maler vom Baugerüst fiel und starb. Auch hier fanden wir wieder Szenen mit den traditionellen Feinden der Rumänen, den Osmanen, die sich auf das Jüngste Gericht vorbereiten, gemeinsam mit den Juden, die ebenfalls als Ungläubige galten.
Wie in Moldovita gab es auch hier wieder einen wunderschönen Rosengarten.
Unsere beiden Reisleiter führten uns weiter nach Marginea. Dieser Ort ist für seine schwarze Keramik bekannt. Ein Reiseführer schreibt, dass man glaubt, dass die schwarzen Marginea-Tonwaren schon im vorrömischen Dakien produziert wurden, was dann bedeuten würde, dass die Töpfertradition im Dorf Marginea wenigstens 2000 Jahre alt ist. Die charakteristische schwarze Farbe sei das Resultat unvollendeter Verbrennung. Wir hatten Gelegenheit, den Künstlern über die Schulter zu schauen und haben gesehen, dass der Ton, der verwendet wird schon die schwarz-graue Färbung hat.
In der Bukowina gibt es nur wenige Städte, in denen die Altstadt erhalten ist. In Suceava dominieren ja die Plattenbauten, doch Rădăuţi hat einen gut erhaltenen Stadtkern aus der österreich-ungarischen Zeit. Ceaușescu hat in der Bukowina die Innenstädte wie ein streunender Kater mit seinen hässlichen Betonklötzern markiert. Die alten Häuser konnten wegen der Mangelwirtschaft nicht erhalten werden, wurden weggerissen und durch Plattenbauten ersetzt. In Rădăuţi waren viele Häuser in privater Hand und wurden so gut es ging erhalten. Nach der Wende wurden und werden sie so nach und nach saniert. In Rădăuţi trennten wir uns von Ami und Mihai. Die beiden mussten jetzt aber wirklich arbeiten….
Die sanierte Altstadt umfasst zwar nur zwei bis drei Straßenzüge, Doch die Häuser mit maximal 2 Etagen sind hübsch zurechtgemacht, typisch sind die Balkone mit schmiedeeisernen Ziergittern. Die Kirche ist natürlich auch ein Schmuckstück, doch das ist ja nichts Besonderes in der Bukowina. Die Kirchen bekommen ihre Gelder größtenteils von den Mitgliedern und natürlich seit sie Weltkulturerbe sind, bezuschusst auch die UNESCU die Sanierung. In Rumänien wird vom Staat keine Kirchensteuer eingetrieben. Jeder Gläubige gibt so viel, wie er kann oder wie er denkt geben zu müssen.
Eine Empfehlung hatten uns Ami und Mihai noch mit auf den Weg gegeben. In einem kleinen Ort mit Namen Solca sollte eine nette kleine Basilika sein. Wir fanden den Ort. Die erste Kirche an der Straße war die Orthodoxe Kirche. Wir fuhren die Straße weiter und trafen jetzt auf eine rote Backsteinkirche im romanischen Baustil. Kirchen dieser Art haben wir hier überhaupt noch nicht gesehen. Es war, wie sich herausstellte die polnische Kirche. Die Bronzestatue von Johannes Paul II. durfte hier natürlich auch nicht fehlen. Gegenüber am Berghang eine Dorfidylle: Heuschober auf den sanften Hängen und vereinzelte Gehöfte. Die polnische Kirche ist schlicht und doch sehr schön eingerichtet, nicht so prunkvoll überladen, wie man es von den katholischen Gotteshäusern kennt. Hier in der Nähe war ein Salzbergwerk, das heute ein Schaubergwerk ist. Polnische Bergleute haben hier gearbeitet und für sie war ist diese Kirche errichtet worden. Wir waren zu pflastermüde, um jetzt auch noch das Schaubergwerk zu besichtigen obwohl noch eine Führung möglich gewesen wäre. Auch nach der Basilika suchten wir nicht weiter. Eigentlich schade, denn im Internet fand ich später Fotos davon, da haben wir wirklich was verpasst.



Monument für die Straßenbauer

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Voroneț und Humor

Zwei weitere bekannte Klöster hatten wir uns für den letzten Tag aufgehoben. Das Kloster Voroneț und das Kloster Humor. Man kann nicht sagen, wer eines kennt, kennt sie alle. Klar, sie ähneln sich im Baustil und in den Motiven. Doch jede Klosterkirche hat auch ihre Besonderheiten. Die von Voroneț wird auch „Sixtinische Kapelle des Ostens genannt, weil hier die gesamte Westwand mit Freske zum Thema „Das Jüngste Gericht“ bemalt ist. Die Anlage ist mit schlichten Mauern umgeben. Von den restlichen Klostergebäuden ist nichts erhalten geblieben. Die Kirche wurde in weniger als 4 Monaten errichtet, in der Zeit vom 26. Mai bis zum 14. September 1488. Anders als das Kloster Humor besitzt Voroneț einen Turm, in dem sich die berühmte moldauische Kuppel verbirgt.
Fünf Kilometer von dem Städtchen Gura Humorului entfernt liegt das Kloster Humor, ein Frauenkloster. Die Klosteranlage ist relativ klein. Die Klosterkirche soll die erste bemalte Kirche gewesen sein. In so einer Art Nischen sind Miniaturen abgebildet. Gelehrte stritten um Bedeutungen der Fresken, doch uns interessierte diese wenig, wir fanden das alles einfach nur schön. Die Architektur dieser Klosterkirche weicht von den anderen ab, es gibt eine offene Vorhalle. Das Gelände war wieder gut gepflegt, die Nonnen haben ein eingefriedetes Kloster, mit einem hübschen Klostergarten. Betreten können Besucher diese Anlage nicht, doch vom Turm nebenan kann man von oben hineinschauen. Der Aufstieg auf den Turm war nicht leicht. Die Stufen sind hoch, die Treppen eng, aber die Mühe lohnte sich. Auf dem Vorplatz zum Kloster boten Kunsthandwerker ihre Ware an, Teppiche, gestickte Tischecken, gewebte Wickelröcke, Blusen und Hemden mit volkstümlichen Stickereien.
Auf dem Rückweg machten wir in Gura Humorului halt, schauten uns ein bisschen um und aßen eine Kleinigkeit in einem der zahlreichen Straßenrestaurants. Gura Humorului ist in Europa angekommen. Es hat eine attraktive Innenstadt mit Cafés und kleinen Einkaufszentren.
Das war nun ist unser letzter Tag in der Bukowina. Wir hatten einige Postkarten geschrieben und wollten diese abschicken. Doch zuvor brauchten wir Briefmarken. In den Klöstern, in denen wir die meisten Postkarten gekauft hatten, gab es oft keine Marken dazu. Also suchten wir uns eine Post, in der Annahme, dort das Gewünschte zu bekommen. Die Post lag etwas abseits des Trubels. Die Schalterhalle bestand aus einer Fensterfront mit zwei oder drei „Schaltern“. Den größten Teil des Raumes nahm ein großer Tisch ein, um den herum Bänke und Stühle standen, Platz für mindestens 20 Personen. Mit unseren Postkarten gingen wir nun an den Schalter, zeigten auf das Feld, wo die Briefmarke hingehörte, zeigten zehn Finger und sagten Germany. Die Angestellte schrieb auf einen Zettel 21, eine Marke kostete 2,10 Lei – 10 Marken kosten 21,00 Lei. So weit so gut. Die Angestellte ging nach hinten kramte dort eine Weile und kam mit 5 Briefmarken zurück. Sie schrieb auf einen Zettel 10,50 – das stimmte zwar, wir wollten aber zehn Briefmarken. Wieder verschwand sie für gefühlte zehn Minuten nach hinten und kam mit fünf anderen Briefmarken zu 2,40 wieder. Der Situation entnahm ich, dass die 2,10-er Marken alle waren (AUF DER POST!!!), und nur noch 2,40-er da waren. Bevor ich jetzt noch weiter suche, wo ich Briefmarken kaufen könne, dachte ich mir, klebste eben 2,40-er auf die Karten. Ich signalisierte der Frau, dass ich diese Marken nehme. 33,00 schrieb sie auf ihren Zettel. 10,50 + 12,00 sind auf dieser Post 33,00 Lei! Wir hatten schon lange im Kopf ausgerechnet, was wir zu bezahlen hatten und waren keineswegs einverstanden. Die Frau kramte einen großen Taschenrechner hervor, rechnete und kam jetzt auf 22,50.



Kloster Voroneț

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Epilog

Für die Heimfahrt wählten wir eine andere Route. Wir fuhren über Cluj und passierten bei Oradea die Grenze. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir das Hotel „Route 60“. Wo wir noch einmal übernachteten. Wir bezahlten cash 25 € für das Zimmer mit Frühstück (zusammen für zwei Personen).
Vom „Route 60“ bis zur Grenze waren jetzt noch 80 Kilometer. Niemand kontrollierte uns an der Grenze, wir wurden wie immer durchgewunken. Kein Mensch interessierte sich dafür, ob wir eine Vignette hatten oder nicht. In Ungarn kauften wir die ungarische Vignette, die man nach der Grenze in kleinen Buden erwerben konnte. Wir stellten das Navi an. Noch zehn Stunden bis nach Hause.
Es war nicht ganz in dieser Zeit zu schaffen, wir machten unterwegs mehrfach Rast, aßen das frische Obst, das wir noch in Rumänien in den Dörfern gekauft hatten und fuhren auch mal einen Rastplatz an. Um 23:00 waren wir dann zu Hause.

Die Reise hat meine Erwartungen erfüllt. Ich habe das Land kennengelernt in dem mein Vater geboren wurde, habe meine Familie dort gefunden und konnte mir ein Bild von einer Region machen, die man hierzulande gar nicht kennt. Wer ein Liebhaber sakraler Kunst ist, in die Geschichte eintauchen will und wer Landschaft genießen möchte, dem kann ich die Bukowina nur empfehlen. Ich denke, mit diesem Reisebericht konnte ich eine ganze Menge Vorurteile abbauen, die man bei uns so von Rumänien noch hat.



Dorfidylle

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Kommentare

  • Christina87

    Hallo,

    ich hab dein Bericht gefunden, auch wenn ich nicht weiss wie alt er ist, aber dennoch ist er sehr interessant,weil ich mich auch für die Bukowina interessiere.
    Meine Oma kam auch von da und ich möchte auch gerne wissen woher meine Verwanden so kam. Ich möchte auch gerne einmal dahin und mir alles anschauen zu mal ich gehört hab, das das Haus in dem meine Oma aufgewachsen ist noch existieren soll. Danke für den Bericht und ich konnte so einiges erfahren.

    MFG

  • Christina87

    Ich hab eben gesehen, das er von 2011 stammt. :)

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