Marina Klimchuk Muss ich die Ukraine lieben, nur weil ich dort geboren bin?

Als sie fünf Jahre alt war, verließ Marina Klimchuk mit ihren Eltern die Ukraine. Nach dem russischen Angriff auf das Land, in dem sie geboren wurde, beginnt für Klimchuk eine erneute Reise: zur eigenen Identität
Als sie fünf Jahre alt war, verließ Marina Klimchuk mit ihren Eltern die Ukraine. Nach dem russischen Angriff auf das Land, in dem sie geboren wurde, beginnt für Klimchuk eine erneute Reise: zur eigenen Identität
© David Payr
Als sie fünf Jahre alt war, verließ Marina Klimchuk mit ihren Eltern die Ukraine. Seit sie zurückdenken kann, war das Land nicht Heimat, sondern korrupt, sexistisch und antisemitisch. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist das anders. Ein Essay

Als ich aufwache, ist Krieg. Ich tappe barfuß in die Küche, um Schwarztee zu machen. Rufe aus Reutlingen meine ukrainische Freundin in Wien an. Ihre Mutter befindet sich zu dem Zeitpunkt noch in Borodjanka, eine Kleinstadt, in der man wenige Wochen später Dutzende Leichen aus dem Schutt bergen wird. Während das Teewasser kocht, weinen wir zusammen in den Hörer.


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