Nationalismus Vom Terroristen zum ukrainischen Volkshelden: Mythos Stepan Bandera

Das öffentliche Gedenken an Bandera begann nach 1990. Die meisten Denkmäler wurden in der Westukraine aufgestellt. In Iwano-Frankiwsk steht das Monument auf dem Europaplatz
Das öffentliche Gedenken an Bandera begann nach 1990. Die meisten Denkmäler wurden in der Westukraine aufgestellt. In Iwano-Frankiwsk steht das Monument auf dem Europaplatz
© Mikhail Palinchak
Kaum eine historische Figur wird in der Ukraine so verehrt wie Stepan Bandera. Und ist gleichzeitig so umstritten. Der Mann, der für einen unabhängigen ukrainischen Staat kämpfte, verübte Terroranschläge, war ein Antisemit und arbeitete mit den deutschen Nationalsozialisten zusammen
Fotos: Mikhail Palinchak

Ein Mord am helllichten Tag, 15. Oktober 1959, im Münchner Studentenviertel Maxvorstadt: Der KGB-Agent lauerte im Hausflur, in der Hand eine Röhre mit einer speziellen Sprühvorrichtung. Als Stepan Bandera, ukrainischer Nationalist im deutschen Exil, gegen 13 Uhr ins Treppenhaus tritt, bläst ihm der Agent ein gasförmiges Gift ins Gesicht. Bandera stolpert, fällt hin. Als er etwas später aufgefunden wird, lebt er noch, doch das Gift tut bereits seine Wirkung: Bandera stirbt an den Folgen einer Cyanidvergiftung.  


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