Konfliktregion Schwere See am Schwarzen Meer: Porträt eines umkämpften Gewässers

Küstenabschnitt am Schwarzen Meer bei Akhtopol, Bulgarien
Achtopol, Bulgarien: Nahe der kleinen Stadt säumt Steilküste die See: der Fuß des Strandscha-Gebirges, das hier im Schwarzen Meer endet
© Florian Bachmeier
Das Schwarze Meer ist zu 90 Prozent tot – aber der Rest hat es in sich. Seit Jahrtausenden ringen Menschen hier um Lebensraum. Die Küstengebiete der Türkei, Ukraine, Russland, Bulgarien und anderen Anrainer sind ein Schmelztiegel der Kulturen
Text: Jens Mühling, Fotos: Florian Bachmeier

Kapitän Mustafa Mermer trägt die Baseballmütze tief in der Stirn, die Sonne brennt, sein Nacken hat die Farbe eines durchgegarten Steaks. Um zehn Uhr morgens legt er mit der „staç-7“ vom Ufer ab – ein Floß mehr als ein Schiff, zehn Meter lang und vier Meter breit, 342 PS. Mermer war lange Zeit Fischer, doch als er auf die 50 zuging, machten seine Knochen nicht mehr mit. Seit zweieinhalb Jahren steuert er nun im Auftrag der Istanbuler Stadtverwaltung die „staç-7“ den Bosporus rauf und runter. Wo Mermer früher Fische fing, fischt er heute Müll.

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