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Leseprobe: Das Auge der Erkenntnis

Wohl kaum ein Gerät hat die Astronomie so bereichert wie das "Hubble"-Weltraumteleskop

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Lesen Sie einen Auszug aus der neuen Ausgabe von GEOkompakt zum Thema "Der Urknall":


Weil im All die störende Atmosphäre der Erde fehlt, vermag Hubble verblüffend scharfe Bilder aufzunehmen (Foto von: NASA)
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Weil im All die störende Atmosphäre der Erde fehlt, vermag Hubble verblüffend scharfe Bilder aufzunehmen

Kurz vor Weihnachten 1995 beginnt das Experiment: mit der Suche nach dem unscheinbarsten Ort im Weltraum. Er soll keine Objekte der Milchstraße beherbergen: keinen Stern, keinen Himmelskörper, der kosmische Radiowellen aussendet. Zudem soll möglichst wenig Wasserstoff in der Sichtlinie liegen. So leer und dunkel muss der Ort sein, dass nichts den Blick des Weltraumteleskops "Hubble" in die Tiefe des Alls behindert.

Wie durch ein Guckloch soll das Fernrohr durch diesen dunklen Ort in eine nie zuvor erreichte Ferne schauen. Und damit gleichzeitig in die Frühzeit unseres Kosmos. Denn je weiter ein Objekt entfernt ist, desto länger muss sein Licht zu uns unterwegs sein – und desto jünger ist es.

In rund 600 Kilometer Höhe kreist die Großsternwarte Hubble um die Erde. Sie ist länger als ein Schulbus und etwa so schwer, und sie schaut mit ihren mächtigen Kameras und Spektrometern zehnmal schärfer als je ein Teleskop zuvor in den Weltraum. Seit Ende 1993 begeistert Hubble mit gestochen scharfen Fotos von fantastischen Welten: Planeten, Sonnen, Nebeln und fernen Galaxien. Aber wie tief vermag es unter besten Bedingungen ins All zu schauen?

Monatelang fahnden Astronomen im Frühjahr und Sommer 1995 deshalb nach dem dunkelsten Himmelsort. Sie arbeiten im Auftrag von Robert Williams, dem Direktor des Space Telescope Science Institute in Baltimore, USA. Williams will für den Blick in die Tiefe zehn Tage seiner wertvollen "Direktorenzeit" verwenden, die ihm alljährlich zusteht, um die Sternwarte im Weltraum kurzfristig auf unvorhergesehene Ereignisse zu richten, etwa eine plötzliche Supernova.

Schließlich entscheiden sich die Astronomen in Baltimore für einen winzigen Ort am Nordhimmel. Er liegt am Großen Wagen (Teil des Sternbildes Großer Bär), nördlich des Sterns Delta Ursae Majoris, einem der Sterne der "Deichsel" des Wagens. Für einen Beobachter auf der Erde ist der Ort so klein wie eine rund 25 Meter entfernte Zehn-Cent-Münze. Ein menschliches Auge erkennt dort oben nichts als Dunkelheit. Nur mit den besten erdbasierten Teleskopen werden eine Handvoll Himmelsobjekte unserer Heimatgalaxie sichtbar.

Am 18. Dezember 1995 richten die Forscher das Weltraumauge auf das nahezu leere Himmelsfeld. Zehn Tage lang nimmt es 342 Fotos in vier präzise definierten Lichtwellenbereichen auf: Ultraviolett, Rot, Blau und Infrarot. Je nach Farbe dauert eine Belichtung zwischen 15 und 40 Minuten.

Die Bilder werden mit der "Wide Field and Planetary Camera 2" aufgenommen, die in Form und Größe einem Konzertflügel ähnelt. Im Inneren der Kamera arbeitet ein Elektromotor und dreht einen Filter für die jeweilige Wellenlänge in den Strahlengang. Später sollen die Fotos zu einem einzigen Farbbild kombiniert werden.

Ob Hubble tatsächlich Staunenswertes in der unendlichen Tiefe des Universums entdecken wird, kann da noch kein Astronom sagen. Sollte es jedoch Licht aus einer fernen Welt auffangen, werden die Strahlen seit Milliarden Jahren unterwegs gewesen sein und aus der Frühzeit des Universums stammen.

Den vollständigen Text können Sie in der neuen Ausgabe von GEOkompakt zum Thema "Der Urknall" nachlesen.


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