Seit die ukrainische Fotografin Anya Tsaruk ihr Land verlassen hat, um zunächst nach Polen zu gehen, dann nach Berlin, wird sie immer wieder nach ihrer Familie gefragt. Und sie weiß nicht, was sie antworten soll. Was ist Sicherheit seit der russischen Invasion? Wie lebt es sich mit der ständigen Bedrohung durch Drohnen und Raketen? Die Gefahr ist allgegenwärtig. Aber Anya Tsaruk möchte die Ukrainerinnen und Ukrainer nicht auf eine reine Opferrolle reduziert sehen. Nein, auch jetzt, sagt sie, verlieben sich Menschen in der Ukraine, feiern Weihnachten, adoptieren Hunde, kaufen Hochzeitskleider, schwimmen im Fluss, spenden Geborgenheit. Haben Hoffnung und Widerstandsgeist. In zärtlichen Bildern fängt Tsaruk bewusst auch unscheinbare Szenen ein: etwa das Mädchen Varvara in den Armen von Mutter und Tante.
© Anya Tsaruk / UNICEF Foto des Jahres 2025