Sie atmen die heiße Luft von unterirdisch glimmenden Feuern. Sie tragen Säcke statt Bücher. Sie trinken verdrecktes Wasser. Sie waten barfuß durch schwarzen Schlamm. Und statt der Glocke, die zum Schulbeginn ruft, hören sie die Spitzhacken in den Kohleminen. Das ist Kindheit in Jharia, bekannt und berüchtigt als "the burning city", seit rund hundert Jahren eines der größten Kohlefelder Indiens. Der indische Fotograf Sourav Dashat schon mit vielen Reportagen das Schicksal von Kindern dokumentiert, deren Leben nicht viel mehr ist als ein Überlebenskampf unter härtesten Bedingungen. Ohne Gesundheitsversorgung, ohne Spielplatz, ohne Klassenzimmer. Und nicht selten als kleine Arbeiter eingesetzt, um zum Familienlohn beizutragen. Manche von ihnen wohnen in Ruinen, wenn Häuser und Hütten durch sich auftuende Risse im unterhöhlten Boden zusammenfallen. Manchen hat sich der Kohlestaub derart in die Gesichter gefressen, dass sie wie pechschwarze Gespenster, in Lumpen gekleidet, über die qualmenden Halden huschen. Oder aus den Eingängen zu den Kohlestollen kommen. Nach indischem Gesetz ist Kinderarbeit unter 14 Jahren verboten. Geahndet aber werden Verstöße dagegen noch immer selten.
© Sourav Das / UNICEF Foto des Jahres 2025