Der Binnenstaat Mongolei gehört zu den 20 größten Ländern der Welt. Und ist extrem dünn besiedelt. Zwei Menschen leben hier im Durchschnitt pro Quadratkilometer; etwa 240 sind es in Deutschland. Und doch hat die Mongolei, einst berühmt für ihren "heiligen blauen Himmel", ein gravierendes Umweltproblem, und es betrifft vor allem die Bevölkerung von Ulaanbaatar, der Hauptstadt, in der fast 50 Prozent der etwa 3,5 Millionen Einwohner leben. Es ist die Kohle, die für etwa 70 Prozent der Energiegewinnung steht. Die vom Verbrennen der Kohle verursachte Feinstaubbelastung führt zu außergewöhnlichen Raten an Lungenentzündungen, Asthma, Bronchitis und Herzkrankheiten und wird für schätzungsweise zehn Prozent aller Todesfälle verantwortlich gemacht. Die in Russland geborene, inzwischen mit französischer Staatsangehörigkeit ausgestattete Fotografin Natalya Saprunova hat in ihren Bildern festgehalten, dass und wie die Luftverschmutzung auch Kinder trifft. Bereits in einem Kindergarten der Hauptstadt sind Luftfilter aufgestellt, um die Schadstoffkonzentration zu mildern. Vierjährige Mädchen werden mit Atemwegserkrankungen in Hospitäler eingewiesen, die Lungen von Kleinkindern werden geröntgt, jedes Jahr sterben Dutzende Menschen an Kohlenmonoxid-Vergiftungen, während aus hunderttausenden Schornsteinen braune Wolken in die im Winter bis zu minus 30 Grad kalte Luft aufsteigen.
© Natalya Saprunova / UNICEF Foto des Jahres 2025