60 Jahre Mauerbau Hightech am Todesstreifen: Honeckers groteske Pläne für die "Mauer 2000"

Innerdeutsche Grenze, Angehörige der NVA an der Mauer, Berlin, 1967
Innerdeutsche Grenze, Angehörige der NVA an der Mauer, Berlin, 1967
© picture alliance / ullstein bild | Lehnartz
Seismische Sensoren, Infrarot und Mikrowellenschranken: Noch 1989 wollte die SED-Führung die Grenze zum Westen mit viel Elektronik für das nächste Jahrtausend aufrüsten – und endgültig zu einem unüberwindbaren Bollwerk machen. Name des wahnwitzigen Projekts: „High-Tech-Mauer 2000“

Anfang 1989 liegt die Wirtschaft der DDR am Boden, dem Staat geht das Geld aus, die Kritik am SED-Regime wächst, Monat für Monat flüchten mehrere tausend Bürgerinnen und Bürger aus dem Sozialismus Richtung Bundesrepublik. Doch Partei- und Staatschef Erich Honecker verkündet am 19. Januar unbeirrt: Die Mauer „wird auch in 50 oder 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.“

Was für den „antifaschistischen Schutzwall“ in Berlin gilt, das gilt auch für die innerdeutsche Grenze insgesamt. „In den nächsten Jahren (bis 2000 und später)“ werde es dabei bleiben, dass die DDR „das Grenzregime in der Form der Grenzsicherung ausgestalten“ müsse, stellt das Kommando der Grenztruppen fest.


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