Artemis-Mission Was wollen die da? Das steckt hinter dem neuen Wettlauf zum Mond

Das Objekt neuer Begierde: Als die USA vor einem halben Jahrhundert den Mond erkundeten, steuerten sie zunächst seinen Äquator an. Nun liegt der Fokus auf den Polen
Das Objekt neuer Begierde: Als die USA vor einem halben Jahrhundert den Mond erkundeten, steuerten sie zunächst seinen Äquator an. Nun liegt der Fokus auf den Polen
© Imago
Fast 50 Jahre, nachdem Menschen zuletzt auf dem Mond standen, nimmt der Wettlauf dorthin erneut Fahrt auf. Nun schickt die US-Weltraumbehörde NASA das unbemannte Raumschiff "Orion" zum Erdtrabanten, als Auftakt ihres "Artemis"-Programms. Doch nicht nur die USA, unzählige weitere Länder und Unternehmen bereiten Mondmissionen vor: Es geht um Rohstoffe und Prestige
Von Alexander Stirn

Die USA wollen es, Thailand will es. Europa und Russland wollen es, China sowieso, aber auch Mexiko, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie alle wollen ein gemeinsames Ziel im All ansteuern, entweder noch dieses Jahr, auf jeden Fall aber in den folgenden Jahren. Sie alle wollen zum Mond.

106 geplante Mondmissionen von 19 Staaten und Raumfahrtagenturen hat allein das Center for Strategic and International Studies (CSIS), eine außenpolitische Ideenschmiede in Washington, in einer aktuellen Analyse gezählt. Landesonden und Roboterfahrzeuge sind darunter, zudem Satelliten für die Navigation, Kommunikation und Überwachung des Mondes. Zusammen sollen sie die Logistik bereitstellen für ein großes Ziel: die Nutzung, um nicht zu sagen: die Ausbeutung, des Erdtrabanten.

Fünfzig Jahre nach der bislang letzten Landung von Menschen auf dem Mond ist ein neuer Wettstreit im All ausgebrochen. Während es in den 1960er Jahren, beim Rennen zwischen den USA und der Sowjetunion, vor allem ums Prestige ging, um Nationalstolz und um die eigene Flagge im Mondstaub, geht es diesmal ums große Geschäft – oder zumindest um die Hoffnung darauf. Staaten und Unternehmen wollen Claims abstecken, Tatsachen schaffen und die eigenen Regeln, die eigenen rechtlichen Rahmenbedingungen durchsetzen. Sie stürzen sich in einen Goldrausch in 380 000 Kilometern Entfernung – allerdings ohne zu wissen, ob dort überhaupt Gold lockt.


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