Loslassen Weshalb Tagträume uns produktiv machen können – und Multitasking selten funktioniert

Tagträumen: Wertvoller, als viele meinen 
Tagträumen: Wertvoller, als viele meinen 
© mauritius images / Westend61 / Kniel Synnatzschke
Wer häufig in Gedanken abschweift und zu Tagträumen neigt, gilt vielen als leistungsschwach und ineffizient. Doch seit Kurzem erkennen Forschende: Derart zerstreute Menschen finden für Probleme oft originelle Lösungen  – denn sie schöpfen aus Quellen, die dem bewussten Denken meist verschlossen bleiben

Wer stets konzentriert ist, kann sich gesellschaftlicher Achtung sicher sein. Denn Konzentrierte gelten als Erfolgsmenschen, als Vorbilder, als Hochleister. Wer die Gedanken dagegen zuweilen schweifen lässt und sich in Tagträumen verliert, steht schnell im Verdacht, un­ergiebig zu sein, ein Leistungsverweigerer, ein unzuverlässiger Kollege. Er muss damit rechnen, als jemand angesehen zu werden, der mit dem Tempo der Gegenwart nicht mitkommt, seine Zeit vergeudet, statt sie sinnvoll zu nutzen.

Dabei gehört das Tagträumen, dieser oft so geschmähte Geisteszustand, zum Alltag jedes Menschen. Waren die Gedanken eben noch auf eine Aufgabe fokussiert, schweifen sie plötzlich ab zu einem anderen Thema, zum Abend zuvor etwa, dem Essen von letzter Woche, zum Sehnsuchtsort im nächsten Urlaub. Knapp die Hälfte ihrer täglichen Wachzeit, so haben Forscher in einem Experiment festgestellt, verbringen Menschen in einem Zustand ohne fokussierte Konzentration.


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