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Gesundheit Natron gegen Sodbrennen: Was kann das Hausmittel?

Mann mit Sodbrennen
Häufig sind Menschen von Sodbrennen betroffen, die rauchen oder viel Alkohol und Kaffee trinken
© onephoto - Adobe Stock
Wenn Magensäure über die Speiseröhre aufsteigt und die Schleimhäute reizt, entsteht Sodbrennen. Neben Medikamenten schafft noch etwas anderes Abhilfe: ein altbewährtes Hausmittel ist Natron gegen Sodbrennen

Es brennt im Hals, lässt Trinken und Essen zur Qual werden und scheint aus dem Nichts zu kommen: Sodbrennen. Für das unangenehme Gefühl im Übergang zwischen Hals und Rachen kann es viele Ursachen geben. Stress auf der Arbeit oder im Privatleben, fettiges Essen, reichlich Alkohol – der Magen reagiert und produziert Magensäure im Übermaß, die vom Oberbauch aufsteigt.

Das Ergebnis: Ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, das in den Hals- und Rachenraum ausstrahlt - oft auch verbunden mit saurem oder bitterem Aufstoßen.

Magensäure sorgt in der Speiseröhre für Beschwerden

Wer in dem Fall kein Medikament gegen Sodbrennen nehmen will, der kann in die Hausapotheke oder sogar in die Küchenschublade greifen. Zumindest wer regelmäßig als Hobbybäcker unterwegs ist, hat hier Speisenatron stehen. Das altbewährte Treibmittel wird oft als Ersatz für Backpulver genommen. Natriumhydrogencarbonat – die exakte chemische Bezeichnung für das Natriumsalz – hilft aber auch gegen Sodbrennen.

Der Grund: Natron neutralisiert die Magensäure. Das Hydrogencarbonat ist mit seinem pH-Wert über 7,5 leicht basisch und lässt sich bei Beschwerden mit der Säure des Magens völlig unkompliziert einnehmen. Dafür wird lediglich ein Teelöffel Backnatron in einem großen Glas mit stillem Wasser aufgelöst und ein paar Mal kräftig mit dem Löffel umgerührt. Dann kann die alkalische Flüssigkeit in ein paar kleinen Schlucken langsam getrunken werden.

Natron gegen Sodbrennen nicht überdosieren

Wenn Sie regelmäßig unter Sodbrennen leiden, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin zur Rate ziehen und auch nicht übermäßig Speisenatron als Mittel gegen das Sodbrennen nehmen. Der Körper scheidet überschüssiges Natron nicht einfach wieder aus, sondern verwertet es. Bei einer Überdosierung von Natron kann es passieren, dass der dadurch der natürlich pH-Wert des Körpers aus der gesunden Balance gerät. Die Folge können Magenschmerzen oder Durchfall sein.

Löffel mit Natron über einem Wasserglas
Zum Behandeln von Sodbrennen wird ein Teelöffel Natron in einem großen Glas mit stillem Wasser aufgelöst
© Laurentiu Iordache - Adobe Stock

Eine strenge Angabe für die verträgliche Einnahme von Speisenatron gegen Sodbrennen gibt es nicht. Als Faustregel gilt aber, dass ein Erwachsener ein- bis dreimal täglich einen halben bis einen ganzen Teelöffel Natronpulver in Wasser aufgelöst in kleinen Schlucken trinken kann. Die Einnahme von Natron gegen Sodbrennen kann über einen gewissen Zeitraum vollzogen werden – die Kur sollte aber nicht länger als zwei Wochen dauern.

Reflux bringt Säure aus dem Magen an die Schleimhaut

Als Reflux wird das Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre auch bezeichnet. Damit das im Normalfall nicht passiert, hat die Natur dem Ganzen einen körperlichen Riegel vorgeschoben: einen Schließmuskel am Übergang von der Speiseröhre zum Magen. Kommt es wiederholt und regelmäßig zu Sodbrennen, kann das daran liegen, dass dieser Schließmuskel nicht mehr richtig arbeitet.

Dieses gesundheitliche Problem wird Stiller Reflux genannt und sollte medizinisch angegangen werden. Chronische Reflux-Patientinnen und -Patienten haben durch den ungehinderten Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre vor allem im Liegen ausgeprägtes Sodbrennen. Funktioniert die Reflux-Barriere nicht, können Schlafstörungen mit allen gesundheitlichen Auswirkungen die Folge sein.

Wer chronischen Reflux hat, kann zu folgenden Mitteln greifen:

  • Das gesamte Bett schräg stellen, dadurch liegt der Oberkörper erhöht.
  • Die Essensmenge reduzieren.
  • Abnehmen bei Übergewicht: Das Bauchfett übt Druck auf den Schließmechanismus am Mageneingang aus.
  • Vor dem Zubettgehen etwa zwei bis drei Stunden nichts mehr essen.

Wasser, Tee und Kaugummi im Einsatz gegen Sodbrennen

Doch ganz egal, welche Art von Reflux vorliegt – das Neutralisieren der Magensäure lindert in jedem Fall die Beschwerden. Dafür gibt es auf der Hausmittel-Seite außer Natron noch einige andere Möglichkeiten:

  • Kaugummi kauen: Dadurch wird der Speichelfluss angeregt. Speichel ist leicht basisch und kann dadurch kleine Mengen von Magensäure neutralisieren.  Außerdem verdünnt der Speichel die aufgestiegene Säure in der Speiseröhre und transportiert sie beim Schlucken zurück in den Magen.
  • Lauwarmes Wasser trinken: Auch durch Wasser wird die Säure angemessen und lindernd verdünnt. Wichtig ist, dass das Wasser still ist. Enthaltene Kohlensäure würde den Säureeffekt eher noch verstärken.
  • Kamillentee trinken: Der Tee ist säurearm und beruhigt die angegriffene Schleimhaut. Schwarzer Tee eignet sich bei Sodbrennen nur bedingt. Das enthaltende Koffein kann den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schwächen.

Alkohol, Kaffee und Nikotin verursachen Sodbrennen

Generell lässt sich sagen, dass bei Sodbrennen auf bestimme Dinge verzichtet werden sollte. So sind Alkohol, Kaffee oder Zigaretten durch enthaltende Säure,Koffein und Nikotin wahre Beschleuniger des unangenehm brennenden Gefühls im Brust, und Hals- und Rachenraum. Zu enge Kleidung sollte ebenfalls vermieden werden. Der Druck auf den Magen kann zum Aufsteigen der Magensäure und zu Sodbrennen führen. Sehr süße oder sehr fettige Speisen sind typische Auslöser für Sodbrennen.

Zusammengefasst gilt: Gegen Sodbrennen gibt es Medikamente, aber auch verschiedene Hausmittel. Und wer seinen Magen nicht übermäßig mit Säure, Fett oder Zucker strapaziert, auf sein Körpergewicht und den Lebensstil achtet, kann sich bei einem gesunden Körper sogar darauf verlassen, dass das lästige Brennen gar nicht erst entsteht. Denn die Magensäure bleibt dann dort, wo sie hingehört: im Magen.


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