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Kohlenhydrate, Zucker, Fett Wie sich die Leber auf natürliche Weise entgiften lässt

Visuelle Darstellung einer Leber an einer jungen Frau
Eine ungesunde Ernährung, zu viel Alkohol und Nikotin sind die Hauptursachen für Giftstoffe in der Leber
© Pixel-Shot - Adobe Stock
"Was ist Dir denn über die Leber gelaufen?" Dieser bekannte Spruch macht die zentrale Rolle der Leber deutlich. Geht es dem Organ schlecht, hat das negative Auswirkungen auf unseren gesamten Körper. Deshalb: Beim Leber entgiften tut man sich selbst etwas Gutes. Die Wege und Mittel dafür sind erstaunlich einfach

Die Leber ist praktisch der Zentralbahnhof für unseren Stoffwechsel. Jeden Tag fließen rund 2000 Liter Blut durch das Organ. Die Leber filtert Krankheitserreger und Schlackenstoffe heraus, scheidet sie über Nieren und Galle aus. Alkohol, Medikamente und sogar Nikotin gehören dazu. Ohne die Leber geht in unserem Körper nichts.

Die Natur hat das Organ deshalb mit einer robusten Gesundheit ausgestattet. Die Leber hat nicht einmal eigene Schmerzrezeptoren. Das macht zunächst Sinn, denn angesichts der vielen verarbeiten Schadstoffe wäre es ungünstig, wenn uns die Leber ständig weh tut.

Überlastete Leber: Kohlenhydrate, Fett und Zucker machen dem Organ zu schaffen

Allerdings: Die Natur konnte nicht ahnen, welchen Lebensstil der moderne Mensch entwickelt. Das Resultat: Die Leber wird oftmals mit Fett, Kohlenhydraten und Zucker, Alkohol und Nikotin überlastet – kann sich aber nicht durch Schmerz zu Wort melden.

Eine überlastete Leber entwickelt sich deshalb schleichend. Rund fünf Millionen Deutsche leiden nach Schätzungen von Krankenkassen und Ärzten unter einer Fettleber oder Leberproblemen. Symptome sind zum Beispiel:

  • unerklärliche Müdigkeit
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Juckreiz der Haut
  • Gelbliche Verfärbung der Augen
  • Schwellung zwischen den Augenbrauen an der Nasenwurzel
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Starker Gewichtsverlust
  • Bluthochdruck

Fettleber als Folge falscher Ernährung

Kommen zu den genannten Symptomen noch Schmerzen im Oberbauch dazu, kann das alles ein Zeichen für ein Leberproblem sein: die Fettleber hat sich entwickelt. Auch hier stammen die Schmerzen zwar nicht originär von der Leber. Weil die gestresste Leber sich durch die Anreicherung von Fett vergrößert hat, drückt sie aber auf das umliegende Gewebe und die Organe. Schreitet die Verfettung fort, bildet sich Narbengewebe – der Anfang der bekannten Leberzirrhose bis hin zum Leberversagen.

Was also tun, um das Organ zu entlasten und die Leber zu entgiften? Die gute Nachricht: Das Organ ist so robust angelegt, dass die Lebersich sogar bei einer vorliegenden Fettleber wieder vollständig regenerieren kann. Dafür ist aber eine Umstellung des Lebenswandels notwendig und vor allem eine entsprechende Ernährung. Das ist der Punkt, mit dem die Leber auch schon vor einer Schädigung entgiftet und entlastet werden kann.

Leber entgiften durch Bitterstoffe in Gemüse

Die Natur hat hierfür eine ganze Reihe von Mitteln aufgelegt, die der Leber bei ihrer Arbeit helfen. Dazu gehören vor allem verschiedene Sorten von Gemüse, Obst oder auch Kräutern. So kurbeln die enthaltenen Bitterstoffe zum Beispiel den Gallenfluss sowie den Fettstoffwechsel an und helfen der Leber, sich zu entgiften.

Zitrone aktiviert Enzyme, die die Leber entgiften sollen
Zitrone aktiviert Enzyme, die die Leber entgiften sollen
© Alexander Borisenko - Adobe Stock

Zu empfehlenswerten Lebensmitteln gehören unter anderem:

  • Knoblauch – regt die Leberaktivität an, Schadstoffe werden schneller ausgeschieden
  • Artischocken – enthalten viele Bitterstoffe, unterstützen die Leberentgiftung
  • Brokkoli, Rettich, Radieschen – stärken die Leberfunktion
  • Bittere Salate und Löwenzahn – regen die Fettverbrennung an
  • Ingwerwärmt von innen, stärkt das Immunsystem, entlastet die Leber
  • Zitrone – neutralisiert Säuren im Körper, aktiviert Enzyme und Verdauung
  • Aprikose – enthält viele Antioxidantien, schützt vor Zellschäden
  • Walnüsse – enthalten Gluthation, Omega-3-Fettsäuren und L-Arginin. Ammoniak wird besser ausgeschieden
  • Paranüsse – enthalten viel Zink, unterstützt die Leberregeneration
  • Leinöl – die Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend
  • Grüner Tee – gilt als entgiftend und entfettend
  • Kurkuma – enthält Curcumin, soll die Leber vor Giftstoffen schützen und Leberzellen regenerieren
  • Mariendistel – enthält Silymarin, das die Leberzellen kräftigt und regenerieren soll – gut als Tee anwendbar

Neben dieser Ergänzung des täglichen Speiseplans ist die Leber vor allem auch dafür dankbar, wenn Zucker, Fett und vor allem Kohlenhydrate reduziert werden. Die Fettleber entsteht mämlich nicht aus Fett, sondern wegen zu vieler Kohlenhydrate im Essen. Eiweiß hingegen hilft der Leber beim Entfetten. Alkohol und Nikotin sollten reduziert oder bestenfalls ganz weggelassen werden, damit die Leber sich entgiften kann.

Bewegung hilft Körper und Leber beim Entgiften

Um richtig arbeiten zu können, braucht die Leber ausreichend Bewegung. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Leber auf Olympia-Niveau bringen müssen. Bereits eine halbe Stunde pro Tag spazieren gehen oder Rad fahren hilft der Leber auf die Sprünge. Und wer mehrere Wochen regelmäßig maßvoll Ausdauersport macht, kann sogar seine Fettleber in kurzer Zeit deutlich reduzieren. Durch die Bewegung bauen Sie notwendigerweise Übergewicht ab, denn auch das steht der Leber bei ihrer gesunden Arbeit im Weg.

Wasser trinken ist enorm wichtig für die Gesundheit

Ausreichende Bewegung kann deshalb auch Teil einer Kur für die Entgiftung der Leber sein. Genügend zu trinken ist dabei die Basis für das Ankurbeln im Stoffwechsel. Täglich zwischen 1,5 Liter bis zwei Liter Wasser – bestenfalls ohne Kohlensäure und gefiltert - oder ungesüßter Tee sollten es im Alltag und auch während einer Kur schon ein.

Wer die Flüssigkeitsmenge erhöhen will, kann das in Verbindung mit einer Fastenkur machen – wie Intervallfasten, Basenfasten oder Saftfasten. Generell sollte das Fasten aber mit Bedacht und genügend Information im Vorfeld gemacht werden, um den Körper nicht zu sehr zu belasten. Achtung ist bei Frucht- oder Obstsäften angebracht. Der enthaltene Fruchtzucker steigert die Fetteinlagerung in der Leber und führt zu Entzündungen.

Leberwickel hilft beim Leber entgiften

Wer seine Leber zusätzlich während einer Fastenkur oder anderer Entgiftungsphasen unterstützen will, greift am besten zum Leberwickel. Die Wärme regt die Durchblutung im Organ an und unterstützt so die schnellere Entgiftung. Hierfür brauchen Sie lediglich eine Wärmflasche sowie ein kleines und mittleres Handtuch.

Das Gästehandtuch wird in warmes Wasser getaucht und ausgewrungen, dann doppelt gefaltet auf die Leber gelegt – rechts unter den Rippen des Brustkorbs. Die mit warmem Wasser gefüllte Wärmflasche kommt oben drauf. Dann wickeln Sie das große Handtuch einmal fest um sich herum und legen sich 30 Minuten aufs Bett oder Sofa. Dabei tief und bewusst atmen unterstützt die Leber zusätzlich beim Entgiften.

Vier Wochen Kur um Leber zu regenerieren

Wer seine Leber entgiften möchte, sollte dafür mindestens vier Wochen einplanen. Solange braucht das wichtige Organ laut Ärzteverbänden, um sich zu erholen und bestenfalls sogar - abhängig vom Zustand - zu regenerieren.

Der Verzicht auf schädliche Substanzen wie Alkohol und Nikotin, ausreichend Flüssigkeit, Gemüse, Nüsse und Obst wie Erdbeeren, Orangen, Mandarinen oder Bananen und Kräuter sollten aber auch danach zum Lebenswandel für eine gesunde Leber gehören. Denn ein Medikament gegen eine Fettleber oder Leberschäden gibt es bisher nicht.


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