Hirnforschung Warum wir unseren Kopf beständig fordern sollten – und Bewegung geistig fit hält

Unser Gehirn profitiert, wenn wir es durch Training fordern 
Unser Gehirn profitiert, wenn wir es durch Training fordern 
© Westend61/Getty Images
Wer aktiv bleibt, kann die mit zunehmendem Alter nachlassende Leistungskraft des Gehirns ausgleichen. Der Neuroforscher Gerhard Roth erklärt, wie sich auch in späteren Jahren immer wieder Neues lernen lässt – und wie wichtig das für das Denkvermögen ist

GEOplus: Herr Professor Roth, weshalb verändert sich unsere Geisteskraft im Laufe des Lebens? Warum gelingen uns manche Dinge in der Jugend besser als im Alter und umgekehrt?

Prof. Gerhard Roth: Wie jedes andere Organ verändert sich auch das Gehirn im Laufe der Jahrzehnte. Die Nervenzellen leiten in späteren Jahren zum Beispiel Signale nicht mehr ganz so schnell weiter. Rein physiologisch ist dieser Prozess völlig normal. Dagegen können wir nichts machen. Das heißt jedoch nicht, dass wir geistig merklich abbauen: Unser Gehirn ist – wenn wir es genügend fordern – erstaunlich gut in der Lage, Defizite zu kompensieren. Ein 70-Jähriger mag zwar nicht mehr ganz so schnell denken können wie ein 16-Jähriger. Aber er ist dadurch ja nicht automatisch dümmer. Das liegt unter anderem daran, dass es nicht nur eine Form von Intelligenz gibt – und je nach Alter entfaltet der Mensch im Fortgang seines Lebens eine andere.

Welche Formen unterscheidet man?


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