Endlich verstehen Warum hat ausgerechnet der Februar 28 Tage?

Der zweite Monat im Jahreskreis ist zugleich der kürzeste
Der zweite Monat im Jahreskreis ist zugleich der kürzeste
© Collage: © GEO; Foto: chayathonwong / Getty Images
Der Februar hat mal 28 und mal 29 Tage. Warum traf den zweiten Monat des Jahres dieses Schicksal?

30 oder 31 Tage haben die Monate im Jahreskreis, mit einer Ausnahme: dem Februar. Er zählt nur 28 Tage – oder in einem Schaltjahr 29.  Um unseren Kalender zu verstehen, muss man sich seine Geschichte anschauen. Er ist das Ergebnis jahrtausendelangen Ringens. Er sollte zusammenzuführen, was eigentlich nicht zusammenpasst: Auf der einen Seite sollte die Dauer des Mondzyklus die Länge der Monate vorgeben, auf der anderen Seite bestimmte der Sonnenzyklus die Länge des Jahres. 

Im Versuch, die 365 Tage des Jahres (genauer: 365,256 Tage) auf zwölf Mondzyklen (zusammen etwa 354 Tage) aufzuteilen, blieb oft ein Monat, dessen Tageszahl von den anderen abwich. Kurios ist, dass dieses Schicksal ausgerechnet den zweiten Monat des Jahres traf. Wäre es nicht naheliegender, dass der letzte Monat die verbleibenden Tage auf sich vereint?

Ursprünglich war genau das auch der Fall. Unser Kalender entwickelte sich aus dem römischen, und dort begann das Jahr einst mit dem März. Die Ursprünge des römischen Kalenders liegen in der Dunkelheit der Geschichte und sind entsprechend sagenumwoben. Offenbar existierte vor der Entstehung der Republik (oft datiert auf 509 v. Chr.) ein Mondkalender aus zehn Mondphasen, also Monaten.

Dieser Kalender begann im Frühling. Er diente vor allem den Bauern zur Orientierung, wann sie ihre Felder bestellen und die Ernte einfahren sollten. Allerdings verblieben nach dem zehnten Monat um die 60 Tage bis zum Frühlingsanfang. Sie bildeten den kalendarisch nicht organisierten Winter, in dem die Arbeit auf den Feldern ohnehin ruhte. 

Seinen Namen erhielt der Februar von dem römischen Sühnefest februa, das als Teil der Lupercalien stets in der Mitte des Monats stattfand. Um die Stadt Rom rituell zu reinigen, wurde unter anderem ein Bock oder ein Hund geopfert und dessen Blut auf die Stirn zweier Männer gemalt. Womöglich diente das Blutopfer als Ersatz für Menschenopfer. Diese Darstellung schuf der italienische Barockmaler Annibale Carracci (1560–1609)
Seinen Namen erhielt der Februar von dem römischen Sühnefest februa, das als Teil der Lupercalien stets in der Mitte des Monats stattfand. Um die Stadt Rom rituell zu reinigen, wurde unter anderem ein Bock oder ein Hund geopfert und dessen Blut auf die Stirn zweier Männer gemalt. Womöglich diente das Blutopfer als Ersatz für Menschenopfer. Diese Darstellung schuf der italienische Barockmaler Annibale Carracci (1560–1609)
© History and Art Collection / Alamy Stock Photos / mauritius images

In der Republik wuchs der Kalender dann auf zwölf Monaten an. Der Winter wurde in zwei Monate geteilt, Januar und Februar, wobei Letzterer die verbliebenen Tage erhielt. Diese beiden Monate stellte man dem Jahreskreis voran, sodass der Januar fortan den Jahresanfang bildete.

Dass das Jahr einst im März begonnen hatte, zeigt sich jedoch noch heute im Namen einiger Monate. Der September war einst der "siebte Monat" (lateinisch septem), heute ist er der neunte Monat. Das gleiche Schicksal traf den Oktober (octō für acht), November (novem für neun) und Dezember (decem für zehn). Sie alle bezeichnen nicht mehr korrekt ihren Stand im Jahreskreis. 

Das Beispiel zeigt, wie sehr der Mensch ein Gewohnheitstier ist: Lieber nummeriert er 2000 Jahre lang die Monate falsch durch, als sich einmalig umzugewöhnen und den siebten fortan als neunten Monat zu bezeichnen. 

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Auch der Juli und der August wurden ursprünglich bloß als fünfter und sechster Monat bezeichnet. Dann aber benannten die Römer den fünften Monat zu Ehren Julius Caesars um. Einige Dekaden später erhielt auch der erste Kaiser Roms, Augustus, seinen eigenen Monat. 

Damit stellten die Römer diese Herrscher in eine Reihe mit Gottheiten, denn die Namen der ersten Monate haben allesamt einen religiösen Hintergrund: Januar heißt nach dem Gott Janus, Februar nach dem Sühnefest Februa, März nach dem Kriegsgott Mars, April womöglich nach der Liebesgöttin Aphrodite, und Mai und Juni sind nach den Göttinnen Maia und Juno benannt.

Später wollten sich einige Kaiser ebenfalls verewigen, indem sie den September umbenannten, doch keiner setzte sich damit langfristig durch. Auch nicht Caligula, der den September vorübergehend nach seinem Vater nennen ließ. Sonst hieße der Monat noch heute: Germanicus. 

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