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Fatale Fehler Unschuldige hinter Gittern: Wenn die Forensik irrt

  • von Martin Angler
Forensische Beweisstücke gelten meist als unfehlbar. Viel zu oft werden sie jedoch falsch interpretiert. Ein Problem der Forensik ist ihr teilweise pseudowissenschaftliches Fundament
Ermittler am Tatort, ihre fast entsetzten Blicke anscheinend auf ein Opfer gerichtet. Was surreal aussieht, ist so gewollt: Der US-amerikanische Fotograf Max Aguilera-Hellweg, selbst Mediziner, begleitete Forensiker, dokumentierte ihre Ausbildung, besuchte Tatorte. Und inszenierte alles so, dass Betrachter sich wie Beteiligte fühlen
Ermittler am Tatort, ihre fast entsetzten Blicke anscheinend auf ein Opfer gerichtet. Was surreal aussieht, ist so gewollt: Der US-amerikanische Fotograf Max Aguilera-Hellweg, selbst Mediziner, begleitete Forensiker, dokumentierte ihre Ausbildung, besuchte Tatorte. Und inszenierte alles so, dass Betrachter sich wie Beteiligte fühlen
© Max Aguilera-Hellweg

Schreie reißen Julie Rea Harper im Morgengrauen des 13. Oktober 1997 aus dem Schlaf. Sie läuft sofort in das Zimmer ihres Sohnes Joel Kirkpatrick, doch das Bett des Zehnjährigen ist leer. Dafür steht im Zimmer ein Mann mit einer Skimaske. Auf dem Boden liegt ein blutiges Steakmesser. Es kommt zum Handgemenge zwischen den beiden. Die junge Mutter folgt dem Unbekannten in den Hinterhof. Dort schlägt er sie nieder und flüchtet.

Erschienen in GEOkompakt Nr. 73 (2022)