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Tourismus-Modellprojekte Erste Region verschiebt den Start – was Reisende wissen sollten

Blick auf den Timmendorfer Strand
Am Timmendorfer Strand und in der inneren Lübecker Bucht werden vorerst noch keine Touristen empfangen – der Start verschiebt sich
© Krzysztof Pazdalski/Shutterstock
Seit dem 19. April können Urlauber durch Tourismus-Modellprojekte nach Schleswig-Holstein reisen. Während die Schleiregion und Eckernförde schon Gäste empfangen, verschiebt sich der Start an einem Standort auf unbestimmte Zeit. Eine Reise an Nord- und Ostesee ist aber nur unter strengen Auflagen möglich. Eine Übersicht der Regeln und Termine

Rund 39 Prozent der Menschen in Deutschland wollen laut einer Umfrage in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie noch verreisen. Ein Urlaub in Deutschland ist momentan noch fast nirgendwo möglich. In Schleswig-Holstein können Reisende seit dem 19. April durch Tourismus-Modellprojekte wieder Urlaub machen – bisher nur in einer Modellregion.

Nordfriesland mit der Insel Sylt, Büsum, die Schleiregion samt Eckernförde sowie die innere Lübecker Bucht gehören zum Projekt. Wer im Norden Urlaub machen möchte, muss sich an strenge Auflagen halten. Doch die Projekte stehen auf wackligen Beinen – steigende Inzidenz-Werte sorgen für eine Verschiebung des Starts in der Lübecker Bucht auf unbestimmte Zeit.

Was Reisende vor Ort beachten müssen, wann die Projekte starten, wo man übernachten kann und welche Öffnungen geplant sind. Ein Überblick.

Welche Kriterien und Voraussetzungen gelten für die Modellprojekte?

Urlaub an Ost- und Nordsee wird nur unter strengen Auflagen möglich sein, wie aus einem Konzeptpapier des Landeswirtschaftsministeriums von Schleswig-Holstein hervorgeht: In den vier Regionen darf die 7-Tage-Inzidenz nicht höher als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sein, in Beherbergungsbetrieben muss jeder Gast bei Anreise einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist, es muss die Möglichkeit für weitere Tests geben, eine digitale Kontaktnachverfolgung und weitreichende Hygiene- und Schutzkonzepte sind notwendig. Außerdem müssen die Projekte wissenschaftlich begleitet werden.

Die Öffnungen können nur mit der Zustimmung der zuständigen Gesundheitsämter stattfinden. Im Ernstfall können die Behörden die Projekte abbrechen. "Wir wollen beweisen, dass Tourismus verantwortungsvoll durchführbar ist", sagt Bernd Buchholz, Wirtschafts- und Tourismusminister von Schleswig-Holstein. Die Modellprojekte sind zunächst auf vier Wochen begrenzt, können aber verlängert werden.

Ab wann ist ein Urlaub in den teilnehmenden Regionen möglich?

Nur in der Schleiregion und Eckernförde können Touristen schon seit dem 19. April Urlaub machen. In die Lübecker Bucht sollten Gäste bereits am 26. April reisen dürfen. Doch wegen steigender Corona-Zahlen ist der Start auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Region Nordfriesland und die Insel Sylt wollen gemeinsam zum 1. Mai starten und in Büsum geht es neun Tage danach los.

Was müssen Urlauber bereits vor der Anreise beachten?

Voraussetzung für den Aufenthalt im Norden ist ein negativer Antigen-Schnelltest oder ein PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die Kontakte sollen digital über die "Luca-App" nachverfolgt werden. Diese sollte schon vor dem Urlaub auf dem Smartphone installiert werden. Reisende, die kein Smartphone haben, können einen "Luca-Schlüsselanhänger" nutzen. Diese sollen über die Beherbergungsbetriebe erhältlich sein. In der Schleiregion müssen Gäste eine Verpflichtungserklärung ausfüllen, die sie von ihrer Unterkunft bekommen, und innerhalb von 48 Stunden zurücksenden müssen.

Wo dürfen Reisende übernachten?

In der Lübecker Bucht sollten Urlauber urspünglich ab dem 26. April in Unterkünften zur Selbstversorgung übernachten und ab dem 3. Mai auch in Hotels. Wegen der steigenden Corona-Werte vor Ort ist bisher unklar, wann das Projekt starten kann. In anderen Regionen dürfen Beherbergungsbetriebe ab dem ersten Tag des Projekts öffnen dürfen.

Dürfen mehrere Haushalte beispielsweise eine Ferienwohnung gemeinsam nutzen?

Hier greift die Landesverordnung von Schleswig-Holstein: Es darf ein Haushalt, unabhängig von der Personenzahl, oder ein Haushalt mit einem weiteren Haushalt, aber nicht mehr als insgesamt fünf Personen, eine Unterkunft gemeinsam nutzen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Müssen sich Touristen während des Aufenthalts vor Ort testen lassen?

In der Lübecker Bucht, in Nordfriesland und der Ostseeregion Schlei ist alle 48 Stunden ein neuer Test nötig. In Eckernförde müssen Urlauber, die zwei Tage oder länger bleiben, sich erneut testen lassen, sagt Stefan Borgmann, Eckernfördens Touristik-Chef gegenüber dem "NDR".

Außerdem kann für den Besuch von Freizeiteinrichtungen oder Gastronomie ein zusätzlicher Test, nicht älter als 24 Stunden, nötig sein. Nur Ergebnisse von Antigen-Schnelltests oder ein PCR-Tests zählen. Ein Selbsttest aus der Apotheke oder dem Discounter reicht nicht aus. Testen lassen müssen sich Kinder ab sechs Jahren. Die Testpflicht gilt auch für Geimpfte.

Was wird vor Ort geöffnet sein?

Nur Betriebe, die an dem Modellprojekt teilnehmen, werden in den vier Regionen öffnen. Neben Hotels können Urlauber auch Restaurants oder verschiedene Freizeiteinrichtungen besuchen. Was unter welchen Bedingungen öffnen darf, unterscheidet sich an den verschiedenen Orten.

In der Schleiregion ist beispielsweise nur die Außengastronomie geöffnet, in Eckernförde können Gäste auch in den Innenräumen speisen und auch in der Lübecker Bucht soll Innengastronomie möglich sein. In Nordfriesland sollen Freizeitangebote im Freien wie Stadtführungen oder Wattwandrungen möglich sein.


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