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Illegaler Tierhandel Deutsche wollten mehr als 300 Spinnen und Skorpione von Kolumbien nach Deutschland schmuggeln

Taranteln – hier ein Symbolbild – sind auch bei Terrarienbesitzer*innen beliebt
Taranteln – hier ein Symbolbild – sind auch bei Terrarienbesitzer*innen beliebt
© BVpix/Adobe Stock
Am Flughafen der kolumbianischen Hauptstadt beschlagnahmten die Behörden Hunderte Plastikbehälter mit Taranteln, Skorpionen und Riesenkakerlaken

Der Handel mit wild lebenden Tieren boomt. Und damit sind nicht nur Otter, Plumploris oder exotische Schlangen gemeint. Am Flughafen der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá haben Behördenmitarbeiter*innen auf einen Schlag 232 Spinnen, einen Skorpion mit sieben Jungtieren, neun Spinneneier und 67 Kakerlaken sichergestellt.

Die teils giftigen Tiere befanden sich in mehr als 200 Plastikboxen, versteckt zwischen Filmdosen, im Gepäck von zwei deutschen Staatsbürgern. Bei ihrer Vernehmung behaupteten die Besitzer zwar, die Tiere zu Forschungszwecken nach Deutschland bringen zu wollen. Die erforderlichen Genehmigungen für den Fang und den Transport der Tiere konnten sie allerdings nicht vorweisen. Ihnen drohen hohe Geldstrafen und ein Strafverfahren.

Nun sollen Expert*innen bestimmen, zu welchen Spezies die beschlagnahmten Tiere gehören. Je nach Spezies und Gefährdungsgrad sollen die Gliederfüßer dann freigelassen oder zurückgebracht werden. Behördenangaben zufolge stammen sie aus der Provinz Boyacá, etwa 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt.

"Wir hatten seit 2018 keine Lieferung von Taranteln in dieser Größenordnung mehr", sagte Bogotás Umweltministerin Carolina Urrutia Vásquez in einer Erklärung.

Flughafen als Drehscheibe für internationalen Handel

Der Polizei am El Dorado International Airport war erst im September ein Coup gelungen: Hier waren es fast 3.500 Haifischflossen und 117 Kilogramm Schwimmblasen von Fischen, die im Auftrag eines Transportunternehmens nach Hongkong verschickt werden sollten. In China sind Haifischflossen als Delikatesse oder als Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) begehrt.

Insgesamt, so die Ministerin Carolina Urrutia Vásquez, wurden im ausgehenden Jahr bisher mehr als 11.000 Wildtiere oder Bestandteile von Tieren geborgen, darunter mehr als 7.000 lebende und 159 tote Individuen sowie 3.846 Häute, Lederwaren, Muscheln oder getrocknete Exemplare.

Der illegale Handel mit Wildtieren ist lukrativ. Nach dem Drogen-, dem Menschenhandel und der Produktfälschung ist der Wildtierhandel mit einem geschätzten Volumen zwischen sieben und 23 Milliarden Euro das viertgrößte illegale Handelssystem der Welt.

Die betroffenen Tierpopulationen sind oft ohnehin schon durch die Zerstörung ihres Lebensraums oder die Auswirkungen des Klimawandels unter Druck, warnen Umweltschutzorganisationen.


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