Klimawandel Den Ozeanen geht der Sauerstoff aus: Erstickt das Leben im Wasser?

Klimawandel: Den Ozeanen geht der Sauerstoff aus: Erstickt das Leben im Wasser?
© Adobe Stock/Oleg Breslavtsev
Ozeane sind das Herz des Klima-Systems. Doch mit der Erwärmung geht ihnen die Luft aus: Sie verlieren Sauerstoff – und Todeszonen, in denen kein Leben möglich ist, breiten sich aus. Für viele Tiere, Pflanzen und Bakterien hat das dramatische Folgen. Doch es gibt auch Profiteure 

Als der Rekordsommer 2019 längst dem Herbst gewichen ist, machen die Forschenden des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel eine Entdeckung, die ihnen Sorgen bereitet: Die Messinstrumente, mit denen sie den Sauerstoffgehalt im küstennahen Wasser der Eckernförder Bucht messen, zeigen plötzlich extrem niedrige Werte an. An zehn Tagen im September und an fünf weiteren im Oktober machen sie fünf Meter unter der Wasseroberfläche nur noch einen Sauerstoffgehalt von unter zwei Milligramm pro Liter aus – das Wasser enthält damit so wenig Sauerstoff, dass die meisten Tiere und Pflanzen darin nicht mehr überleben können.  Und tatsächlich: Gleich fünf Mal beobachten die Meeresbiologen in diesem Zeitraum, wie Fische zu tausenden sterben. "Es ist erschreckend, wie chronisch der Sauerstoffmangel im Spätsommer schon ist, insbesondere nach einem warmen Sommer", sagt der an der Studie beteiligte Meeresbiologe Thorsten Reusch.

Was Reusch und sein Team in der Ostsee beobachten, lässt sich global in fast allen Ozeanen erkennen: Der Sauerstoffgehalt des Meeres sinkt - und zwar schneller, als Modelle das zuvor prognostiziert hatten.


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