Astronomie Der hellste Supermond des Jahres leuchtet am Nachthimmel

In der Nacht vom 7. auf den 8. April 2020 können Sterngucker in Mitteleuropa eine Besonderheit am Nachthimmel beobachten: den größten und hellsten Supermond des Jahres
Supermond

Der direkte Vergleich zeigt: So viel größer erscheint der "Supermond" als der Vollmond in seiner maximalen Distanz von der Erde

Genau genommen, ist der Supermond kein wissenschaftlicher Ausdruck. Geprägt hat ihn der amerikanische Astrologe Richard Noelle. Mit supermoon meinte er einen Vollmond (oder Neumond), der der Erde ungewöhnlich nahe kommt. Die Umlaufbahn des Erdtrabanten ist nämlich nicht exakt kreisförmig, sondern annähernd elliptisch – und exzentrisch: Die Erde liegt nicht genau im geometrischen Zentrum der Bahn. Zusätzlich wird diese komplizierte Reiseroute des Mondes- und damit seine Entfernung von der Erde - auch noch durch die Stellung der Planeten und der Sonne beeinflusst.

In der Nacht vom 7. auf den 8. April wird der Supermond nur 356.906 Kilometer von der Erde entfernt sein. Zum Vergleich: Am 24. März 2020 erreichte der Mond mit 406.692 Kilometern seine größte Entfernung in diesem Jahr, das sogenannte Apogäum.

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15 Prozent heller als ein normaler Vollmond

Ob der Supermond für vermehrte Erdbeben und Vulkanausbrüche sorgt, wie Noelle meinte, ist zwar nur in den Anfängen erforscht. Zumindest gibt es Hinweise, dass die Häufigkeit von Erdbeben bei Vollmond wegen der besonderen Massenkonstellation von Mond, Erde und Sonne zunimmt. Fakt ist: Der Erdtrabant erscheint durch seine relativ geringe Distanz von der Erde rund sieben Prozent größer und 15 Prozent heller als ein normaler Vollmond. Mangels eines Vergleichs ist der Unterschied mit dem bloßen Auge allerdings kaum wahrzunehmen. Übrigens erscheint der Mond bei seinem Aufgang über dem Horizont besonders groß. Dabei handelt es sich allerdings um eine optische Täuschung.

Der Vollmond am 7./8. April ist nicht nur ein Supermond – sondern zugleich auch noch der Ostervollmond: der erste Vollmond nach dem astronomischen Frühlingsbeginn im März.

Später im April verschwindet der Mond vom Nachhimmel – und macht die Bühne frei für ein anderes Himmelsspektakel. Der Meteorschauer der Lyriden sorgt besonders am 16. und am 25. April frühmorgens, vor Beginn der Morgendämmerung, für Leuchtspuren am Nachthimmel. Die werden, im Gegensatz zum Supermond, allerdings nur abseits der großen, hell erleuchteten Städte zu bewundern sein.