Wörter im schmelzenden Eis
In Uummannaq, einer Siedlung im Nordwesten Grönlands, ritzen Kinder Worte ins Meereis. Die Begriffe stammen aus dem Kalaallisut, dem westgrönländischen Dialekt, der für seine Fähigkeit bekannt ist, komplexe Veränderungen in langen zusammengesetzten Wörtern zu fassen. Während das Eis früher monatelang als sichere Verkehrsfläche galt, wird es heute dünner, poröser, unberechenbarer. Die Kinder verwenden Sprache, um das Unfassbare zu vermessen: neue Begriffe für neues Wissen, neue Risiken, neue Gefühle. In diesem Bild werden das Schmelzen und die Unsicherheit sichtbar. Nicht durch Daten oder Karten. Dafür aber durch eine junge Generation, die versucht, einer verändernden Welt Bedeutung zu geben.
© Adam Sébire / Walk of Water Fotowettbewerb 2026