Ein Boot für ein verschwundenes Meer
Auf der schier endlosen Salzfläche des ausgetrockneten Poopó-Sees versammeln sich Florencio, Pablo, Cipriana und Félix Mauricio in einem Boot. Ein Relikt aus Zeiten, in denen hier noch Fische statt Staub ihr Dasein bestimmten. Die Qotzuñi haben ihre traditionelle Existenz verloren: Mit dem Klimawandel, dem Wasserentzug für Landwirtschaft und Bergbau verschwand eines der größten Binnengewässer Boliviens fast vollständig. Heute widmet sich die Gemeinschaft dem Kunsthandwerk, um Erinnerung und Identität zu bewahren. Die Inszenierung auf der dürren Ebene ist eine Art Denkmal: für eine Kultur, die sich neu erfinden musste, und für ein Ökosystem, das nicht zurückkehren wird.
© Gastón Zilberman / Walk of Water Fotowettbewerb 2026