Was übrig blieb
In das seichte Wasser des fast ausgetrockneten Urmia-Sees tauchen die Hände einer älteren Frau, es ist die Großmutter der Fotografin Solmaz Daryani. Die Haut ist vom Leben gezeichnet, der See vom Klimawandel. In das einst größte Binnengewässer des Irans hätte noch in den 1990er Jahren der Bodensee neunmal hineingepasst. Heute bleibt vielerorts nur eine kristalline Kruste und flaches Restwasser zurück. Die Geste der Großmutter ist unscheinbar und zugleich tief: ein Prüfen, Tasten, vielleicht ein Erinnern an Zeiten, in denen der See noch ein Ort des Badens, der Erholung und des Alltags war. Und so verbindet das Bild eine persönliche Geschichte mit einer ökologischen Tragödie.
© Solmaz Daryani / Walk of Water Fotowettbewerb 2026