Frage des Tages: 11.5.2020 Von wem stammt das leicht abgewandelte Zitat "Die Dosis macht das Gift"?

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Von wem stammt das leicht abgewandelte Zitat "Die Dosis macht das Gift"?

a) von Hippokrates

b) von Aristoteles

c) von Paracelsus



 

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Von wem stammt das leicht abgewandelte Zitat "Die Dosis macht das Gift"?

a) von Hippokrates ❌

b) von Aristoteles ❌

c) von Paracelsus ✔️

Im Original heißt das Zitat von Paracelsus "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift." Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."  In moderner Kurzform wird daraus „Die Dosis macht das Gift“ oder in seiner lateinischen Version „dosis sola facit venenum“.

Paracelsus formulierte diese Einsicht im 16. Jahrhundert und begründete damit ein Prinzip, das bis heute als Fundament der Toxikologie gilt: Nicht der Stoff an sich, sondern die Menge entscheidet darüber, ob etwas schadet. Ob Wasser, Kochsalz oder Alkohol – jeder Stoff kann in hoher Dosis gefährlich werden, während klassisch „Giftiges“ in winzigen Mengen therapeutisch eingesetzt werden kann.

Warum der Satz heute aktueller ist denn je

Der Paracelsus-Satz prägt nach wie vor Richtlinien in Pharmakologie und Risikobewertung. Ob Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Pestizidrückstände in Lebensmitteln oder Luftschadstoffe – immer geht es um Dosis‑Wirkungs‑Beziehungen: Ab welcher Konzentration treten messbare Effekte auf, und ab wann werden sie für Menschen oder Ökosysteme problematisch? Regulierungsbehörden wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) oder das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) orientieren sich an Schwellenwerten wie NOAEL („No Observed Adverse Effect Level“) und LOAEL („Lowest Observed Adverse Effect Level“), um Grenzwerte abzuleiten. Paracelsus’ Grundidee – Giftigkeit als Frage der Exposition – steckt in allen diesen Konzepten, auch wenn die Modelle heute ungleich komplexer sind.

Paracelsus im Licht moderner Toxikologie

In der Fachliteratur wird Paracelsus’ Formulierung heute gleichzeitig als genial vereinfachend und als überholt beschrieben. Einerseits fasst sie in einem Satz, dass absolute „gute“ oder „böse“ Stoffe nicht existieren, sondern dass jede Substanz abhängig von der Menge sowohl nützen als auch schaden kann – ein Gedanke, der in aufgeheizten Debatten über „Chemie“ oft verloren geht. Andererseits zeigt die moderne Forschung, dass die Dosis eben nicht der einzige relevante Parameter ist: Expositionsdauer, Aufnahmepfad, chemische Form, Mischungen mehrerer Stoffe und individuelle Verwundbarkeiten sind ebenso entscheidend. Einige Autorinnen und Autoren schlagen daher vor, Paracelsus’ Lehrsatz neu zu lesen: „Die Dosis macht das Gift – aber niemals allein.“

Der schweizerisch-österreichische Arzt wurde als Theophrastus Bombast von Hohenheim geboren (1493 oder 1494) und starb im Jahr 1541. Er befasste sich intensiv mit den Wirkenstoffen von Heilpflanzen.

sho