Frage des Tages: 17.4.2020 Es gibt mehr Sterne im All als Sandkörner auf der Erde – stimmt das?

Gibt es wirklich mehr Sterne im All als Sandkörner auf unserer Erde? Oder ist dies ein Mythos? Damit beschäftigen wir uns in der Frage des Tages

Die Auflösung der Frage finden Sie unten.


Es gibt mehr Sterne im All als Sandkörner auf der Erde – stimmt das?

a) Ja

b) Nein

Achtung Auflösung!

Hier finden Sie die Antworten zur Überprüfung:

Es gibt mehr Sterne im All als Sandkörner auf der Erde – stimmt das?

a) Ja ❌

b) Nein ✔️

Kurze Erklärung: Die Zahl der Sterne im sichtbaren Universum gibt der australische Astronom Simon Driver mit 70 Trilliarden an. Eine Vergleichszahl für die Sandkörner auf der Erde gibt es nicht. Daher hat Hobby-Astronom Andree Rossow aus Schafflund bei Flensburg 1000 Sandkörner abgezählt und gewogen - und kam auf 1,1855 Gramm. 70 Trilliarden Sandkörner enthält demnach allein die etwa neun Millionen Quadratkilometer große Wüste Sahara - unter der Annahme, dass sie bis in sechs Meter Tiefe mit diesem groben Sand bedeckt ist. Man kann also davon ausgehen, dass es weit mehr Sandkörner auf der Erde gibt als Sterne im sichtbaren Universum.

Lange Erklärung: Die Aussage, es gebe mehr Sterne im All als Sandkörner auf der Erde, klingt beeindruckend – stimmt in dieser einfachen Form aber nicht. Für das sichtbare Universum legen Berechnungen nahe: Sand gewinnt.  Der australische Astronom Simon Driver hat die Zahl der Sterne im sichtbaren Universum grob auf etwa 70 Trilliarden geschätzt, also eine 7 mit 22 Nullen dahinter. Diese Größenordnung ergibt sich, wenn man die durchschnittliche Zahl von Sternen pro Galaxie mit der Zahl der Galaxien multipliziert. Schon das ist nur ein grober Richtwert: Weder alle Galaxien noch alle Sternentstehungsraten sind gleich, und der „sichtbare“ Teil des Universums ist nur der Bereich, aus dem uns Licht überhaupt erreichen kann.

Für Sand gibt es keine offizielle, globale Referenzzahl – niemand hat alle Sandkörner gezählt. Deshalb hat der Hobbyastronom Andree Rossow aus Schafflund einen pragmatischen Ansatz gewählt: Er hat 1000 Sandkörner abgezählt, gewogen und daraus hochgerechnet. 1000 Körner brachten es auf 1,1855 Gramm. Nimmt man nun an, dass die Sahara – rund neun Millionen Quadratkilometer groß – bis in sechs Meter Tiefe mit vergleichbar grobem Sand gefüllt ist, kommt man allein dort auf etwa 70 Trilliarden Sandkörner. Und das ist nur eine Wüste.

Hinzu kommen weitere Wüsten, Flussufer, Strände, Meeresböden und Sandlager im Erdinneren. Realistisch betrachtet übersteigt die Gesamtzahl der Sandkörner auf der Erde die Zahl der Sterne im sichtbaren Universum deutlich. Die populäre Aussage kehrt das Verhältnis also um: Nicht die Sterne sind „mehr“ als der Sand, sondern der irdische Sand ist – hochgerechnet – im Vorteil. Faszinierend bleibt beides: die unvorstellbare Weite des Kosmos und die gewaltigen Mengen an Materie, die schon auf einem einzigen Planeten wie der Erde vorhanden sind.

sho