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Gesunder Sport Was der Hüfte guttut

Wer Hüftschmerzen verspürt oder bereits eine Prothese hat, sollte Sportarten wählen, bei denen abrupte Stöße vermieden werden.
Gymnastik für die Hüfte

Gymnastik ist zur Vorbeugung einer Hüftarthrose sinnvoll und oft auch nach Einsetzen der Beschwerden geeignet – allerdings nicht bei akuter Entzündung

Zur Vorbegung von Hüftproblemen

Eine gut ausgebildete Muskulatur stabilisiert das Hüftgelenk und hält Becken und Oberschenkelknochen in der richtigen Position. Für ein regelmäßiges Training eignen sich insbesondere Sportarten mit harmonischen, gleitenden Bewegungsabläufen, die die Hüfte nur wenig belasten.

Dazu gehört neben Schwimmen, Fahrradfahren, Tanzen und Golfspielen auch der Ski-Langlauf: Diese Form des Wintersports kräftigt besonders die Bein- und Rumpfmuskulatur sowie die gelenknahen Bänder und Sehnen. Anders als etwa beim Joggen entstehen keine abrupten Stoßeinwirkungen auf die Gelenke.

Training für das geschädigte Hüftgelenk

Wer bereits an Hüftbeschwerden leidet, sollte ein Training wählen, das die Gelenke entlastet und sie gleichzeitig bewegt. Wassersportarten wie Schwimmen oder Aqua-Jogging erfüllen diese Bedingungen auf ideale Weise, aber auch Fahrradfahren in ebenem Gelände, Ski-Langlauf, Nordic Walking, Tai-Chi, Golfspielen oder Tanzen.

Patienten mit Hüftarthrose sollten während akuter Entzündungsschübe keinen Sport treiben und sich bei Alltagsbewegungen an drei Regeln halten: keine schweren Lasten über 25 Kilogramm heben, die Gelenke nicht durch zu langes Sitzen oder Stehen einseitig belasten und sich möglichst nicht auf die erkrankte Seite legen.

Sportarten mit künstlichen Hüftgelenken

Für Träger eines künstlichen Hüftgelenks bieten sich Sportarten an, welche die Prothese nicht durch abrupte Stöße belasten und die eine geringe Gefahr von Verletzungen bergen – zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren in der Ebene, Wandern, Segeln und Gymnastik.

Die Muskulatur hingegen darf und soll gefordert werden: Je ausgewogener und kräftiger sie trainiert ist, desto besser führt und entlastet sie das Kunstgelenk. Zudem regt regelmäßiger Sport den Knochenstoffwechsel an, sodass die Gelenkprothese zunehmend besser im Knochen verankert wird.

Wer in einer Sportart geübt ist und die erforderlichen Bewegungsabläufe nicht erst neu erlernen muss, kann sie meist auch nach einer Prothesenoperation betreiben: So darf ein geübter Skifahrer nach einer Operation oft zurück auf die Piste.

Patienten sollten dies aber stets mit ihrem Arzt besprechen – und generell weniger ehrgeizig agieren als mit dem natürlichen, gesunden Gelenk.

Literatur zum Thema Hüftgesundheit

  • Robert Kipping: "Operation Hüfte. Fragen an den Spezialisten"

    Wie verläuft eine Hüftprothesenoperation? Wie findet man den richtigen Arzt, was geschieht im Krankenhaus, welche Techniken und Materialien verwendet der Chirurg? Diese Fragen beantwortet der Autor, ein erfahrener Orthopäde und Unfallchirurg, in diesem kurzen und leicht verständlichen Buch, das Fachbegriffe erläutert, mögliche Komplikationen nennt und auch Details wie finanzielle Aspekte einer Operation berücksichtigt.

    Springer Medizin, 85 Seiten; 16,99 Euro
     
  • Wolfgang Ditzen, Natascha Becker: "Die Hüft-Sprechstunde. Alle Therapien von Naturheilkunde bis Hightechmedizin"

    Ditzen, Chefarzt der Gelenkchirurgie am St.-Vinzenz-Krankenhaus Hanau, und die Autorin Natascha Becker erklären die Funktion und Krankheiten des Hüftgelenks bei Erwachsenen
    und Kindern und informieren umfassend über konservative und operative Therapien. Eigene Kapitel behandeln Sportverletzungen und Rehabilitation und zeigen ein einfaches Trainingsprogramm für zu Hause.

    Herbig Verlag, 192 Seiten, 7,99 Euro.

 

Ein Experteninterview mit Chefarzt Professor Thorsten Gehrke zum Thema Hüftgesundheit sowie weitere Artikel zu diesem Thema lesen Sie in GEO WISSEN Gesundheit "Muskeln, Knochen, Gelenke".

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