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Reisebericht: Die wilden Pferde Rumäniens
Im Jahr 2011 reiste ich nach Rumänien, um die wilden Pferde im Letea-Wald zu beobachten und zu fotografieren. Das war eine unvergessliche Reise!
Das rumänische Dorf Letea
Ein NAVROM-Schiff, welches das Rückgrat der Schifffahrt im Donaudelta bildet, brachte uns auf dem Sulina-Arm von Tulcea nach Sulina. Das Ziel unserer Crew, die sich aus einem Tierarzt, einem Ornithologe-Übersetzer, einem Fotografen und einer Autorin zusammensetzte, war ein kleines rumänisches Dorf namens Letea. Vor uns lag aber noch ein weiter Weg. Seen und Sümpfe entlang des langen Kanals gingen fließend ineinander über, begleitet von Röhricht und Auewäldern. Überall, wohin man schaut, gestalteten die weidenden Pferde und Kühe aktiv das Aussehen der Landschaft mit. Die Tiere grasten besinnlich vor sich hin, ohne einander auch geringste Aufmerksamkeit zu schenken. Die herbstliche Sonne brachte die Natur erst so richtig zur Geltung und verwöhnte uns während der verträumten Fahrt.
Das streng bewachte Naturreservat Letea ist in den kargen alten Dünen entstanden. Der Waldstreifen, der in den Dünen liegt und sich in der Breite von 10 bis 250 Metern erstreckt, erinnert durch die üppige Pflanzenwelt und duftende Lianen an Tropenwald. Letea wird bewohnt von Falken, Eulen, Schwarzflügel-Reihern, Säbelschnäblern und Rotkammwildenten, Weißschwanzadlern und Wildkatzen. Hier sind Schildkröten, Eidechsen und etwa 1600 Insektenarten vorzufinden. Der Wald, die Dünen und das Röhricht geben etwa 2000 wilden und halbwilden Pferden ein Zuhause.
Mitten in der Sanddüne liegt ein kleines Dorf namens Letea, wo wir 3 Tage lang nächtigten. Es ist ein typisches Fischerdorf mit liebevoll gestalteten Häuschen, die durch Schilfdächer zuverlässig gegen Unwetter geschützt sind. Das 400 Jahre alte Dorf, in dem die Zeit förmlich stehen geblieben zu sein scheint, zählt etwa 2000 Einwohner. Sand soweit das Auge reicht, nichtsdestotrotz wachsen in jedem Garten verschiedenste Gemüse- und Obstsorten: Tomaten, Paprika, Kohl, Kartoffeln, Trauben und viele Blumen.
Im September findet man auf jedem Hof in voller Blüte stehende große prächtige weiße Büsche. „Amerikanische Wissenschaftler haben uns Diese mitgebracht“, erzählte uns im Vorbeigehen ein altes Mütterchen auf ukrainisch. Im Dorf leben ukrainische Altgläubige. „Diese Pflanzen wachsen hier so schnell wie Unkraut“, ergänzte sie und fuhr mit der Hand durch die Luft: „Schauen Sie, hier und dort - überall sind die weißen Blüten“.
Außer den Blumen sprangen uns sofort die unzähligen Pferde im Dorf ins Auge. Pferde sind hier das Hauptpersonen- und Materialbeförderungsmittel. Sie prägen das Bild des Dorfes und sind im Alltag unentbehrlich. Die meisten - dunkelbraun mit oder ohne Wildpferdabzeichen wie Aalstreifen und schwarze Fesselstreifung. Pferde standen überall auf den Grundstücken neben den Zauntüren, im Dorf und Umgebung. Durch das selbstgebastelte angelegte billige Geschirr mit schwerem Kopfstück mit harten Knoten sind die Pferde oft wund gescheuert. Mit den Metallfesseln an den Vorderbeinen können sie kaum einen Schritt gehen.
Die Dorfbewohner sind fast alle arbeitslos. Lebensmittel beziehen sie aus eigenen Gemüsegärten, um Milchprodukte herzustellen, fangen sie Kühe aus dem Schutzgebiet. Dank der Angellizenz dürfen sie viert Kilo Fisch am Tag aus den Kanälen Leteas fischen, was jedoch niemand kontrolliert.
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Was für ein bewegender Bericht, der so formuliert nur aus der Feder einer wahren Pferdeliebhaberin, wie Du es bist liebe Natalia, stammen kann. Das Schicksal dieser wilden Mustangs, über das Du hier erzählst, hat auch mich sehr berührt. Nebenbei habe ich auch noch einiges über dieses wunderbare Naturreservat Letea erfahren können, das in einer Gegend Rumäniens liegt, die wohl nicht viele kennen dürften.
Danke für's Mitnehmen!
LG Ursula -
Vielen, vielen Dank! Das war wirklich sehr interessante und gleichzeitig schmerzhafte Reise. Die schönen fast schwarzen Pferde mit den roten Mähnen! Leiden sollten die meisten sterben...
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