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Reisebericht: Anak Krakatau
Bei einem Aufenthalt auf Sumatra, besuchte ich im November 2010 die vulkanischen Inseln Krakatau.
Krakatau (indonesisch Rakata) ist eine vulkanische Inselgruppe und gehört zu Sumatras Provinz Lampung, sie befindet sich in der Sundastraße, einer Meerenge zwischen Java und Sumatra. Seit 1980 bildet Krakatau einen Teil des Ujung Kulon Nationalparks, dessen größter Teil sich auf Java befindet.
Bis zum großen Ausbruch am 26. und 27. August 1883, bestand Krakatau aus drei miteinander verbundenen Vulkanen, ihre Namen waren Pertawatan, Danan und Rakata. Vom höchsten der genannten, dem Rakata stammt der Name der Inseln ab. Der Ausbruch von 1883 hatte verheerende Folgen, die durch gewaltige Eruptionen entstandenen pyroklastischen Ströme und vor allem, bis zu 40Meter hohe Flutwellen töteten mehr als 36000 Menschen. Verwüstet wurden nicht nur die umliegenden indonesischen Küsten, die enorme Menge an Aschenpartikel in der Erdatmosphäre, beeinflussten das globale Klima noch Jahre. Ein Teil des Kegels vom Rakata blieb erhalten, der Rest versank in den Tiefen der See.
Seit 1927 wächst ein neuer Vulkan heran, ab 1930 hatte er sich als feste Insel etabliert, er heißt Anak Krakatau (sinngemäß, Kind vom Krakatau).
Der Ort Kalianda liegt an der Bucht von Lampung, am steilen Hang des Vulkans Rajabasa.
An einem Tag im November 2010 verließ ich das Hotel, dieser kleinen, lebhaften Stadt und begab mich auf den Weg, zum Fähranleger, nach Canti Vorbeigehend an bunten Häusern, kleinen Läden und Moscheen, erreichte ich die schmale Küstenstraße, die nach Canti führt. Zwischen der Küste und dem Fuß des Rajabasa, schlängelt sich die Straße durch landschaftliche Schönheit.In der flimmernden Hitze der Mittagssonne, sah ich mein Ziel vor mir.Bei einem starken Kaffee und etwas Ruhe im Schatten der Krone eines alten Baumes, waren die Strapazen des Fußmarsch schnell vergessen.
Schwer beladen beladen legte die Fähre ab, bei dem Ablegemanöver warfen hohe Wellen das Boot immer wieder zurück in Richtung des massiven, hölzernen Stegs. Mit Muskelkraft der Männer, langen Stangen und geschicktem Einsatz des Motors, kam das Boot unbeschadet aus der Brandung.
Fahrten mit traditionellen indonesischen Fähren sind immer ein Wagnis.Sie sind roh gezimmert, aus tropischem Holz, ständig muss das eindringende Seewasser abgepumpt werden,auch wenn weite Strecken auf See zurückgelegt werden, sind sie meistens überladen und es fehlen jegliche Rettungsmittel.
Die Überfahrt zur Vulkaninsel Sebesi (wird auch Seebeeze oder Bleezie genannt) verlief sehr angenehm.Es ist schön, auf den warmen Holzplanken des Decks zu liegen und die herrliche Landschaft mit ihren satt grünen, tropischen Inseln vorbei ziehen zu sehen.
Am späten Nachmittag legten wir am Landungssteg von Sebesi an. Steil und dicht bewachsen, ragte der 844 Meter hohe Kegel des Vulkans, majestätisch in den blauen Abendhimmel.
Beim großen Ausbruch des Krakatau 1883 fanden, die geschätzten 3000 Einwohner alle den Tod. Erst in den zwanziger Jahren wurde die damals verbrannte Insel, nach und nach wieder besiedelt. Heute leben auf ihr etwas mehr als 2000 Menschen und sie ist weitflächig, landwirtschaftlich kultiviert.Nur um den Gipfel des Kegels mit seinem Kratersee und in einigen verbliebenen Mangroven, kann man noch urwüchsige Flora finden.In der Nähe des Hafens, einen Steinwurf entfernt vom Strand, vermietet ein Mr. Hayun einfache Unterkünfte an die wenigen Touristen.Ein Häuschen war, nach der Begrüßung der Familie Hayun, schnell bezogen.Auf meine Frage nach einem Boot zum Krakatau, antwortete Mr. Hayun mit "no problem". Tatsächlich erschien er am späten Abend, mit zwei weiteren Männern, auf meiner Terrasse und wir einigten uns über den Preis der Überfahrt. Am nächsten Morgen trafen wir uns im Hafen, zu meinem Erstaunen, war das gemietete Boot, die Fähre mit der ich angekommen bin.Normalerweise verkehrt sie täglich, zwischen Sebesi und Sumatra, ich denke es ist wohl lukrativer einen Touristen zu begleiten.Nachdem ich die Besatzungsmitglieder bestehend aus, Mr.Hayun, dem Kapitän, einem Ranger und zwei Matrosen, begrüßt hatte begann die Fahrt. Hinter der schützenden Bucht des Hafens erwartete uns die raue See der Sundastraße, tapfer stampfte das schwere Boot durch die Wellen.
Schon beim Anlassen machte der Motor Schwierigkeiten, auf der Fahrt versagte er seinen Dienst, konnte aber wieder gestartet werden. Mit der Befürchtung, nicht anzukommen, kletterte ich auf das Oberdeck und fotografierte den in der Ferne rauchenden Anak Krakatau.Plötzlich war es schlagartig still, kein Motorgeräusch, ich wartete auf das Einsetzen der Maschine, nichts! Das Boot drehte sich quer zu den Wellen und fing an, fürchterlich zu schaukeln.Schnell band ich die Kamera fest und rollte darauf über das Deck, halt fand ich an den Handläufen.Von dort aus rutschte ich zum Einstieg in die untere Ebene, ich steckte den Kopf durch die Luke und sah, die Mannschaft vertieft in ihrem Morgengebet!
Nach der Andacht wurde der Motor angelassen und ohne weitere Vorkommnisse fuhren wir zum Anak Krakatau.
Standesgemäß wurden wir, vom wohl berühmtesten Vulkan unserer Erde empfangen.In kurzen Abständen , folgte einem dumpfen Grollen, eine gigantische Eruption.Asche rieselte nieder und es roch nach Gas und Schwefel, meterhoch spritzte Wasser auf, wenn Brocken aus dem Krater in die See geschleudert wurden. In schneller Fahrt umrundete das Boot, den nicht ganz ungefährlichen Anak Krakatau.
Auf der benachbarten Insel Sertung, bereiteten die Männer, neugierig beobachtet von einigen zwei meterlangen Waranen, ihr Mittagessen zu.
Noch lange sah ich hinüber zum Anak Krakatau mit seinen Eruptionen, was für ein Naturereignis, was für ein Tag!
WARNUNG!
Oft wird verschwiegen, dass in den letzten Jahren etliche Personen, bei einem Besuch des Anak Krakatau, ums Leben kamen!
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Der Bericht hat mir sehr gefallen.
LG Rolf -
Tolles Abenteuer. Danke dass du mich virtuell mitgenommen hast.
Liebe Grüsse
Guido -
Danke Guido,
mach ich doch gerne.
Gruß mhsch -
das ist ein Abenteuer, das den Namen irgendwie noch verdient
ich wäre gern dabei gewesen
leider war ich schon zwei Mal in Indonesien, wer weiß wann es mich das nächste Mal in die Ecke treibt ???
grüsse
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Berichte über Vulkane sind immer gut. Es gibt in der RC eine Gruppe Vulkane der Welt währe schön wenn du dein Bericht da verlinkst.
LG Anneken -
Exotisch, kurzweilig, bunt und ein wenig schaurig - das liest man gern zu Hause im sicheren Sessel, reflektiert über die Gefahren .. und wäre doch mit ins selbe Boot gestiegen - Inschallah.
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Omannomann! Was für ein Abenteuer! Packend, interessant und gut geschrieben!
LG Ursula -
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