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Reisebericht: DENALI: MEHR ALS NUR EIN BERG UND NATIONALPARK

Reisebericht: DENALI: MEHR ALS NUR EIN BERG UND NATIONALPARK

Eines der ganz grossen Highlights in Alaska ist der Denali Nationalpark in Zentralalaska. Rund um den Denali (Mt. Mc Kinley), dem mit 6194m höchsten Berg auf dem Nordamerikanischen Kontinent, erstreckt sich über 24.585 Quadratkilometer in schönster Lage einer der bekanntesten NP der USA. Wie ein Magnet zieht er im Jahr mehr als 400‘000 Besucher an, die einen oder mehrere Tage dort verbringen wollen. Um die Natur zu schützen wurde der Besucherandrang stark kanalisiert, ohne Reservierung lange vorher ist ein Besuch sehr schwierig.
Neben dem Park und dem gleichnamigen Berg hat es in der Region noch viel mehr wundervolle Bereiche, die den grossen Vorteil haben viel weniger überlaufen zu sein und an Naturschönheiten nicht minder spektakulär sind.

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Denali Higway

 
 
 
 
 

(43 Stimmen)

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Südlich des Parkeingangs des Denali NP (43 Km.) biegt bei Cantwell der Denali Hwy nach Osten ab und trifft nach 134 Mi (215 Km.) bei Paxson auf den Richardson Hwy. Die Bezeichnung Highway täuscht, fast über die ganze Distanz ist dies eine mehr oder minder rauhe Schotterpiste und weit entfernt von dem was wir uns so unter einer guten Verbindung vorstellen. Mit genügend Vorsicht lässt sich die wundervolle Strecke entlang der Alaska-Range aber auch mit einem Wohnmobil befahren und ist landschaftlich dem weiter südlich gelegenen Glen Hwy wohl vorzuziehen.
In der zweiten Woche September zeigt sich uns die Landschaft im rotgoldenen Farbenspiel des Herbst von ihrer schönsten Seite. Am Ufer des Nenana Rivers entlang verläuft die Piste auf ca 900 MüM. durch die Tundra, linkerhand reiht sich ein Gipfel der Alaska-Range an den Andern und der Nenena Glacier glitzert silbern aus der Ferne.
Am Rand der Strasse, nahe des Flusses, steht ein Trailer mit zwei ATV’s auf der Ladefläche. Auf dem einen der bei den Alaskanern heissgeliebten Gefährts ist ein geschossenes Karibou festgeschnallt, der Kopf vorn und der Körper hinten. Zwei reife Herren mit leicht schwerer Zunge liegen unter dem Trailer und mühen sich mit einem „Flat Tire“ ab. Sie seien auf der Jagd gewesen, hätten den erfolgreichen Abschuss mit ein paar Bieren gefeiert und nun dieser verfluchte Plattfuss! Kaum ist der defekte Reifen von der Achse, rollt er die abschüssige Böschung hinunter in den River und treibt mit der Strömung davon. Die verdutzten Gesichter der zwei Jäger sind zu komisch und wir können das Lachen nicht verbeissen... Humor ist wenn man trotzdem lacht, die Beiden stimmen in unser Gelächter ein und wir verbringen eine sehr vergnügliche halbe Stunde mit ihnen. Auf unsere Frage warum das Caribou seinen Kopf nicht am Body behalten durfte kommt die lakonische Antwort „Es passt sonst nicht auf das ATV“. So einfach ist das manchmal; unser Mitleid mit dem schönen Tier ist den Jägern unverständlich. „Es war so blöd sich abknallen zu lassen, das hat es nun davon.“ Ehrlich gesagt, wir lieben Rentierfleisch solange wir‘s nicht selbst erlegen müssen!



 
 
 
 
 

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Denali Highway II

 
 
 
 
 

(46 Stimmen)

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Bei der Brushkana River Bridge (MP 29.2) liegt der gleichnamige BLM Campground mit 18 Sites an der Einmündung zum Nenana River. Angesichts des herrlichen Wetters beschliessen wir ein paar Tage zu bleiben und unser rollendes Sofa gegen die Wanderschuhe zu tauschen. Der Herbst verwöhnt uns mit linden Temperaturen, einem knallig blauen Himmel und dem Feuerwerk der Farben, die Finnen nennen diese paar Tage im Jahr „Golden Ruska“, der goldene Russe. Die Wanderungen sind allererste Sahne, Alaska ist für Augen und die übrigen Sinne ein Paradies. Wir treffen auf Fliegenfischer, stossen auf ein Jagdcamp im Busch und lernen immer mehr über die Menschen in diesem grossartigen Land. Alle sind Patrioten, misstrauen dem Staat, wählen stramm Republikanisch und haben mit Barak Obama nichts am Hut. Alaska, die persönliche Freiheit und das Recht auf Waffen werden hochgehalten, „The lower 48“ rangieren weit unterhalb des eigenen Staates. Dass die Schweiz nicht Mitglied der EU ist verschafft uns eine gewisse Hochachtung, auch wenn wir des Öfteren mit den Schweden verwechselt werden... Will man als Einwohner die Natur Alaskas wirklich geniessen, braucht man nach Meinung der Leute hier ein paar wenige technische Geräte: 4WD Pickup mit Anhänger, ATV, Ski-Do, Air-Boat, ein Boot fürs Meer, Trailer, Angelausrüstung und Gewehre: Also fast nichts! Wir hatten über das Labour-Day Weekend das Gefühl als sei ganz Alaska auf dem „Playground“ entlang der Alaska-Range unterwegs, ein wenig Jagd, ein bisschen Fliegenfischen, Grillfreuden und ein paar Bier mit Freunden... So lässt sich’s Leben!
Neben den Freizeitjägern wird die Jagd auf Elche und Caribous auch als Beruf betrieben. Selbst in geschützten Arealen ist kein Jagdverbot, in bestimmten Bereichen allerdings nur mit Pfeil und Bogen was die Chance der Tiere beträchtlich erhöht. Die Jäger bleiben ein paar Wochen, die erlegten Tiere werden zerlegt in grossen Leinensäcken vor Fliegen geschützt zwischen die Bäume gehängt und alle paar Tage in Zivilisation gebracht. Da die Bären allgegenwärtig sind tragen die Männer grosskalibrige Pistolen umgeschnallt, ein martialischer Anblick. Voller Stolz führen uns die Jungs ihre Fahrkünste mit den ATV’s vor, wir „müssen“ für sie ein paar Bilder der Flussdurchfahrt schiessen...
Am Abend und in der Nacht leuchtet der Vollmond mit den Sternen um die Wette und verbreitet in unserem Camp eine mystische Stimmung, frischer Fisch und Steaks bruzzeln auf dem Campfire und wir lassen die Seele baumeln, leben die vergangenen Tage nochmals nach. Was für eine schöne Region, die verschneiten Gipfel, klare Flüsse und die süchtigmachenden Farben der herbstlichen Tundra, dazu Wildnis pur und sehr nette Menschen: Alaska!
Wir gondeln in kurzen Tagesetappen weiter gegen Osten, geniessen die teils ruppige Piste und Hicking entlang der fischreichen Flüsse, verlieren uns ein wenig und finden neue Freunde. Es gäbe noch viel zu berichten von dieser Stecke, hundert schöne Eindrücke von Gletschern und Gipfeln, kauzige Einwohner, die endlose Tundra und...
Lassen wir die Bilder die Geschichte weitererzählen, jedenfalls lohnt sich der Denali Hwy unbedingt für jeden Alaska-Reisenden.

Danke fürs Mitreisen Billy und Dani



 
 
 
 
 

(26 Stimmen)

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Kommentare
  • mpics 07.03.2010 | 23:20 Uhr

    Da packt einem das Fernweh und diese traumhafte Landschaft, eingefangen durch eure tollen Aufnahmen, lässt das Fotografenherz höher schlagen! Ach ja, ich träume weiter .........! :-)) Liebe Grüße, Michael

  • traveltime 08.03.2010 | 07:49 Uhr

    Das nenne ich einen Reisebericht!
    LG Rolf

  • enfrente 08.03.2010 | 08:10 Uhr

    Tolle Landschaft und wunderbare Fotos. Danke für diesen informativen Reisebericht. lg Romy

  • Aries 08.03.2010 | 10:27 Uhr

    Euer ganzer Enthusiasmus ist klar in Text und Bild zu spüren!
    Der Info-Gehalt hilft sicherlich denjenigen, die auch eine solche Reise planen, bzw. sich durch euren Bericht dazu inspirieren lassen.
    LG Hedi

  • hape35 08.03.2010 | 11:40 Uhr

    Wunderschöner Bericht, fantastische Fotos von einem... ja wirklich grandiosen Land!
    Danke Euch für´s "mit-reisen-lassen".
    Lieben Gruß aus Köln, Gudrun

  • mamaildi 08.03.2010 | 12:05 Uhr

    Was für eine tolle Reise! Und ein bisschen Pech mit dem Wetter lässt einen doch dankbarer werden für die schönen Tage - man lernt diese umso mehr zu genießen. Ich freue mich jedenfalls, dass ich euren wunderbaren Bericht genießen durfte - die tollen Bilder dazu habe ich in den letzten Tagen immer wieder schon bewundert wie sie nach und nach hier auftauchten...

  • debby83 08.03.2010 | 15:00 Uhr

    Ein wunderschöner Reisebericht mit grandiosen Fotos, die zum Träumen einladen. Danke!

  • nach oben nach oben scrollen
  • europy 08.03.2010 | 15:17 Uhr

    Du machst es einem wirklich schwer. Mein Gott, wie soll man bei den Bildern und der wunderbaren Beschreibung nicht in Fernweh und der Erinnerung verfallen??

    Dank für den schönen Bericht
    Peter

  • Zinni 08.03.2010 | 17:16 Uhr

    Ein wunderschöner Bericht mit tollen Fotos!

  • trollbaby 08.03.2010 | 18:53 Uhr

    Hallo Ihr Zwei!
    Schade, dass Ihr gerade im Denali NP so ein Wetterpech hattet, aber die anderen Tage haben Euch wahrhaftig dafür entschädigt! Ich muss gestehen, Alaska hat mich bis jetzt nicht sonderlich gereizt, aber nach Lesen Eures Berichts sowie nach Durchsicht der tollen Fotos würde ich am liebsten sofort dorthin!
    LG Susi

  • 238EWT 08.03.2010 | 22:33 Uhr

    Ich habe den Mt. Mc.Kinley zwar nur mit einer Linienmaschine auf dem Weg nach Südkorea überflogen. Der Pilot machte aber über Alaska bei schönem Wetter einen Kreisel um das Bergmassiv. Phantastisch, auch ohne Kamera von oben anzusehen. Damals, zu Sowjetzeiten im Februar 1988, gab es noch einen Zwischenstopp in Anchorage, weil Umwege über das Staatsgebiet der UDSSR notwendig waren. Kurz zuvor war eine B 747 der Korean Airline mit allen Insassen abgeschossen worden.
    LG Eberhard

  • pleuro 09.03.2010 | 15:46 Uhr

    Eure Begeisterung ist spürbar beim Lesen! Eure begleitenden Fotos sind wunderschön und lassen mich visuell mitreisen!! Zum Träumen!! LG Anne

  • brandriba 09.03.2010 | 17:50 Uhr

    @Alle Ganz ganz lieben Dank für Eure lobenden Worte und die vielen Punkte! Die Empfehlung vom 08.03 hat uns sehr gefreut, noch wichtiger sind uns aber Eure Kommentare! Das Wetterpech im Denali ist halt ebenso ein Bestandteil des Reisens wie die unglaublichen Tage davor und danach. Schön dass ihr Träume und Appetit bekommen habt, das ist der Sinn des Berichts! Ganz liebe Grüsse Billy und DAni

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  • BernieMayer 14.03.2010 | 15:50 Uhr

    Traumhaft, Ihr habt mir damit das Warten bis es im August für mich ab nach Alaska geht unheimlich schwer gemacht! ;-)) Die Vorfreude ist riesig! Super erzählt und wiedermal 1a Bilder!
    LG, Bernie

  • mamatembo 16.03.2010 | 09:49 Uhr

    Hallo Ihr zwei!
    Wieder ein wunderbarer, super illustrierter und mächtig Fernweh-machender Reisebericht; ich möchte sofort "North To Alaska" und ans campfire ...!
    LG Beate

  • Blula 19.03.2010 | 23:25 Uhr

    Ein in jeder Hinsicht fantastischer Reisebericht!!
    LG Ursula

  • windweit 20.03.2010 | 21:36 Uhr

    Was für Farben!
    LG, Gabi

  • harley_flanigen 03.04.2010 | 22:39 Uhr

    Das machte echt Laune diesen Bericht zu lesen ;-)
    LG
    harley_flanigen

  • Raudi 06.04.2011 | 12:41 Uhr

    Eigentlich ist ja schon alles gesagt ! Aber Danke das ihr mich auf diese Schöne Reise
    mitgenommen habt. Der Bericht und die Bilder dazu wieder einmal eine Klasse für
    sich. Ich hoffe ihr macht noch viele Reisen ! Freue mich jetzt schon auf den nächsten Reisebericht !!! LG Hans

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  • hans_pothorst 31.07.2012 | 21:39 Uhr

    Ich freue mich, dass der Denali State Park auch einmal gewürdigt wird. Er steht immer im Schatten des großen Bruders Denali NLP. Ich erinnere mich, den Byers Lake im August 2004 auch einmal umwandert zu haben, was natürlich schön war. Wir sahen auch rote Lachse im klaren Wasser eines Creeks, die mir noch genau in Erinnerung sind. Warum ich die allerdings nicht fotografiert habe, weiß ich heute nicht mehr.

    Beste Grüße
    Arne

  • Pinky3 04.12.2012 | 15:59 Uhr

    hallo, nun bin ich auch zu deinen reiseberichten durchgedrungen und es hat sich wirklich gelohnt, ich bin ja noch nicht so lange dabei und du hast mir mit diesem beitrag gezeigt wie ein reisebericht aussehen sollte, einfach toll da stimmt alles und die fotos sind fantastisch da muß ich noch viel üben um das so hinzubekommen :)).........lg gaby

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