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Fotogalerie: Verlassene Orte

Bauwerke, die sich selbst überlassen wurden, üben auf Betrachter eine besondere Faszination aus. Drei Fotografen machten sich auf Spurensuche in Europa

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Buzludzha-Denkmal, Bulgarien
© Michael Täger
Buzludzha-Denkmal, Bulgarien
Das Buzludzha-Denkmal auf dem Gipfel des Berges Chadschi Dimitar wurde 1981 errichtet - anlässlich des 1300-jährigen Jubiläums der Staatsgründung Bulgariens. Es umfasst einen Kongressaal, der umlaufend mit realsozialistischen Mosaiken verziert ist, und einen 115 Meter hohen, einst beleuchteten Turm. Seit dem Ende der sozialistischen Herrschaft in Bulgarien steht das Denkmal leer und ist Verfall und Vandalismus ausgesetzt
Palmburger Brücke, Königsberg (Kaliningrad)
© Robert Conrad
Palmburger Brücke, Königsberg (Kaliningrad)
Als 1938 die vierspurige Palmburger Brücke über die Pregel entstand, war sie mit 633 Metern die längste Brücke des Deutschen Reichs. 1945 wurde sie von deutschen Truppen gesprengt. Die Ruinen werden seit 2013 abgerissen
Nazi-Erziehungsanstalt in Ballenstedt
© Thomas Kemnitz
Nazi-Erziehungsanstalt in Ballenstedt
In Ballenstedt in Sachsen-Anhalt entstand ab 1936 der Prototyp der nationalpolitischen Erziehungsanstalten für das NS-Regime. Nach 1949 erfolgte dann der Umbau zur SED-Bezirksparteischule. Bis 2005 wurde der Komplex durch unterschiedliche Bildungseinrichtungen genutzt. Nur der Seisesaal fand seitdem eine neue Nutzung - als Sporthalle
Musikschule von Prypjat
© Michael Täger
Musikschule von Prypjat
Die fast 50.000 Bewohner von Prypjat, einst Vorzeige-Neubaustadt der sozialistischen Moderne, mussten nach der Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986 evakuiert werden. Die Stadt gilt wegen der die radioaktive Belastung bis heute als unbewohnbar
Festungsanlage Hanstholm, Dänemark
© Thomas Kemnitz
Festungsanlage Hanstholm, Dänemark
Die Festungsanlage Hanstholm war als Teil des "Atlantikwalls" ein wichtiger Verteidigungspunkt der Deutschen Wehrmacht im Norden Dänemarks während des 2. Weltkriegs. Gemeinsam mit einer Schwesteranlage im norwegischen Kristiansand, sollten weit reichende 38-cm-Geschütze ein Vordringen alliierter Schiffe bis zur Ostsee verhindern. Die Reste der Hauptanlage werden heute museal genutzt
Kraftwerk Kelenföld, Budapest
© Michael Täger
Kraftwerk Kelenföld, Budapest
Das Kraftwerk Kelenföld ging 1914 in Betrieb und wurde nach und nach erweitert. Während ein neues Gasturbinenkraftwerk nach wie vor in Betrieb ist, wurde der Teil des Kraftwerks, der besonders durch seinen Art-Deco-Leitstand besticht, 2007 stillgelegt und bereits teilweise zurückgebaut
Deutsche Küstenbatterie, Frankreich
© Robert Conrad
Deutsche Küstenbatterie, Frankreich
Mit der 1942-1944 entstandenen über 2600 Kilometer langen Küstenbefestigung des Atlantikwalls versuchte das Deutsche Reich vergeblich, seine westeuropäischen Eroberungen zu sichern. Die hier gezeigten Bauten von den französischen Festungsabschnitten Gironde und Biarritz wurden nie angegriffen. Als nutzlose Landmarken zeugen sie bis heute von der Sinnlosigkeit des Krieges
Treppenhaus des Hotels Belvedere in Dubrovnik
© Michael Täger
Treppenhaus des Hotels Belvedere in Dubrovnik
Das Hotel wurde 1985 von der Regierung der damaligen SFR Jugoslawien als eines der modernsten im Land errichtet. Nur sechs Jahre nach der Fertigstellung wurde das Hotel während der serbisch-montenegrinischen Belagerung Dubrovniks schwer beschädigt. Seit der Zerstörung im Jahr 1991 steht das Hotel leer. Im Jahr 2014 erwarb der russische Milliardär Wiktor Wekselberg den Komplex
Moldawischer Staatszirkus
© Michael Täger
Moldawischer Staatszirkus
Der moldawische Staatszirkus wurde 1981 eröffnet und bot seither Platz für 1900 Zuschauer. Nach der Unabhängigkeit Moldawiens und der nachfolgenden Inflation und Wirtschaftskrise wurde der Zirkus 2004 geschlossen
Teufelsberg, Berlin
© Thomas Kemnitz
Teufelsberg, Berlin
Der Teufelsberg ist ein aus 26 Millionen Kubikmeter Trümmern bestehender Berg auf den Resten des Rohbaus des NS-Bauprojektes "Wehrtechnische Fakultät". Ab den 1950er Jahren war der US-Geheimdienst NSA Hauptnutzer des Areals. Mit den verborgenen Antennenanlagen wurde tief in die Staaten des Warschauer Paktes hinein spioniert. Obwohl die Briten und Amerikaner bereits 1991 den Berg verließen, scheiterten bisher alle Pläne zur Umnutzung
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<strong>Stillgelegt - 100 Verlassene Orte in Deutschland und Europa</strong><br />
Fotos: Thomas Kemnitz, Robert Conrad, Michael Täger<br />
DuMont 2016<br />
224 S., 29,99 (D) (Foto von: )
Stillgelegt - 100 Verlassene Orte in Deutschland und Europa
Fotos: Thomas Kemnitz, Robert Conrad, Michael Täger
DuMont 2016
224 S., 29,99 (D)

Prypjat, die Stadt, die nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl aufgegeben werden musste: eine traurige Ikone des 20. Jahrhunderts. Wie kaum eine zweite Stadt versinnbildlicht sie menschliche Hybris, den enttäuschte Glauben an den Fortschritt, die Vergänglichkeit menschlichen Tuns. Wie sich die Natur Raum zurückerobert, wie die Gebäude und Gegenstände allmählich aus ihrem menschlichen Kontext befreit werden - das fasziniert seither Fotografen.

So auch Thomas Kemnitz, Robert Conrad und Michael Täger. Auf der Suche nach weiteren Orten in Deutschland und Europa, die im 20. Jahrhundert gebaut und wieder aufgegeben wurden, fanden sie Industrieanlagen und Eisenbahnbrücken, Kraftwerke und Kasernen, Kulturhäuser und Sportstadien: An- und Einsichten von einer ganz eigenen Poesie.

Mehr über das Buch: Stillgelegt - 100 Verlassene Orte in Deutschland und Europa
Mehr Fotos im Virtuellen Museum der Toten Orte (VIMUDEAP): vimudeap.info




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