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Die Deutsche Romantik: GEOEPOCHE-Buchtipps: Die Deutsche Romantik

Weiterführende Literatur zum Thema, für Sie zusammengestellt und bewertet von der GEOEPOCHE-Redaktion


 (Foto von: Hanser)
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GESAMTDARSTELLUNGEN


Rüdiger Safranski, Romantik. Eine deutsche Affäre (Hanser, München 2007), 416 Seiten, 24,90 Euro.
Safranskis analytisch-anekdotisches Werk war überfällig, denn an lesbaren, gar vergnüglichen Darstellungen zur Romantik mangelte es bisher. Der Bestseller-Philosoph begibt sich auf einen ideengeschichtlichen Streifzug durch jene Jahrzehnte nach 1790, als in Deutschland die Phantasie den Verstand überflügelte - und verfolgt das Fortwirken der romantischen Ideen bis ins 20. Jahrhundert. Ein Manko: Das Werk konzentriert sich auf die literarischen und philosophischen Ausprägungen der romantischen Weltanschauung; zwar widmet Safranski dem Komponisten Richard Wagner ein eigenes Kapitel, doch einen Namen wie Caspar David Friedrich, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Maler der Romantik wurde, sucht man im Personenregister vergeblich.

Gerhard Schulz, Romantik (C. H. Beck, München 2007), 143 Seiten, 7,90 Euro.
Der schmale Band aus der Feder eines Germanisten bietet einen raschen Überblick. Schulz erläutert auf verständliche Weise, wie und wann der Begriff „Romantik“ entstand, geht auf Musik und Bildende Kunst ein. Ein leichter Zugriff auch zu typischen Themen der Romantiker: Natur und Vergangenheit, schwärmerische Liebe, Heldentum, Nacht, Magie und Mystik. Gut sortierte Literaturhinweise im Anhang helfen dem neugierigen Leser schnell weiter.

Helmut Schanze, Romantik-Handbuch (Kröner, Tübingen 2003), 810 Seiten, 29 Euro.
Ein üppiges Nachschlagewerk - geeignet allerdings nur für Leser, die Fachjargon und literaturwissenschaftliche Finessen nicht scheuen. Schanzes Unternehmen, die romantische Literaturbewegung in ihren historischen Kontext einzuordnen und in Phasen einzuteilen, ihre literarischen Formen und Stilmittel durchzudeklinieren und ihr Verhältnis zu Musik, Philosophie, Politik und Theologie zu analysieren, ist löblich - zum fortlaufenden Lesen und als Einführung für Laien ist das Handbuch jedoch kaum geeignet.



Einband der gebundenen Ausgabe (Foto von: Siedler)
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Einband der gebundenen Ausgabe

DEUTSCHE GESCHICHTE 1789-1848


Horst Möller, Fürstenstaat oder Bürgernation. Deutschland 1763-1815 (btb, Berlin 1998), 750 Seiten, ab 15 Euro.
Ein mit leichter Hand geschriebenes, atmosphärisch dichtes Buch: zitatgesättigte Passagen, Abdrucke von Originalschriften und Hunderte zeitgenössische Bilder machen den Band aus der Siedler-Reihe „Deutsche Geschichte“ zu einem Lesevergnügen. Möller geht in seiner Darstellung bis in die 1760er Jahre zurück, betrachtet das Alltagsleben, die Folgen der Aufklärung, den Wandel der höfisch geprägten Kultur zur bürgerlichen Salonkultur um 1800 – und spürt dialektischen Nebeneinander von fürstlicher Macht und bürgerlichem Aufbruch, von Beharrung und Moderne in Deutschland nach.
Besonders empfehlenswert: das Kapitel über die „Todesstunde der Alten Welt“, in dem der Autor die Folgen der Französischen Revolution für Deutschland beschreibt. Möller endet mit dem Wiener Kongress von 1814/15 – als die europäischen Fürsten mit der Neuordnung des Kontinents und der Gründung des „Deutschen Bundes“ eine Epoche der Restauration einläuteten.

Wolfram Siemann, Vom Staatenbund zum Nationalstaat. Deutschland 1806-1871 (C.H. Beck, München 1995), 488 Seiten, 24,90 Euro.
Das übersichtliche Kompendium des Münchner Neuzeithistorikers widmet sich einer Zeit rasanter politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche, die mit dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806 begann und 1871 in die Gründung eines neuen Kaiserreiches mündete. Ausführlich schildert Siemann die territorialen Veränderungen zu Beginn des Jahrhunderts, widmet sich der sozialen Not im Vormärz und kulturellen Strömungen wie der Romantik. Ein Standardwerk in wissenschaftlichem Duktus.

Elisabeth Fehrenbach, Vom Ancien Regime zum Wiener Kongress (Oldenbourg, München 2008), 334 Seiten, 24,80 Euro.
Kompaktes Studienbuch mit einem Überblick zum aktuellen Forschungsstand, das in die so genannte europäische „Sattelzeit“ um 1800 einführt: jene Jahre, in denen mit der politisch-sozialen Revolution in Frankreich, der Industrialisierung in Großbritannien und umfassenden Reformen in Preußen die Moderne heraufdämmerte. Stichwörter am Seitenrand ermöglichen eine schnelle Orientierung, ein umfassendes, klar gegliedertes Quellen- und Literaturverzeichnis stoffliches Vertiefen.


 (Foto von: Rowohlt)
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MAINZER REPUBLIK - DIE ANGEORDNETE REVOLUTION


Klaus Harpprecht, Georg Forster oder Die Liebe zur Welt (Rowohlt, Reinbek 1990), 632 Seiten, 9,90 Euro.
Georg Forster? Der Weltreisende, Naturforscher, Aufklärer und Revolutionär ist ein Klassiker der deutschen Literatur. Aber ein unterschlagener. Er begleitet James Cook auf dessen zweiter Weltumsegelung und berichtet in seiner „Reise um die Welt“ darüber. Goethe bewundert Forster, obwohl er die revolutionäre Gesinnung des Mitbegründers der Mainzer Republik nicht teilen kann. In seiner großartigen Biographie entwirft Klaus Happrecht ein sorgfältig recherchiertes Bild des heimlichen Klassikers. Des Schriftstellers, den man feiert. Und des Revolutionärs, den man verdrängt und der am 10. Januar 1794 in Paris stirbt. Vereinsamt und fast vergessen. In einer Dachkammer in der Rue des Moulins.

Arno Schmidt, Nachrichten von Büchern und Menschen, Band 1: Zur Literatur des 18. Jahrhunderts (Fischer, Frankfurt a. M. 1989), 223 Seiten, antiquarisch ab ca. 10 Euro.
Eigentlich sind die Texte, die der Autor Arno Schmidt über Literaten der Aufklärung verfasst hat, Hörspiele. Kunstvolle Dialoge mit Schriftstellern wie Christoph Martin Wieland, Friedrich Gottlieb Klopstock oder Johann Gottfried Herder. Ein Mosaik aus Information und Zitat, aus Anspielung und Auslegung – pointiert und mit analytischem Witz. So zeichnen die raffiniert erdachten Zwiegespräche ein verblüffend lebendiges Bild der geistigen und literarischen Welt der Aufklärung und der frühen Romantik. Ein ungewöhnliches, ein herausragendes Werk über die Literatur des 18. Jahrhunderts.


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