Als der italienische Fotograf Matteo Tranchellini die Geflügelschau besuchte, tat er dies ohne große Erwartungen. Dann entdeckte er das Cochin-Zwerghuhn Jessica. Diese Begegnung veränderte alles – Tranchellini wurde nicht nur selbst zum Hühnerhalter, sondern tauchte mit seinem Kollegen Moreno Monti tief in die Welt der Hühnerfotografie ein. Noch auf der Tierschau entstanden die ersten Aufnahmen. Fotos, die eher zufällig den Grundstein für ein außergewöhnliches Kunstprojekt legten.
"Am meisten überraschte uns", so die Fotografen rückblickend, "dass die Hühner sich vor der Kamera wie echte Profis verhielten." Eine Henne könne mehr Charme haben als ein menschliches Supermodel.
Ganz abwegig ist das nicht: Das Wort "kokettieren" stammt vom französischen "coq", also Hahn. Und weil Hühner nicht blinzeln oder schief lächeln können, kann ihnen das Gesicht nicht entgleiten, bleibt ihre Mimik immer gleich. Außerdem gelten sie als wachsame Beobachter: In ihrer Gruppe studieren sie genau, was die anderen tun. Nicht selten fixieren sie ein Motiv erst mit dem einen, dann mit dem anderen Auge – und verharren dabei mitten in der Bewegung.
Im Rahmen des Fotoprojekts CHICKEN entstanden bereits 2020 mehr als 200 Fotos von 100 unterschiedlichen Hühnerrassen. Einen Einblick finden Sie in unserer Bildergalerie.