Vor zwei Jahren wogten die Emotionen unter Astrofans zwischen Sorge und Empörung. Beim Hubble-Weltraumteleskop war erneut ein Gyroskop ausgefallen, das Instrument richtet das Teleskop präzise und stabil zu den Sternen aus. Die Nasa stellte klar, dass sie keine Rettungsmission mehr betreiben werde, um das in die Jahre gekommene Teleskop zu reparieren. Man werde lediglich es so lange weiter betreiben wie möglich.
Die Meldung sorgte für Entrüstung. Schließlich geht es nicht um irgendein wissenschaftliches Instrument. Seitdem Hubble 1990 gestartet ist, hat es das Bild vom Universum für Generationen geprägt. Es verwandelte das überwältigende Samtschwarz des sichtbaren Universums, in eine farbenreiche, vielfältige, vitale Landschaft. Weltraumteleskope gab und gibt es viele, doch wohl keines erfuhr derart viel Aufmerksamkeit und Liebe.
Seblt sein Nachfolger, das James-Webb-Weltraumteleskop, muss in dieser Hinsicht noch hintanstehen. Enorm spannungsreich war sein Start 2021, atemberaubend seine Aufnahme aus dem frühen Universum am Rand der sichtbaren Welt. Webb hat das Potential, Hubble nicht nur in seiner wissenschaftlichen Bedeutung, sondern auch in seiner Popularität abzulösen. Doch noch fehlt ihm dafür das Alter. Zudem bleibt uns Hubble wohl noch einige Jahre erhalten, womöglich bis in die 2030er. Bis dahin leben wir in einem goldenen Zeitalter der Astronomie, mit gleich zwei Giganten, die uns das extrem Ferne näher bringen. Dies verdeutlichen auch die Fotos aus dem Bildband "Hubble & Webb", die im Kosmos Verlag erschienen.