Sensationsgier Geiseldrama von Gladbeck: Der "Sündenfall des Journalismus" und seine Folgen

Nach ihrem Banküberfall kapern die beiden Geiselnehmer in Bremen einen Linienbus und nehmen die Fahrgäste als Geisel
Nach ihrem Banküberfall kapern die beiden Geiselnehmer in Bremen einen Linienbus und nehmen die Fahrgäste als Geisel
© picture-alliance / dpa | DB Ingo Wagner
Am 16. August 1988 flüchten zwei Bankräuber mit Geiseln und lassen sich dabei live von Journalisten interviewen: Das Drama von Gladbeck ging als beispielloses Medienspektakel in die Geschichte ein. Der Ethiker Christian Schicha erklärt, was die Presse aus dem Fall gelernt hat, und wo sie heute im Ukraine-Krieg fragwürdig berichtet

GEOplus: Derzeit sorgt eine neue Netflix-Doku über die Geiselnahme von Gladbeck im Jahr 1988 für Aufsehen. Damals haben zwei Männer eine Bank ausgeraubt, Geiseln genommen und sind zweieinhalb Tage lang durch das Land geflüchtet. Warum lässt uns dieser Fall nicht los?

Prof. Christian Schicha: Ich denke, weil man in Echtzeit ein schreckliches Drama, Fehler der Polizei und vor allem den Sündenfall des Journalismus mitverfolgen kann. Sogar jetzt, mehr als 30 Jahre später, kann man nur fassungslos vor dem Bildschirm sitzen.

Worin bestand dieser Sündenfall genau? Dass sich Journalisten während eines Tatvorgangs aktiv eingeschaltet haben?


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