Amerikanische Atomspione: Ethel und Julius Rosenberg
1936 lernen sich der 18-jährige Elektrotechnikstudent Julius Rosenberg und die 15-jährige Ethel Greengrass in einer kommunistischen Jugendgruppe in New York kennen. Beide stammen aus jüdischen Familien und sind in der Metropole an der US-Ostküste aufgewachsen. Sie verlieben sich, heiraten und bekommen zwei Kinder. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitet Julius als Radartechniker für die US-Armee in einem Labor in Fort Monmouth, wo Waffen- und Radarsysteme erfunden werden. Dort kontaktiert ihn der sowjetische Geheimdienst. 1945 verliert er seine Stelle – angeblich wegen seiner politischen Gesinnung. Damals beginnt sich die Welt in Ost und West zu spalten, in dieser frühen Phase des Kalten Krieges ist die "Rote Angst" eine Massenhysterie in der US-Bevölkerung. Binnen weniger Tage wird erst Julius und dann auch seine Frau Ethel im Sommer 1950 von Beamten des Federal Bureau of Interest (FBI) in ihrem Haus in New York festgenommen. Sie werfen dem Paar vor, geheime Informationen zum US-Atomwaffenprogramm an die Sowjetunion gegeben zu haben. Ethels Bruder, David Greenglass, hatte die Rosenbergs. verraten. Auch er war in den Fall verwickelt, Greenglass war im Sommer 1944 als Maschinist der US-Armee an der Entwicklung der ersten US-Atombombe beteiligt gewesen und hatte damals Unterlagen weitergeleitet. Als Kronzeuge belastet Greenglass seinen Schwager und seine Schwester schwer, dafür verspricht ihm das FBI eine mildere Strafe. Im Prozess verweigern Ethel und Julius Rosenberg konsequent die Aussage und jegliche Kooperation. Im Frühjahr 1951 werden sie schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Der Richter erklärt ihr Verbrechen für "schlimmer als Mord". 1953 werden Ethel und Julius Rosenberg auf dem elektrischen Stuhl im Sing-Sing-Gefängnis hingerichtet. Später wird ihr Prozess mehrfach untersucht. Das Ergebnis: Die Beweise wurden damals manipuliert. Heute gilt das Rosenberg-Urteil als politisch motiviertes Justizverbrechen.
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