"The Lonely Hearts Killers": Raymond und Martha
1947 sucht die 27-jährige, arbeitslose Krankenschwester Martha Beck über eine Annonce in einem US-Magazin nach ein bisschen Liebe. Der 33-jährige Raymond Fernandez aus Brooklyn antwortet Martha. Der glatzköpfige Heiratsschwindler sieht in Martha sein neuestes Opfer – er hatte bereits mindestens zwei Frauen geheiratet und danach ermordet. Doch die Beziehung zu der übergewichtigen, alleinerziehenden Mutter zweier Kleinkinder verläuft anders. Er gesteht ihr den Schwindel, sie wird seine Komplizin: Martha gibt ihre Kinder bei der Heilsarmee ab und geht mit ihrem Geliebten nach New York. Fortan geben sich Martha und Raymond als Bruder und Schwester aus. Unter dem Pseudonym Charles Martin bezirzt er einsame, oft ältere Damen, die wie Martha über Zeitungsannoncen nach der großen Liebe suchen. Gemeinsam bestehlen sie die ahnungslosen Frauen, einige ihrer Opfer ermorden sie. Doch eine Heiratsanwärterin in Michigan wird stutzig und lässt Raymond zappeln – Martha wird eifersüchtig. Das Paar ermordet schließlich die Frau und ihre zweijährige Tochter. Weil ein Nachbar wegen verdächtiger Geräusche die Polizei gerufen hatte, werden Martha und Raymond von der Polizei gefasst. In dem Glauben, in Michigan vor Gericht gestellt zu werden – einem Bundesstaat ohne Todesstrafe – gestehen sie die Tat (im Bild: links Raymond Martinez Fernandez, rechts Martha Beck 1949). Doch das Paar wird nach New York überführt und dort zum Tode verurteilt. Die Presse nennt das Mörderduo "The Lonely Hearts Killers". 1951 werden Martha Beck und Raymond Fernandez auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. "Meine Geschichte ist eine Liebesgeschichte", soll Martha laut einem "Spiegel"-Bericht kurz vor ihrem Tod gesagt haben. "Wie viele Verbrechen wurden in der Weltgeschichte schon aus Liebe begangen?"
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