Psychologie der Hochstapler Warum fallen Menschen so leicht auf einen Tinder-Schwindler rein?

Der Betrüger tarnt seine Absichten hinter einer Maske 
Der Betrüger tarnt seine Absichten hinter einer Maske 
© mauritius images / Ikon Images / Gary Waters
Hochstapler wie die Fake-Erbin Anna Sorokin oder der Tinder-Schwindler Simon Leviev wickeln andere Menschen erstaunlich leicht um den Finger. Die Kriminalpsychologin Helga Ihm erklärt im GEO-Interview, welche psychologischen Mechanismen den Betrug möglich machen und wie Opfer sich schützen können

GEOplus:Frau Dr. Ihm, Sie haben Hochstapelei wissenschaftlich erforscht und arbeiteten zudem mit Betrügern im Vollzug. Gibt es grundlegendeErklärungsmuster für die Störung?

Dr. Helga Ihm: Hochstapelei muss zunächst einmal keine Störung sein. Immerhin ist die Lüge in unserer Gesellschaft so verbreitet, dass es beinahe eine Ausnahme ist, wenn Menschen nicht lügen. Aber es gibt Unterschiede: Die Lüge als Interaktionsstrategie reicht von der zweckorientierten sozialen Lüge, die manchmal sogar das Miteinander erleichtert, bis hin zur pathologischen Schwindelei. Man muss im Einzelfall betrachten, wozu die Lüge eingesetzt wird: In der Regel ist Betrug ein sehr überlegtes Verhalten.


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