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Mundwinkelrhagaden Wie Sie eingerissene Mundwinkel loswerden und was vorbeugend hilft

Eingerissene Mundwinkel, medizinisch Mundwinkelrhagaden
Eingerissene Mundwinkel sind das Ergebnis von trockener und spröder Haut
© Irina - Adobe Stock
Brennender Schmerz, langwierige Entzündungen – eingerissene Mundwinkel gehören zu den unangenehmsten Hautproblemen. Ein Grund dafür: Der Mund ist ständig in Bewegung, Enzündungen können nur schwer heilen. Doch es gibt Möglichkeiten, dem belastenden Krankheitsbild vorzubeugen

Beschwerden beim Sprechen und beim Kauen, ein Brennen an den Lippen und rissige und gerötete Stellen, die manchmal auch schuppen - eingerissene Mundwinkel kennt jeder. Obwohl die Verletzungen der Haut nur sehr klein sind, tun sie oft höllisch weh und machen Betroffenen lange zu schaffen. Der Mund ist ständig in Bewegung, die Heilung langwierig.

Die Ursachen für eingerissene Mundwinkel sind vielfältig. Besonders die kalte Luft im Winter draußen und trockene Heizungsluft drinnen kann zu diesen Hautproblemen führen. Die empfindlichen und dünnhäutigen Lippen haben keine eigenen Talg- oder Schweißdrüsen wie die restliche Haut und auch keinen natürlichen Fettfilm. Werden sie nicht entsprechend mit Feuchtigkeit versorgt, können sie einreißen.

Ursachen für eingerissene Mundwinkel sind vielfältig

Gründe für eingerissene Mundwinkel können aber auch andere sein. Zu den häufigsten zählen:

  • Vitaminmangel
  • Mineralstoffmangel
  • Diabetes mellitus
  • Hauterkrankungen
  • Infektionen, zum Beispiel Herpes
  • Starke Faltenbildung durch Zahnverlust
  • Leberzirrhose

Bakterien führen zu Entzündungen

Mundwinkelrhagaden, so die medizinische Bezeichnung für die meist schmerzhaften Einrisse in den Mundwinkeln, können jede und jeden treffen. Die empfindlichen Lippen sind schnell strapaziert, ohne eine unterstützende Pflege wird die Haut trocken und reißt.

Sind die Mundwinkel erst einmal eingerissen, ist es angeraten, nach der konkreten Ursache zu suchen, damit die Behandlung möglichst schnell und zielführend erfolgt. Sind die Mundwinkel längerfristig verletzt, können sich hier Bakterien einnisten und für Entzündungen sorgen.

Schlechtes Immunsystem sorgt für eingerissene Mundwinkel

Ist das Immunsystem zum Beispiel aufgrund einer mangelnden Ernährung nicht intakt, kann ein Zinkmangel vorliegen, der sich durch Mundwinkelrhagaden unangenehm bemerkbar macht. Auch ein Vitamin-C-Mangel kann nach längerer Zeit zu Hautrissen an den Mundwinkeln führen.

Besonders das Herpes-Virus nutzt eine Schwäche des Immunsystems aus. Ist das Virus im Körper vorhanden, wird es reaktiviert und nistet sich gern im Mund oder an den Lippen ein.

Eingerissene Mundwinkel können ebenfalls entstehen, wenn die Versorgung mit Vitamin B2 nicht ausreichend ist. Vor allem Schwangere und Alkoholkranke sind davon betroffen. Auch Neurodermitis-Patienten leiden vermehrt an eingerissenen Mundwinkeln.

Die Ursache für die schmerzhaften Symptome an den Mundwinkeln sollte vor allem dann ärztlich überprüft werden, wenn die Beschwerden länger andauern. Mit herkömmlichen Methoden sollten die eingerissenen Mundwinkel nach ein paar Tagen abgeheilt sein.

Eisenmangel und Krankheiten wie Diabetes als Ursachen

Dazu können auch ernsthaftere Krankheiten eine Ursache für Mundwinkelrhagaden sein. Neben dem ernährungsbedingten Eisenmangel kommt dafür auch eine vorliegende Eisenmangelanämie als Blutkrankheit in Frage oder eine entstehende Zuckerkrankheit im Frühstadium.

Speziell bei Frauen können langfristig eingerissene  Mundwinkel ein Zeichen für das Sjögren-Syndrom sein – eine Autoimmunerkrankung. Typische Symptome dafür sind ein trockener Mund und trockene Lippen. Eine Heilung ist in dem Fall nicht möglich. Die mögliche Diagnose erfolgt wie auch im Fall der möglichen Eisenmangelanämie durch eine Blutuntersuchung in der Arztpraxis.

Auch wer eine Krankheit mit Antibiotika behandelt hat, könnte eingerissene Mundwinkel bekommen. Der Grund dafür kann die vermehrte Ausbreitung von Pilzen im Mundraum und im Speichelsein. Auch hier hilft eine ärztliche Untersuchung und der Abstrich zeigt, ob die Mundflora in Ordnung ist.

Abgesehen von Ernährungsmängeln und Krankheiten, können Allergien der Grund für eingerissene Mundwinkel sein – zum Beispiel bei Frauen als Reaktion auf Lippenstifte. Auch Zahn- oder Kieferfehlstellungen kommen für Mundwinkelrhagaden in Frage.Stimmt der innere Druck der Zähne gegen das Mundgewebe nicht, bilden sich Mulden links und rechts an den Mundwinkeln, di für Hautirritationen sorgen. Hier kann ein Zahnarzt helfen.

Behandlung: Was hilft bei eingerissenen Mundwinkeln?

Ist die Ursache erkannt, lassen sich verschiedene lang- oder auch kurzfristig wirkende Mittel und Methoden einsetzen.Neben dem Aufbau des Immunsystems oder Ausgleich eines Eisenmangels durch eine entsprechende Veränderung der Ernährung hilft unter anderem Folgendes:

  • Zinkhaltige Salbe bei Lippenherpes als Auslöser der eingerissenen Mundwinkel.
  • Linderung durch eine Mischung aus Honig und Olivenöl. Der Honig hat eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Die Paste morgens und abends auf die Mundwinkel auftragen.
  • Salbeitee – zwei Teelöffel Salbeiblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und den Aufguss zehn Minuten lang ziehen lassen. Den kalten Tee mehrmals täglich mit einem Wattepad auf die eingerissenen Stellen auftupfen
  • Aufgeschnittene Knoblauchzehen – die betroffenen Mundwinkel mit der Schnittstelle betupfen. Knoblauch enthält Allicin, das Entzündungen und Infektionen lindert.
  • Aloe Vera Gel auftragen – die Inhaltstoffe sind entzündungshemmend, antibakteriell und geben der Haus noch dazu Feuchtigkeit.
  • Teebaumöl ist stark pilzabtötend, entzündungshemmend und wundheilend. Ein, zwei Tropfen auf die betroffenen Stellen verteilt können bei eingerissenen Mundwinkeln helfen. Abhängig vom Hauttyp kann es aber auch zu Reaktionen auf das intensive Pflanzenöl und die enthaltenen ätherischen Öle kommen. Daher mit Vorsicht anwenden!

Eisenmangel und anderen Mangelerscheinungen mit ausgewogener Ernährung vorbeugen

So wie eine Mangelernährung zu einer Schwächung des Immunsystems führen kann, sollten besonders Vegetarierinnen und Veganer darauf achten, dass sie genügend Vitamin B12 zu sich nehmen. Dieses Vitamin ist größtenteils nur in tierischen Lebensmitteln vorhanden.

Ein Mangel kann zu eingerissenen Mundwinkeln führen. In Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin kann ein entsprechendes Vitaminpräparat eingenommen werden. Pflanzliche Quellen mit Vitamin B12 sind beispielsweise Algenarten wie Spirulina oder Shitake-Pilze.

Lippen brauchen von außen Fett

Unabhängig von der jeweiligen Ursache für eingerissen Mundwinkel, kann generell etwas für die Geschmeidigkeit, die Gesundheit und die Heilung der empfindlichen Hautpartie getan werden:

  1. Ausreichend Wasser trinken.
  2. Fetthaltige Salben und Pasten auftragen.
  3. Besonders im Winter rückfettende Lippenpflegeprodukte verwenden.
  4. Öffnen Sie den Mund nicht zu weit – wie beim Gähnen. Ohnehin trockene Haut reißt dann weiter ein.
  5. Wenn eingerissene Mundwinkel bereits heilen und jucken: Nicht daran kratzen oder reiben.

Den größten Gefallen allerdings tun Sie ihren eingerissenen Mundwinkeln, wenn Sie dort keine Feuchtigkeit hingelangen lassen. Das verhindert den Heilungsprozess. Deshalb – auch wenn es ein Reflex ist – sollten  Sie eines auf gar keinen Fall tun: Trockene Lippen mit der Zunge befeuchten.


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